Gießkanne

Die Hitze und Trockenheit sind auch für Bäume, Sträucher und Blumen ein großes Problem. Doch mit unseren Tipps und Tools für eine sparsame Bewässerung bringen Sie die Pflanzen in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon gut über den Sommer.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Marja Rottleb vom NABU: "So konnten schon einige Bäume gerettet werden"

Bäume gießen
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Klar, auch Bäume, Sträucher und Blumen haben Durst. Ob Sie Ihre Pflanzen nun mit der Gießkanne oder mit dem Gartenschlauch gießen, kommt ganz auf die Größe Ihrer grünen Oase an. Doch sollten Sie auch die folgenden Tipps und Tools kennen, damit Ihr Einsatz effektiv und zugleich klimafreundlich ist.

Die richtige Gießzeit

Gartenpflanzen sollten frühmorgens oder abends ausgiebig gegossen werden - und das nur alle drei Tage und am besten direkt zum Wurzelbereich hin. So bekommen die Pflanzen ohne "Streuverlust" genau das, was sie brauchen. Zudem wird das Wurzelwachstum gefördert. Doch Vorsicht: Wässern am Abend kann Schnecken anlocken und Pilzerkrankungen begünstigen. Wer hingegen am Morgen wässert, sollte darauf achten, dass nicht zu viel Wasser auf die Oberseite der Blätter und Blüten gerät. Denn die Wassertropfen wirken wie eine Lupe und können zu Blattverbrennungen führen.

Baumbewässerungsbeutel (Baum Bag)

Baumsack

Das Prinzip des Baum Bags ist so einfach wie effektiv: Ein speziell präparierter Sack zur Bewässerung von Bäumen soll Ihnen viel Zeit und Arbeit sparen. Durch sanfte Tröpfchenbewässerung über einen Zeitraum von bis zu neun Stunden können die Wurzeln genügend Wasser aufnehmen. Der zweite Vorteil: Sie benötigen viel weniger Wasser als beim herkömmlichen Gießen. Denn die Wurzeln können die große Wassermenge gar nicht auf einmal aufnehmen. Eine Bewässerung in kleinen Mengen per Hand aber dauert eine gefühlte Ewigkeit und real einige Stunden. Der Bewässerungssack hingegen wird einfach um den Stamm herum befestigt und befüllt. Mit einem Reißverschluss ist der Bewässerungsbeutel auslaufsicher verschlossen und kann sogar mit einem Schloss vor Diebstahl geschützt werden. Wassersäcke sind in unterschiedlichen Größen zu haben. Standardmodelle fassen cira 70 Liter und sind ab 20 Euro in Garten- und Baumärkten erhältlich.

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So helfen Sie "Stadtbäumen"

Nicht nur in ihrem Garten oder auf dem Balkon - auch vor Ihrer Haustüre leiden die "Stadtbäume" unter der aktuellen Trockenheit. In vielen Städten und Gemeinden kann man Baumpatenschaften übernehmen. Schon ein paar Gießkannen Wasser alle paar Tage helfen - einfach mal die Nachbarn zum Mitmachen animieren. Laut des Naturschutzbundes NABU gibt es auch in Großstädten "Gießgruppen", etwa in Frankfurt, Köln und Berlin.
Die Faustformel für Stadtbäume: Einmal pro Woche acht bis zehn Eimer Wasser pro Baum.

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Tropfen statt Gießen

Zum Bewässern von Pflanzen und Bäumen verwendet man üblicherweise einen Gartenschlauch oder eine Gießkanne. Doch die sogenannten "Tropfschläuche" bieten eine zeitsparende und effektive Alternative, die zudem für eine optimale Wasserverteilung sorgt. Vor allem in Gemüse- und Kräutergärten hat sich diese sanfte Tröpfchenbewässerung bewährt. Dabei wird das Wasser über ein Schlauchsystem gezielt zur Pflanze transport. Auch ein "Schwitzschlauch", ein Schlauch mit vielen Poren, ist sehr effektiv und spart viel Wasser, weil die oberflächliche Verdunstung an heißen Tagen verhindert wird. Wie dieses System funktioniert und was das kostet, lesen Sie im hier verlinkten Artikel.

PET-Flasche oder Tonkegel als "Fläschchen"

Perfekter "Wasserautomat" für Balkon und Beete.

Nicht sehr ansehnlich, aber wirkungsvoll und unschlagbar preiswert ist eine leere PET-Flasche. Sie dient als "Wasserautomat" und ist ideal für die dauerhafte Bewässerung von Balkonkästen, Blumentöpfen und kleineren Beetflächen. Dazu einfach ein Loch in die Mitte des Drehverschlusses bohren, die Flasche mit Wasser füllen und kopfüber möglichst nah am Blumenstock oder Stamm der Pflanze in die Erde stecken. Fertig ist die Langzeit-Tröpfchenbewässerung. Die Funktion ist einfach: Wird die Erde trocken, zieht sie sich automatisch Wasser aus dem Behälter. Die etwas unauffälligere Lösung bieten kleine Tonkegel, die über einen dünnen Schlauch mit einem gefüllten Eimer oder einem anderen Wasserbhälter verbunden ist. Der Tonkegel saugt sich mit Wasser voll und gibt die Feuchtigkeit wohl dosiert und über eine längere Zeitspanne in die Erde ab, in der der Tonkegel platziert wird.

Regenwasser sammeln

Regenwasser ist die günstigste Durstquelle für Pflanzen.

Weiches, kalkfreies Regenwasser löscht den Durst der Pflanzen am besten. Unser Tipp: Die Gefäße mit dem Regenwasser sollten über Nacht stehen gelassen werden und erst nach 24 Stunden zum Gießen verwendet werden. Das Gefäß oder eine Wassertonne bitte immer so abdecken, dass keine durstigen Tiere hineinfallen können. Auch Regenrinnen vom Dachabfluss, die direkt in größere Gartenteiche oder Fässer führen, eignen sich zum Wassersammeln.

Erde locker machen

"Einmal Hacken spart zweimal Gießen“, besagt eine alte Gärtnerregel. Also nehmen Sie einen Spaten oder eine Harke zur Hand und lockern Sie die Erde rund um ihre Pflanzen und Bäume auf. Auf einer lockeren, feinkörnigen Erde verdunstet nämlich wesentlich weniger Wasser als auf einem harten Boden. Eine locker aufgebrachte Schicht aus (Rinden-)Mulch oder Rasenschnitt schützt außerdem vor der Wasserverdunstung nach dem Gießen.

Für natürliche Kühlung sorgen

Natürliches Feuchtgebiet im eigenen Garten.

Wer Platz im Garten hat und das Mikroklima verbessern will, kann einen Teich oder Graben anlegen. Diese Wasserstellen kühlen durch Verdunstung auf natürliche Weise die Umgebung ab. Sie müssen aber nur zeitweise feucht sein, um ihren Zweck zu erfüllen.

Pflanzen vor Wind schützen

Ein sehr nützlicher und nachhaltiger Tipp liefert der Deutsche Naturschutzbund NABU: Wer einen kleinen Garten hat, kann eine Hecke aus heimischen Gehölzen setzen. Sie hält Wind ab und leitet ihn über sich hinweg. Bei einer Hecke von 1,50 Metern Höhe wird der Wind bis in 25 Meter Entfernung abgeleitet. Die Windgeschwindigkeit sinkt um die Hälfte, die Verdunstung um ein Fünftel und die Bodenfeuchte sowie Niederschlag und Taubildung werden erhöht. So geschützt verlieren die Pflanzen hinter der Hecke weniger Wasser durch Verdunstung, erhalten ausreichend Sonne und können sich voll und ganz auf das Wachsen konzentrieren. Übrigens: Auf dem Balkon wird derselbe Effekt mit einer Pergola aus Kletterpflanzen wie Jelängerjelieber, Clematis oder einer anderen Pflanze erzielt.

Geheimtipp Kraterbeet: Kühle im Sommer und Wärme im Winter

Kraterbeete sind kleine Geheimwaffen für den Garten: Sie speichern Wärme und Feuchtigkeit und schützen empfindliche Pflanzen vor Wind. Durch diese speziellen Eigenschaften sorgen sie dafür, dass Pflanzen besser gedeihen. Ein Kraterbeet ist in mehrere Zonen unterteilt. Durch diese verschiedenen Zonen wird das Kraterbeet den unterschiedlichen Ansprüchen der verschiedenen Pflanzen gerecht, denn jede Zone weist einen unterschiedlichen Feuchtegrad des Bodens und verschieden starke Sonneneinstrahlungen auf. Besonders Gemüsepflanzen profitieren davon, denn hier wachsen Tomaten, Aloe und Salate in geschützer Lage. Hier finden Sie die Bauanleitung vom NABU.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 5.8.2020, 10-12 Uhr

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