Bauer bei der Spargelernte

Die Corona-Krise macht auch vor den Landwirten nicht Halt. Das warme Frühlingswetter lässt die Spargel sprießen, doch geübte Erntehelfer sind rar. Und ganz so leicht ist die Spargelernte nicht. Wissen Sie, wie man Spargel erntet? Wir verraten es Ihnen.

Gleich zu Anfang sei Ihnen versichert: Spargelstechen ist anstrengende Arbeit. Denn selbst im gewerblichen Anbau muss die Ernte von Hand erledigt werden - und das geschieht meist in gebückter Haltung oder auf Knien. Moderne Erntemaschinen gibt es nicht, hier ist nach wie vor menschliche Feinmotorik gefragt. Doch die Arbeit lohnt sich, denn Spargel ist schmackhaft, gesund und gilt nicht umsonst als das Lieblingsgemüse der Deutschen.

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Deshalb ist Spargel gesund

Spargel ist kalorienarm, reich an Kalium und enthält Asparaginsäure. Diese Stoffe regen den Energiestoffwechsel an und wirken sich unterstützend auf die Leber- und Nierentätigkeit aus (Entschlackung). Der Ballaststoff Inulin, ein natürliches Präbiotika, dient zudem unseren nützlichen Darmbakterien als Nahrung. Seine Purine wirken entwässernd und regen den Harndrang an (Vorsicht, Nierenkranke sollten keinen Spargel essen!). Bereits 500 Gramm Spargel deckt die Hälfte des täglichen Bedarfs an Folsäure.

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Diese Werkzeuge brauchen Sie zum Spargelstechen

Bei der Spargelernte unterscheidet man zwischen Grünspargel, der einfach über dem Boden abgeschnitten wird, und Bleichspargel beziehungsweise dem typischen Weißen Spargel. Dieser muss durch "Stechen" geerntet werden.

Für das Spargelstechen sind vier Hilfsmittel essentiell:

  • Ein langes, gebogenes und scharfes Spargelmesser (Spezialwerkzeug)
  • Spargelkelle (alternativ: gewöhnliche Maurerkelle)
  • Handschuhe (alternativ: gewöhnliche Gartenhandschuhe)
  • Erntekorb mit Abdeckung (Spezialwerkzeug)
Werkzeuge zum Spargelstechen

Diese Schritte sollten Sie beim Spargelstechen beachten

Und so wird der Spargel gestochen: Entdecken Sie an der Oberseite des Erdwalls leichte Risse, können Sie davon ausgehen, dass sich darunter eine erntereife Spargelstange befindet. Jetzt heißt es, Handschuhe anziehen, mit der Spargelkelle den Spargelkopf vorsichtig freilegen und die Erde beiseite schaffen. Achten Sie dabei auf die anderen Spargelstangen im Erdreich, die nicht immer gleich zu sehen sind.

Nun gehen Sie mit gespreizten Fingern an der Spargelstange so tief wie möglich entlang und legen diese so gut es geht frei. Dann schneiden Sie die Stange mit dem scharfen, gebogenen Spargelmesser weit unten ab. Führen Sie dazu das Messer von oben oder seitlich ins Erdreich hinein und orientieren Sie sich dabei an der ungefähren Lage oder Position des Spargels.

Ist der Spargel abgeschnitten, ziehen Sie ihn vorsichtig aus dem Erdreich heraus und legen Sie ihn in den Erntekorb und decken Sie ihn ab. Mit der Spargelkelle wird das entstandene Loch sofort wieder mit Erde gefüllt, festgeklopft und glattgestrichen. Das ist wichtig, denn nur bei einer glatten Oberfläche ist erkennbar, wenn dort eine neue Stange heranreift.

Die beste Zeit zum Spargelstechen

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Bauern in der Corona-Krise
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Bei warmen Außentemperaturen sprießt Spargel recht schnell. Stechen Sie deshalb zweimal am Tag - am besten früh morgens und spät nachmittags. Bleichspargel sollte rechtzeitig geerntet werden, bevor der Kopf durch den Erdwall gestoßen ist. Ansonsten verfärbt er sich. Und das wirkt sich negativ auf den Verkauf aus. Wird er nicht rechtzeitig geschnitten, bildet er zudem oberirdische Stängel aus, die im Sommer Blüten tragen.

Die Spargelzeit beginnt üblicherweise in der zweiten Aprilhälfte. Nach sehr lauen Wintern sind die meisten Spargelsorten aber auch schon früher erntereif. Sie beginnen ihr Wachstum, wenn die Bodentemperatur auf etwa zwölf Grad gestiegen ist. Um den Spargel früher stechen zu können, sollten die Erdwälle stets mit einer dunklen Folie bedeckt werden. Denn diese speichert die Sonnenwärme besser und erwärmt dadurch den Boden. Der Spargel wächst somit schneller heran.

Traditionell endet die Saison am Johannistag, dem 24. Juni. Nach diesem Datum sollte der Spargel nicht mehr geerntet werden, damit sich die Pflanze erholen kann.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 8.4.2020, 9-12 Uhr

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