Kreditkartenbetrug

Kreditkarten sind nicht nur in Deutschland ein beliebtes Zahlungsmittel. Ob beim Bezahlen des Mietwagens im Ausland oder dem Klamottenkauf im Internet - die Verbraucher lieben die praktischen kleinen Kärtchen, die das bargeldlose Zahlen so schön einfach machen. Doch wie sicher sind Kreditkarten eigentlich?

Durch den weltweit zunehmenden Online-Handel setzen Verbraucher immer öfter eine Kreditkarte ein. Leider steigt dadurch aber auch die Quote des Kreditkartenbetrugs: Dabei werden Kreditkartendaten gestohlen oder gefälscht und für illegale Käufe missbraucht.

Schaden in Milliardenhöhe

Laut Zahlen der Kreditinstitute liegt der Schaden im einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (Single Euro Payments Area – SEPA: EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz) jährlich im Schnitt bei etwa 1,3 Milliarden Euro. Somit kommt auf knapp 2.600 Euro Kreditkartenumsatz etwa ein Euro, der durch Betrug verloren geht.

So praktisch Kreditkarten auch sind - aufgrund ihrer Einfachheit können Kriminelle sie ganz leicht für ihre Zwecke missbrauchen. Denn für Einkäufe reichen die Basisdaten, die auf der Karte stehen, in der Regel aus. Die Karte muss also nicht einmal vorliegen.

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Drei Arten von Kreditkartenbetrug

  • Physischer Kartenklau: Bei der physischen Entwendung der Kreditkarte können Betrüger sofort damit Zahlen. Da viele Karten nur mit einer Unterschrift abgesichert sind, wird die gestohlene Kreditkarte von Dieben oft sofort zum Einkaufen eingesetzt.
  • Elektronischer Datenklau: Betrügern reichen Kartennummer, Name des Inhabers sowie die Prüfziffer aus, um die Karte sofort für Online-Käufe oder -Überweisungen einzusetzen.
  • Datendiebstahl im großen Stil: Betrügerbanden und Hacker nutzen Phishing-Mails und andere Tricks, um an die Kreditkartendaten von Kunden zu gelangen.
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RFID-Blocker gehören ins Portemonnaie

Leider werden immer wieder auch Daten gestohlen, ohne dass es der Besitzer gleich merkt: Wenn Sie mit einer Kreditkarte zahlen, auf der ein sogenannter RFID-Funkchip verbaut ist, sendet dieser beim Bezahlvorgang ein Signal an das Lesegerät des Verkäufers. Betrüger, die sich in der Nähe aufhalten, nutzen dies aus, um mit Hilfe eigener Lesegeräte kontaktlos Ihre Daten per Funk auszuspionieren.

RFID

Ein sogenannter RFID-Blocker verhindert dieses ungewollte Auslesen, indem er immer dann ein Störsignal sendet, wenn die sich im Geldbeutel befindenden Karten angefunkt werden. Somit kann keine Datenübertragung erfolgen, solange sich die Karte oder das Dokument mit RFID-Chip beim Blocker im Geldbeutel befindet. Übrigens: Auch Ausweisdokumente und viele Schlüsselkarten können einen Funkchip haben, womit Datenklau betrieben werden kann.

So beugen Sie Kreditkartenbetrug vor

  • Regelmäßiger Check der Abbuchungen: Prüfen Sie in regelmäßigen Abständen, welche Beträge abgebucht wurden. Nutzen Sie hierfür, wenn möglich, das Online-Banking und warten Sie nicht auf die monatliche Kreditkartenabrechnung.
  • Kreditkartendaten niemals per E-Mail verschicken: Schicken Sie Ihre Kreditkartendaten nie ungesichert per Mail oder SMS. Denken Sie daran, dass diese Daten allein ausreichen, um online damit einzukaufen!
  • Führen Sie Ihre Kreditkarte nur bei Bedarf mit sich: Verwahren Sie Ihre Kreditkarte an einem sicheren Ort Zuhause, wenn Sie sie nicht benötigen. Zum Bezahlen in Geschäften reicht innerhalb der EU meist die EC-Karte aus.
  • Karte nicht gemeinsam mit Geheimzahl/PIN aufbewahren: Suchen Sie einen separaten Aufbewahrungsort für Ihre Geheimzahl oder merken Sie sich Ihre PIN. Aber notieren Sie die Nummer keinesfalls auf einem Zettel, den Sie im Portemonnaie dabei haben.
  • Kartenbelege und Abrechnungen immer zerreißen: Auf Belegen und Abrechnungen wird Ihre Kreditkartennummer in der Regel aufgeführt. Vernichten Sie diese Belege sofort, wenn Sie sie nicht mehr benötigen. Diese Daten könnten von Betrügern missbraucht werden.
  • Nicht bei Online-Händlern ohne gesichertes Bezahlsystem kaufen: Achten Sie beim Online-Einkauf darauf, ob das Abrechnungssystem des Händlers zum Beispiel SSL-gesicherte Verbindungen bietet. Diese Verbindungen erkennen Sie am "https" vor der Internetadresse.
  • Alte Kreditkarten vernichten: Sobald Sie eine neue Kreditkarte von Ihrem Anbieter zugeschickt bekommen, sollten Sie Ihre alte Karte umgehend vernichten. Sie ist zwar nicht mehr gültig, doch bleibt die Kreditkartennummer die gleiche.
  • Geldautomaten prüfen: Prüfen Sie gerade im Ausland jeden Geldautomaten auf Auffälligkeiten wie spezielle Vorrichtungen, wenn Sie daran Geld mit Ihrer Kreditkarte abheben.
  • Beim Bezahlen die Kreditkarte nicht weggeben: Bleiben Sie beim Bezahlen mit der Kreditkarte immer dabei und geben Sie die Karte nicht einfach so aus der Hand.
  • RFID-Blocker mit ins Portemonnaie packen: Lassen Sie nicht zu, dass Betrüger Ihre Karten unbemerkt auslesen. Nur beim Bezahlen sollten Sie die Karte aus der Schutzhülle nehmen.
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Kreditkarte sperren - so geht`s

Sie sind Opfer eines Kreditkartenbetrugs geworden? Dann sperren Sie unverzüglich Ihre Kreditkarte unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 116 116 (kostenfrei & rund um die Uhr erreichbar). Sobald die Karte gesperrt ist, haften Sie nicht mehr für Schäden, die aus der illegalen Nutzung entstehen. Seit 2005 steht diese Telefonnummer auch zum Sperren von Handys, Mitarbeiterausweisen oder EC-Karten zur Verfügung. Im Ausland wählen Sie +49 116 116 oder +49 30 4050 4050.

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Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 16.10.2019, 9 - 12 Uhr

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