Collage: Mietauto, Kinderkleidung, Bohrmaschine

Bohrmaschinen, Leitern, aber auch Babykleidung oder Transportmittel - wer manche Dinge nur selten braucht, muss sie längst nicht mehr kaufen. Vieles kann man inzwischen einfach ausleihen. Hier gibt es einen Überblick.

Für manche Ökonomen und Gesellschaftsforscher ist die "Sharing Economy", die Teil- und Leih-Gesellschaft der große Trend für die Zukunft: Sie prophezeien, dass Besitz immer unwichtiger wird und viele Menschen bestimmte Dinge nur noch ausleihen werden, die sie nicht dauerhaft brauchen.

Nun mischt auch der Einzelhändler Tchibo mit, der mithilfe eines Startup-Unternehmens Baby-, Kinder- und Umstandskleidung zum Ausleihen anbietet. Was Sie noch so alles leihen und teilen können und einige Beispiele für entsprechende Plattformen haben wir in einem kleinen Überblick zusammengestellt.

Kinder-Kleidung

Wie oben angesprochen, will Tchibo in das Geschäft mit verliehener Kinderkleidung einsteigen. Dazu arbeitet der Einzelhändler mit dem Magdeburger Startup Relenda zusammen, das seit mehreren Jahren schon die Plattform kilenda.de betreibt. Für einige Euro pro Stück und Monat soll man Umstands- und Kinderkleidung, die man nur kurz benutzt, leihen können.

Autos

Gerade in der Stadt wollen viele Menschen kein eigenes Auto mehr haben. Stattdessen nutzen sie öffentliche Verkehrsmittel und leihen sich ein Auto nur dann, wenn sie es brauchen. Dafür gibt es verschiedene Anbieter mit verschiedenen Geschäftsmodellen. Man unterscheidet vor allem zwischen zwei Formen:

  • Beim "free floating"-Prinzip haben die Fahrzeuge keinen festen Stellplatz, das Auto steht dort, wo der letzte Kunde es abgestellt hat. Diese Form eigent sich vor allem für kurze innerstädtische Fahrten. Bekannte Anbieter sind car2go und DriveNow.
  • Das Gegenstück dazu sind stationsbasierte Angebote. Hier holt man das Auto von einem festen Stellplatz ab und parkt es dort auch wieder. Zu den großen Anbieter dafür gehören stadtmobil, cambio und book-n-drive, gerade bei dieser Form gibt es auch viele kleinere Anbieter, zum Beispiel "stattauto" in Kassel oder "scouter" in Kassel und Marburg.

Fahrräder

Ähnlich wie bei Autos gibt es auch bei Fahrrädern Anbieter mit festen Stellplätzen und mit einem "free floating"-Prinzip. Einen Überblick über Angebote in Hessen gibt es hier. Dazu kommen spezialisierte kleinere Verleihe, die zum Beispiel Fahrräder für Radtouren anbieten.

Wohnungen und Zimmer

Über Plattformen wie AirBnb, Wimdu oder 9flats können Nutzer einzelne Zimmer oder ihre ganze Wohnung zur Verfügung stellen, wenn sie nicht zu Hause sind. Solche Plattformen stehen zwar immer wieder in der Kritik, weil sie für die gewerbsmäßige Vermietung von Ferienwohnungen missbraucht werden, in Frankfurt wurde die kurzfristige private Vermietung von Wohnungen für maximal sechs Wochen pro Jahr aber gerade erst wieder erlaubt. Je nach Stadt sind die Regelungen für eine maximale Mietdauer unterschiedlich.

Werkzeuge, Elektronik und Co.

Bei Baumärkten ist es schon länger gang und gäbe, dass man sich schwere Werkzeuge oder Hilfsmittel gegen Gebühr ausleihen kann. Seit gut einem Jahr bietet der Versandhändler Otto außerdem den Service "Otto Now" an, bei dem man sich elektronische Geräte, zum Beispiel Fernseher mieten kann.

Lebensmittel

Essen kann man natürlich nicht im herkömmlichen Sinn leihen. Überschüssige Lebensmittel muss man aber nicht gleich wegschmeißen: Mit Anbietern wie foodsharing.de oder in kleineren lokalen Gruppen kann man Lebensmittel an Menschen vermitteln, die sie brauchen können.

Nachbarschafts-Netzwerke

Verschiedene Anbieter beschäftigen sich mit dem Ziel, Nachbarn besser miteinander zu vernetzen. Auf Plattformen wie netzwerk-nachbar.de, nebenan.de oder frents.com können die Nutzer sich mit Menschen in ihrer räumlichen Umgebung austauschen und sich auch dazu verabreden, Werkzeuge und ähnliches zu verleihen.

Tauschen und verschenken

Wer bestimmte Dinge dauerhaft nicht mehr braucht, sie aber nicht entsorgen will, kann sie in Tauschbörsen gegen andere Dinge tauschen, zum Beispiel bei tauschticket.de, oder sie direkt verschenken, zum Beispiel in Facebook-Gruppen wie Free Your Stuff oder Givebox. Es gibt auch diverser spezialisierte Angebote, zum Beispiel kleiderkreisel.de oder kleiderkorb.de für das Tauschen und Verkaufen von Kleidung.

Sendung: hr1, hr1 am Sonntagmorgen, 24.5.2020, 6 - 10 Uhr

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