Ein Baum ist auf ein Auto gestürzt

Was passiert, wenn ein Sturm einen Ast aufs Auto weht und dabei Schaden anrichtet? Oder ein Ziegel vom Hausdach fällt? Hier erfahren Sie, wann die Versicherung zahlt und wann nicht.

Eigentümer haftet

Grundsätzlich haftet der Eigentümer bei Sturmschäden, egal ob er selbst im Haus wohnt oder es vermietet hat. Für ihn gilt die sogenannte "Verkehrssicherungspflicht". Das bedeutet, dass er dafür zu sorgen hat, dass niemand zu Schaden kommt. Das schließt auch beispielsweise ein, dass das Dach in einem Zustand ist, dass keine Ziegel herrunter fallen. Oder dass die Bäume auf seinem Grundstück gesund sind, also nicht umstürzen oder Äste bei einem leichtem Wind bereits abbrechen. Er muss außerdem dafür sorgen, dass von Mülltonnen keine Gefahr ausgeht.

Problem Mülltonne

Aber gerade bei den Mülltonnen gibt es keine festen Regeln, wie diese gesichert sein müssen, also ob eingezäunt oder festgebunden. Aber der Eigentümer ist in der Regel auch dann verantwortlich, wenn die Mülltonne auf der Straße oder auf dem Bürgersteig steht, wenn sie geleert wird oder geleert wurde. Andererseits kann aber nicht erwartet werden, dass er sie sofort nach Leerung wieder reinholt und sichert. Hier kommt es also auf den individuellen Fall an und es gibt eine rechtliche Grauzone. All diese Regeln gelten auch für den öffentlichen Raum. Hier sind die Kommunen verantwortlich und auch entsprechend versichert.  

Herumfliegende Gegenstände

Wird beispielsweise das eigene Auto durch herumfliegende Gegenstände wie Dachziegel, Äste oder Mülltonnen beschädigt, kommt es bei den Versicherungen oft auf das Kleingedruckte an. Hier muss im Zweifel jeder seinen Vertrag selbst prüfen. Besonders für Eigentümer gilt es bei der Wohngebäudeversicherung auf die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht zu achten. Sind darüber auch Grundstück und Nebengebäude wie zum Beispiel die Garage mitversichert, springen diese in der Regel ein, wenn Äste oder Mülltonnen herumfliegen und Schaden verursachen. Allerdings nur, wenn die Windstärke 8 erreicht wurde. Ansonsten nicht.

Auf die Windstärke kommt es an

Komplizierter wird es, wenn etwa eine Mülltonne gegen ein Auto geweht wird. Ab Windstärke 8 springt erstmal die Kaskoversicherung ein – im Hintergrund versuchen die dann aber, sich das Geld von der Versicherung des Hauseigentümers zurückzuholen.  

Wer muss aufräumen?

Wenn ein Sturm großes Chaos hinterlassen hat, lässt sich oft nur noch schwer feststellen, woher herumfliegender Müll oder Schutt tatsächlich gekommen ist. Wer dann für die Reinigung zuständig ist, lässt sich oft auch nicht rechtlich genau festlegen. Grundsätzlich ist auf dem eigenen Grundstück jeder selbst verantwortlich. Aber es kommt dabei auch auf den lokalen Service der Müllabfuhr an. Die sammelt teilweise den verwehten Müll und die Tonnen auf. In Frankfurt werden die Tonnen beispielsweise wieder auf das Grundstück gebracht – das ist in diesem Fall aber grundsätzlich so, ob Sturm oder nicht.

Grundsätzlich sollte bei einer offiziellen Sturmwarnung jeder selbst darauf achten, dass alles, was herumfliegen und Menschen verletzen kann, ausreichend gesichert ist. Das gilt für Mülltonnen genauso wie für Blumentöpfe.

Recherche von hr1-Reporter Lars Hofmann

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 18.10.2018, 9 Uhr

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