Der Virologe Martin Stürmer im Labor

Manche Infektionen mit Covid-19 verlaufen harmlos, andere Infektionen enden tödlich. Neben Risikofaktoren wie Alter oder Vorerkrankungen gibt es Hinweise, dass die Blutgruppe oder der Vitamin D-Haushalt Einfluss auf den Verlauf so einer Infektion hat. Wir haben beim Virologen Dr. Martin Stürmer nachgefragt.

hr1: "Stimmt es, dass sich Menschen mit Blutgruppe 0 weniger häufig mit dem Covid-19-Virus infizieren?"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Die Wahrscheinlichkeit sich zu infizieren hat nichts mit der Blutguppe zu tun"

Blutprobe
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Dr. Martin Stürmer: "Das stimmt so nicht. Menschen mit Blutgruppe 0 können sich genauso infizieren wie andere. Mit dem Infektionsrisiko hat die Blutgruppe nichts zu tun. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass Menschen mit Blutgruppe 0 einen weniger schweren Verlauf der Erkrankung aufweisen. Hingegen scheinen Menschen mit Blutgruppe A häufiger zu schweren Verläufen zu neigen als Patienten mit anderen Blutgruppen.

Trotzdem gilt unabhängig von der Blutgruppe: Die AHA- plus l-Regel (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske tragen plus Lüften) sollten grundsätzlich alle Menschen beherzigen."

hr1: "Kann ich mich mit Vitamin-D vor einer Infektion schützen?"

Dr. Martin Stürmer: "Zunächst einmal ist es in Deutschland so, dass viele Menschen unterversorgt mit Vitamin D sind, das durch die Sonne gebildet wird. Es stimmt, dass es hinsichtlich einer Infektion günstiger ist, wenn man einen guten Vitamin-D-Spiegel hat als einen schlechten. Man kann aber nicht mit einem hochdosierten Vitamin D-Schutz schwerkranke Patienten vor einem tödlichen Verlauf retten. Generell gilt: Wenn der Vitamin D-Spiegel stimmt, hat man Vorteile bei Infektionen.

Ich warne aber davor, jetzt in die Apotheken zu rennen und sich mit Vitamin-D-Tabletten einzudecken. Denn: Vitamin D kann man auch überdosieren und das kann dann richtig gefährlich werden. Also, bitte nehmen Sie Vitamin D-Präparate immer nur nach Rücksprache mit einem Arzt ein."

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"Eine Covid-19-Erkrankung ist keine Grippe"

Auch der Virologe Dr. Martin Stürmer erkrankte an Corona. Er infizierte sich bereits im Frühjahr 2020 beim Skifahren in Tirol - weder in Ischgl, noch beim Après-Ski. "Was zeigt, dass man sich auch ohne nennenswertes Risiko infizieren kann", berichtet der Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Frankfurt. Als er seinen positiven Befund erhielt, war es für ihn "initial ein gutes Gefühl zu wissen, dass man es bald hinter sich hat". In einem Interview mit seinem Kollegen Prof. Christoph Stephan schildert er präzise den Krankheitsverlauf.

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Sendung: hr1 am Vormittag, 14.1.2021, 9-12 Uhr

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