Eine Frau trinkt Kaffee

Wasser ist eines unserer wichtigsten (Über-)Lebensmittel. Daher sollten wir sorgsam mit dieser natürlichen Ressource umgehen. Wir haben verblüffende Fakten gesammelt und einfache, effektive Tipps zum Wassersparen zusammengestellt.

Wozu eigentlich Wasser sparen? Wo wir in Deutschland doch pro Person und Tag laut der letzten Erhebung des Bundesverbands für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) "nur" etwa 123 Liter Wasser beim Kochen, Waschen und Putzen verbrauchen. Seit 1990 haben wir unseren Wasserbedarf immerhin um rund zehn Prozent reduziert und so jede Menge Wasser eingespart.

Mit Belgien stehen wir europaweit an der Spitze der "Wassersparer" - im Gegensatz zu Großbritannien mit 150 Liter oder Schweden mit 180 Liter am Tag. Doch mit der Ressource aus dem Wasserhahn sparsam umzugehen, spart nicht nur Geld, sondern hat auch etwas mit Solidarität und Umweltbewusstsein zu tun.

Massive Folgen für regionale "Wasserspender" und die Natur

Denn Wassermangel ist nicht nur ein globales Problem, sondern auch ein regionales: Jährlich werden die Menschen im Rhein-Main-Gebiet mit kostbarem Trinkwasser aus dem Vogelsberg versorgt. Doch dort führt der "Wasserdurst" der Großstädter zu Wasserknappheit. Und wenn zu viel Grundwasser abgepumpt wird, sinkt der Grundwasserspiegel.

Das wirkt sich auf unser Ökosystem aus - und geht auf Kosten von Pflanzen und Tieren. Wer also wenig Wasser verbraucht, spart nicht nur Geld, er hilft der Region und schont die Natur. Und so einfach, ohne größere Hilfsmittel, können auch Sie Wasser sparen:

Wasser sparen im Haushalt: So einfach geht's!

Schon kleine Kinder lernen: Beim Zähneputzen Wasser abstellen oder einen Zahnputzbecher verwenden.

Obst und Gemüse in eine große Schüssel legen und abbrausen. Das aufgefangene Wasser zum Blumengießen verwenden. Ebenso beim Eierkochen das Wasser, so auf natürliche Weise mit Calcium angereichert, zum Blumengießen werden. Eierwasser einfach abkühlen lassen und mindestens einmal pro Woche den Blumen eine Calciumkur gönnen.

Wenn Sie Ihren Kaffee ohne Milch und Zucker trinken, haben Sie ein perfektes Lebenselixier für Ihre Pflanzen: Den Rest aus der Kaffeekanne oder -tasse abkühlen lassen und den Blumen ab und an einen kalten Kaffee verabreichen.

Kaffeeanbau benötigt viel Wasser

Und genießen Sie Ihren Kaffee. Denn ökologisch ist er eine kleine "Sünde": Immerhin "schluckt" eine Tasse Kaffee circa 140 bis 200 Liter virtuelles Wasser. So viel Flüssigkeit wird vom Anbau über die Ernte, das Reinigen, Veredeln und den Transport und Handel der Bohnen bis zur Zubereitung als Kaffee insgesamt verbraucht.

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Was ist "virtuelles Wasser"?

Das meiste Wasser, das wir täglich verbrauchen, können wir nicht sehen. Es entsteht z.B. bei der Produktion von Lebensmitteln und Kleidung. So enthält 1 Liter Milch rund 1000 Liter "virtuelles Wasser", 1 Glas Milch rund 250 Liter, ein Steak "schluckt" sogar 4000 Liter. Auch in unserer Kleidung steckt "virtuelles Wasser": Etwa 8000 Liter in einer Jeans, in einem T-Shirt ca. 2500 Liter.

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Lieber Leitungswasser trinken. Die Wasserqualität aus dem Hahn ist in den meisten Regionen besser als Wasser aus der Flasche. So sparen Sie Geld und Ressourcen. Übrigens: Leitungswasser ist das in Deutschland am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt. Dafür sorgt die Deutsche Trinkwasserverordnung.

Tropfende Wasserhähne austauschen. Diese können nämlich über das Jahr gerechnet sehr viel Wasser kosten: Ein Tropfen pro Sekunde ergibt rund 1 Liter ungenutztes Wasser nach 5 1/2 Stunden. Rein rechnerisch sind das rund 1.580 Liter in einem Jahr. Wesentlich teurer wird es, wenn auch noch warmes Wasser durch die Dichtungen tropft.

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So errechnen Sie Ihren Wasser-Fußabdruck

Aus Ihren Ernährungs- und Alltagsgewohnheiten können Sie hier Ihren persönlichen Water Footprint ausrechnen. Die Berechnungen basieren auf dem Wasserbedarf einzelner Produkte aus dem jeweiligen Land.

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Langlebige Kleidung tragen. Wenn Sie Ihren "Wasser-Fußabdruck" möglichst klein halten wollen, kaufen Sie Klamotten mit Öko-Label nicht im Monatstakt und verringern Sie Ihre Shopping-Frequenz. Gönnen sich lieber ein hochwertiges anstelle von fünf billigen T-Shirts, die nach einer Saison ihre Form verlieren. Das gleiche gilt für Jeans und andere Kleidungsstücke. Kleider-Tauschbörsen und Second-Hand-Läden sind ebenfalls eine gute Quelle, um gut erhaltene Klamotten wegzugeben oder zu erstehen.

Wasser sparen im Garten und auf dem Balkon

Regenwasser als Gießwasser sammeln - zum Beispiel mit einer Regentonne, Zisterne oder einer speziellen "Regenklappe" im Fallrohr der Dachrinne.

Pflanzen und Blumen abends gießen. Das ist die beste Tageszeit. Wässert man im Sommer morgens oder mittags seine Blumen und Pflanzen, verdunstet ein Großteil des Wasser und kommt erst gar nicht bei den Wurzeln an.

Weniger Rasen mähen. Ist der Rasen stets kurz geschnitten, "verbrennt" er schneller an heißen Tagen und wird gelb. Tägliches Wässern macht den Zustand nicht besser, sondern verschwendet nur unnötig Wasser. Beim nächsten Regen erholt sich ein Rasen erstaunlich schnell.

Wasser vom Pop-Up-Pool nutzen. Plantschbecken und aufblasbare Pools sind der Sommer-Renner 2020. Der heimische Wasserspaß kann bis zu einigen Tausend Litern "schlucken". Doch bevor Sie das Poolwasser erneuern, können Sie das "alte" für Ihren Garten einsetzen, auch wenn Ihr Poolwasser gechlort sein sollte. Denn Chlor baut sich in sieben bis zehn Tagen vollständig ab und kann dann zum Gießen verwendet werden.

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Sendung: hr1, hr1 "Koschwitz am Morgen", 28.7.2020, 5-9 Uhr

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