Auge, Facebook

Klar, Dunbar ist eine Stadt an der Südostküste Schottlands, doch damit hat die Dunbar-Zahl so rein gar nichts zu tun. Ihre Namensgebung geht vielmehr auf den britischen Psychologen Robin Dunbar zurück, der menschliche Netzwerke erforscht. Wir verraten, was die Dunbar-Zahl bedeutet.

Im Allgemeinen hat die Dunbar-Zahl einen Wert von 150. Diese Zahl begrenzt die sozialen Beziehungen, die eine einzelne Person zeitgleich mit anderen Personen unterhalten kann. Sie entspricht also in etwa der Größe einer Dorfgemeinschaft, einer Militär-Kompanie oder einem Nomadenvolk.

Anzahl an sozialen Beziehungen ist limitiert

Unter der Dunbar-Zahl versteht man also die "mentale Grenze" der Anzahl an Menschen, mit denen eine Einzelperson soziale Beziehungen unterhalten kann. Sie beschreibt die Anzahl der Personen, von denen jemand die Namen und die wesentlichen Beziehungen untereinander kennen kann. Individuell kann die Dunbar-Zahl zwischen 100 und 250 schwanken.

"Bei 150 stoßen wir an eine Kapazitätsgrenze "

Interessanterweise kann diese Ziffer auch auf Soziale Medien angewendet werden: Demnach können die meisten Facebook-Nutzer gar nicht mehr als 150 "echte" Freunde haben, da sie die anderen womöglich gar nicht richtig kennen.

"Bei 150 stoßen wir an eine Kapazitätsgrenze und können uns nicht mehr genau merken, wer die Leute sind, woher wir sie kennen, geschweige denn, was sie so alles tun, mögen und so weiter" erklärt Dunbar in seinem Buch "How Many Friends Does One Person Need?" – zu Deutsch: "Wie viele Freunde braucht der Mensch?".

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Infos zum Buch

Robin Dunbar: "How Many Friends Does One Person Need?: Dunbar's Number and Other Evolutionary Quirks"
Taschenbuch, 320 Seiten (bislang nur auf Englisch erhältlich!)
Verlag: Faber & Faber
ISBN: 978-0571253432
Preis: 14,18 Euro

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Der zweite wichtige Faktor ist laut Dunbar die Zeit: "Damit eine Freundschaft längere Zeit überdauert, müssen wir immer wieder Zeit miteinander verbringen, uns austauschen, erfahren, was bei dem anderen so los ist", so Dunbar weiter, der bereits seit 1992 menschliche Netzwerke erforscht.

Fünf intime, 15 enge und 50 gute Freunde

In dem Buch erläutert der Anthropologe ausführlich, warum jeder Mensch nicht mehr als 150 Freunde haben kann. Im Schnitt, so Dunbar, hätten die Menschen fünf intime Freunde, wozu auch die Familie gehöre, etwa 15 enge und 50 gute Freunde. Und wenn man alle dazu nehme, die man immer mal wieder treffe, dann läge die Summe in etwa bei 150.

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Die Gründe für die Begrenzung auf den engen Freundeskreis hängen mit unserem Alltag zusammen. Mehr lässt das Zeitmanagement zwischen Arbeit, Familie und Schlafen nicht zu. Außerdem kann unser Gehirn nur eine begrenzte Menge an tiefgründigen Informationen unserer Freunde verarbeiten. Wer mehr hat, läuft Gefahr Vertraulichkeiten zu vergessen oder zu verwechseln.

Mittlerweile hat Robin Dunbar die Zahl auf rund 180 Freunde leicht erhöht. Der Grund dafür ist die weitere Verbreitung sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter, Instagram oder WhatsApp.

Sendung: hr1, hr1 am Nachmittag, 12.2.2020, 15-19 Uhr

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