Autofahrer zeigt einen Vogel

Fiese Gesten und Schimpfwörter sind kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Hier eine Übersicht, welcher Wutakt Sie sogar den Führerschein kosten kann und was bislang noch straffrei ist.

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Aggressivität Straßenverkehr
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Im Straßenverkehr geht es immer agressiver zu. Abwertende Gesten und Schimpfwörter sind meist noch harmlos, können Sie aber teuer zu stehen kommen. Hier eine Übersicht, wenn Sie Ihr Agressionspotential nicht in den Griff kriegen oder sich im Recht fühlen, wenn Sie eine Schimpfsalve gegen andere Verkehrsteilnehmer abfeuern.

Wut am Steuer wird teuer

Ein wütender Verkehrsteilnehmer titulierte einen anderen als "Drecksvieh" und wurde anzeigt - 700 Euro Geldstrafe waren fällig. Wer Politessen mit "Schlampen, ihr elendigen!" beleidigt, sollte 1000 Euro einkalkulieren und das verbale Quartett aus "A...loch, Vollidiot, Depp, Hundskrüppel" kostete einen Autofahrer insgesamt 1200 Euro. Um das erhitzte Gemüt zu kühlen, hatte man sich in der Höhe des Bußgelds auch ein veritables Wellnesswochenende gönnen können.

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Wie wird das Bußgeld für Schimpfwörter und fiese Gesten berechnet?

Für fiese Gesten wie den Stinkefinger und verbaler Beleidigung gibt es keinen einheitlichen Strafkatalog: Das Bußgeld wird in Tagessätzen berechnet. Zur Orientierung: Ein Tagessatz ist der 30. Teil eines Monatsnettoeinkommens und je mehr der Verurteilte verdient, desto höher fällt das Bußgeld aus.

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Ein Autobesitzer, der einen Lkw-Fahrer mehrfach als "Hurensohn", "Bastard" und "Hurenbock" bezeichnet hatte, musste 1600 Euro berappen. Und wer einen Polizisten als "Clown" oder "Mädchen" beschimpft, mit "Verbrecher" oder "begnadeter Vollpfosten" tituliert, muss ebenfalls mit einer Anzeige rechnen.

Übrigens: Als Beleidigung gelten auch Sticker mit beleidigenden Formulierungen: So fiel ein Autoaufkleber auf, der mit "Fick dich, Zettelpuppe" beschriftet war. Eine Politesse legte dies als Verunglimpfung im Dienst aus und erstatte kurzerhand Anzeige gegen den Wagenhalter. Der hatte dann 600 Euro Bußgeld auf der Uhr.

Beim Schimpfduell wird aufgerechnet

Haben sich zwei Streithähne während ein und derselben Auseinandersetzung gegenseitig beschimpft, kann das Gericht die Ausfälligkeiten gegeneinander aufrechnen und beide freisprechen. Siehr § 199 des StGB.

Diese Beleidigungen haben laut ADAC 1000 Euro gekostet:

  • "A...loch", "Drecksau"
  • "Wichser", "Schei...wichser",
  • "Blöde Schlampe", "alte Schlampe"
  • "Schlampen, ihr elendigen!"
  • "Sie haben den totalen Knall"
  • Sie sind "blöd im Kopf"
  • "Verbrecherin", "blöde Kuh"
  • "Ar...loch" plus Stinkefinger zeigen
  • Stinkefinger plus Nötigung, in Form von Überholen und Ausbremsen. Zur Geldstrafe kam in diesem Fall noch ein vierwöchiges Fahrverbot hinzu.

Diese Schimpfwörter sind (noch) straffrei:

  • "Sie können mich mal …"
  • "Oberförster", "Wegelagerer" oder "Komischer Vogel" zu einem Polizisten
  • "Leck mich am Ar...!" (im schwäbischen Sprachgebrauch)
  • "Das ist doch Korinthenkackerei" (im Streit um Parkknöllchen)
  • "Parkplatzschwein" zum Falschparker

Sendung: hr1, hr1 Koschwitz am Morgen, 30.1.2020, 5 - 9 Uhr

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