Daunen
Gänsedaunen werden den Tieren unter qualvollen Umständen entrissen. Bild © picture-alliance/dpa

Um die Nachfrage nach warmen Daunenjacken und -decken zu stillen, werden Enten und Gänsen die kleinen, weichen Federn bei lebendigem Leib ausgerissen. Dabei gibt es Alternativen mit ebenso guten Wärmeeigenschaften.

Eine kuschelige Decke, ein weiches Kissen, eine warme Jacke: Daunen sind der perfekte Füllstoff. Doch ihre Gewinnung ist für die Tiere grausam und schmerzhaft. Enten und Gänse werden bei lebendigen Leibe gerupft. Und das bis zu viermal im Jahr. In Europa ist das zwar verboten, doch es gibt ein juristisches Schlupfloch. Die Tiere dürfen lebend gerupft werden, wenn sie sich in der sogenannten Mauser befinden.

Siegel und Zertifikate werden nicht kontrolliert

Außerdem kommt der Großteil der Daunen aus Ostasien. Etwa 70 Prozent der jährlich rund 10.000 Tonnen in Deutschland verarbeiteten Daunen stammen von dort. Die anderen 30 Prozent kommen aus Osteuropa. Überall dort gehört Lebendrupfen zum Standard. Es gibt zwar Siegel und Zertifikate, die versichern sollen, dass die Daunen nicht von lebenden Tieren stammen. Doch eine staatliche Kontrolle dieser Siegel fehlt.

Doch was können Verbraucher tun, um keine von lebenden Gänsen gerupften Daunen in ihren Bettdecken oder Winterjacken zu erwerben? Die Tierschutzorganisation Peta hat eine Liste von Alternativen zusammengestellt und bei welchen Herstellern diese erhältlich sind:

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Zwölf Alternativen zu Daunen

  • PrimaLoft: Eine spezielle Mikrofaser-Struktur hält die körpereigene Wärme. Ursprünglich für die US-Armee entwickelt und zu finden in Produkten von Marmot, Vaude, Patagonia, The North Face, Adidas.
  • Thermolite: Weit verbreitete synthetische Isolationsvariante für Outdoor- und Sportbekleidung. Zu finden in Produkten von Chiemsee, Burton, Esprit, H&M.
  • Kabok: Hierbei handelt es sich um eine Hohlfaser aus den Schalen des tropischen Kapokbaums - leicht, wärmedämmend, atmungsaktiv und klimaregulierend. Zu finden in Produkten von Allnatura, ThokkThokk und Flocus.
  • Climashield: Synthetikfaser-Stränge mit langer Wärmespeicherung, auch unter feuchten Bedingungen. Zu finden in Produkten von Arc’teryx, Eddie Bauer, Mountain Equippment, Direct Alpine.
  • DuPont Sorona: Eine biobasierte Faserisolierung - leicht, atmungsaktiv, warm, schnelltrocknend und robust. Zu finden in Produkten von Marc O’Polo, Street One, Wellensteyn.
  • Monark Fibre (Milkweed): Dieses Material isoliert ebenso gut wie Daunen. Die Fasern stammen von der Seidenpflanze aus Nordamerika. Zu finden in Produkten von Quartz Co.
  • Thermal R: Polyesterfaser mit hohem Kälteschutzgrad, extrem leicht und lange haltbar. Zu finden in Produkten von Marmot.
  • Plumtech: Hierbei handelt es sich um hochgradig atmungsaktive, synthetische Daunen aus recyceltem Polyester. Zu finden exklusiv bei Save The Duck
  • Thermore: Eine vegane Wärmeisolation für Bekleidung und Bettwaren. Zu finden in Produkten von Geox, Gerry Weber, Mango, Tommy Hilfiger
  • 3M Thinsulate: Die synthetischen Mikrofasern sind feiner als Daunenfedern, atmungsaktiv und wasserdampfundurchlässig. Zu finden in Produkten von Marmot, Normani, Spyder
  • Bambus (nicht Bambus-Viskose): Wird häufig in Verbindung mit Baumwolle zur Wärmedämmung eingesetzt. Zu finden in Bettwaren aus dem Fachhandel.
  • Maisfaser: Dieser nachwachsende Rohstoff wird unter dem Namen Ingeo prodiziert, ist atmungsaktiv, trocknet schnell und ist hypoallergen. Erhältlich bei Händlern von Naturbettwaren.
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Unsere Kollegen vom SWR haben einen Beitrag gefilmt, den wir Ihnen gerne empfehlen möchten.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 17.12.2018, 9 Uhr

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