Personen, die sich für Kontaktgesuche in der Zeitung interessieren, sollten einige Dinge beachten.

"Liebevolle Witwe sucht..." Kontaktanzeigen sind nicht nur online, sondern auch in Printmedien mit großen Risiken verbunden. Hinter vermeintlich persönlichen Anzeigen stehen oft Geschäftemacher, die zu horrenden Summen Partnervorschläge unterbreiten.

Susi, eine liebevolle Witwe gehobenen Alters, suche eine neue Bekanntschaft, liest Herrmann L. in einer lokalen Zeitung in Osthessen. Ihre Handynummer teilt sie praktischerweise offen mit. Da ruft er gleich mal an. Susi sei leider nicht zu sprechen, erfährt Herr L. von einer Frauenstimme. Kein Wunder. Susi heißt nämlich eigentlich Rolf. Und Rolf betreibt eine Partnervermittlung.

Achten Sie auf die Chiffre

Aber gerne kommt eine Vertreterin zu Herrn L. Die hat ihm ein "attraktives" Angebot zu machen. Acht Partnervorschläge für nicht einmal 4.000 Euro. Bei derartigen Anzeigen dürfen Sie stutzig werden", sagt Kai-Oliver Kruske, Referent bei der Verbraucherzentrale Hessen. Echte Kontaktgesuche enthalten in der Regel nur eine Chiffre. Privatpersonen veröffentlichen ihre Telefonnummer nicht ohne Not in der Zeitung.

Vorsicht vor Haustür-Verträgen

Auch ein unscheinbarer Zusatz wie "pv" kann ein Hinweis auf professionelle Partnervermittlung sein. "Wir raten generell zu besonderer Vorsicht bei Verträgen an der Haustür. Mit wirklich guten Angeboten muss ein Unternehmen nicht von Haus zu Haus ziehen", so Kruske weiter. Bei Verträgen, die außerhalb von Geschäften geschlossen werden, besteht zwar ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Aber das kann frühzeitig erlöschen, wenn der Verbraucher zugestimmt hat, dass die Leistung sofort erbracht werden soll.

"Niemals direkt zahlen"

Außerdem vorgeschrieben ist ein Hinweis, dass das Recht erlischt, wenn man die vereinbarte Leistung vollständig erhalten hat. "Sie sollten auch niemals direkt zahlen", rät Kruske. "Geld zurückzufordern ist immer schwierig." Bei der Vermittlung von Partnervorschlägen schwächt der Kunde seine rechtliche Lage mit der getätigten Zahlung sogar selbst. Denn aus einem solchen Vertrag dürfte das Unternehmen in der Regel gar nicht auf Zahlung klagen.

Auch im Internet bereiten Partnervermittlungen und Singlebörsen den Verbrauchern Probleme. Es tummeln sich betrügerische Anbieter mit Abofallen aber auch diverse große Unternehmen. Letztere verlangen nach einem fristgerechten Widerruf von den Verbrauchern häufig unberechtigt hohen Wertersatz. Verbraucher erfahren bei den Verbraucherzentralen oder spezialisierten Anwälten, ob sie Geld zurückfordern können.

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Verbraucherzentrale in Hessen gibt Tipps

Die Verbraucherzentrale Hessen bietet unabhängige, werbefreie und kostengünstige Beratung für Verbraucher in allen Lebenslagen, von A wie Altersvorsorge bis Z wie Zahnzusatzversicherung. Die Kompetenz basiert auf der Erfahrung von jährlich ca. 100.000 Kontakten mit Verbrauchern in Hessen.

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Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 4.4.2019, 10 Uhr

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