Thomas Koschwitz und Markus Gürne

Der Leiter der ARD-Börsenredaktion kam am Montagmorgen ins Studio. Er hatte Finanz-Tipps für die hr1-Hörer im Gepäck und berichtete auch aktuell über die Auswirkungen des Coronavirus an der Börse.

Markus Gürne ist ein echter Finanz- und Medienprofi. In seinem Videoblog "Wir müssen reden" erklär er locker und ungezwungen Begriffe und Zusammenhänge aus der Finanzwelt wie Kredit, Zinsen oder Inflation. Anschaulich und leicht verständlich aufbereitet in einem Café gegenüber der Frankfurter Börse.

"Einfach mal ein paar Wochen nicht ins Depot schauen"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Börsenexperte Markus Gürne zum aktuellen Aktienmarkt: "Eine Weile nicht ins Depot schauen"

Markus Gürne
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Auch in "Koschwitz am Morgen" diskutierte der Geldexperte die Auswirkungen des Coronavirus an der Börse. "Die Finanzmärkte und die Börse bleiben weiter unter Druck und die Kurse werden auch noch eine ganze zeitlang weiter sinken", konstatiert Gürne und ergänzt: "Wer jetzt keine guten Nerven hat, sollte einfach mal ein paar Wochen nicht ins Depot 'reinschauen. Denn die Kurse werden sich pausenlos verändern, aber letzten Endes ist es so, dass man als Anleger Zeit und Ruhe braucht." Auch Guerne hat Geld in Fonds und Aktien angelegt. "Fonds habe ich schon lange. Ich komme ja aus Schwaben, da wächst man mit dem Gendefekt 'Geld sparen" schon auf", verrät er, lacht und hat für die hr1-Hörer noch einen Tipp auf Lager.

"Wer gute Nerven hat, den sollte man nicht davon abhalten, in passive Fonds (sogenannte ETF) zu investieren. Allerdings solle man "auch hier auf Zeit und nicht auf Sicht fahren, rät der ARD-Börsenmann, der in diesem Fall einen "Sicht"-Zeitraum von mindestens zehn Jahren empfiehlt.

"Wir müssen in Europa viel mehr über die Dinge reden, die uns miteinander verbinden"

Markus Gürne ist ein Mann mit Weitblick und Weltsicht: Beim SWR baute er Anfang des Jahrtausends die Börsen-Berichterstattung auf, bevor er während des Golfkrieges als ARD-Sonderkorrespondent in den Irak ging. Wieder zurück, wurde Gürne Leiter der Tagesschau-Redaktion beim Hessischen Rundfunk. Es folgte eine Tätigkeit als ARD-Auslandskorrespondent für Südasien. "Wir müssen in Europa viel mehr über die Dinge reden, die uns miteinander verbinden, als über Dinge zu reden, die uns trennen", resümiert Gürne. "Im Nahen und Mittleren Osten haben wir Deutsche sehr viele guten Beziehung. Wir werden allerdings nur in politisch stabilen Systemen auch wieder Handel treiben können."

Kurz ein Blick zurück in Markus Gürnes bewegter Biografie: Nach seiner Zeit als Auslandskorrespondent betrat er 2012 wieder das Finanzparkett in Frankfurt. Der 49-Jährige wurde Leiter der ARD-Börsenredaktion und Moderator der TV-Sendung "boerse vor acht". Zudem moderiert er die hr-Ausgaben von "Plusminus" und seit 2016 auch das "Forum Wirtschaft" auf phoenix.

"Es macht immer Sinn, einen Vorrat zu haben"

Als Börsenexperte bewahrt er professionelle Ruhe in Anbetracht der Virus-Epedemie. Privat hat der Familienvater als "waschechter Schwabe" und aus seinen Erfahrungen als Auslandskorrespondent in Krisengebieten entsprechende Vorkehrungen getroffen: "Es macht immer Sinn, einen Vorrat zu haben. Wenn man ihn dann mal braucht, kann man sich etwas entspannter zurücklehnen und sagen 'hab ich schon alles'", erzählt Gürne in "Koschwitz am Morgen". Im Hause Gürne ist alles ist für rund zehn Tage vorrätig: "Ich habe immer Kerzen, immer genug Wasser, auch stilles Wasser zum Kochen, ich habe immer genug Milch und - ganz wichtig für mich - immer genug Schokolade." Zudem besitzt er aus seiner Jugendzeit noch einen Campingkocher und hat sich ein kleines Notstromaggregat zugelegt, "damit unsere Tiefkühltruhe bei einem Stromausfall weiterläuft".

Weitere Informationen

Der hr1-Fragebogen: Markus Gürne

  • Der beste Wachmacher für mein Hirn am Morgen ist… hr1.
  • Geld unterm Kopfkissen halte ich für… mäßig richtig.
  • Die beste Investition in meinem Leben war… die Kids.
  • Die Börse ist vergleichbar mit… der Gesellschaft, ist alles drin an Emotion.
  • Wenn ich an das Corona-Virus denke, bekomme ich… keine Angst, nur Aufmerksamkeit.
  • Mein Lieblingssprichwort in Sachen Geld ist… Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt doch sehr.
  • Wir zahlen noch mit Bargeld mindestens bis ins Jahr... 2050.
  • Am meisten liebe ich an Hessen… die Vielfalt.
Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr1 Koschwitz am Morgen, 2.3.2020, 5-9 Uhr

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