"Die Nebelkrähe" von Alexander Pechmann

"Die Nebelkrähe" beruht auf einer wahren Geschichte aus dem London des Jahres 1923. Der super recherchierte Roman ist eine wunderbare Lektüre auf nur 176 Seiten. Die aber haben es in sich!

Zitat
„Ein schmales Buch, das es aber in sich hat.“ Zitat von Nicole Abraham
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Information

Alexander Pechmann "Die Nebelkrähe"
Hardcover,176 Seiten
Verlag: Steidl
ISBN: 978-3-95829-583-4
Preis: 18,00 Euro

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Peter Vane kann nicht mehr schlafen. Eine unbekannte Stimme raunt ihm immer wieder ein einziges Wort zu. Je tiefer er diesem Phänomen auf den Grund geht, desto deutlicher wird, dass der Schlüssel dazu in seiner eigenen Vergangenheit verborgen liegt.

"Die Nebelkrähe" beruht auf einer wahren Geschichte, so fantastisch sie auch klingt. London 1923: Peter Vane ist Doktorand der Mathematik am Kings College und leidet immer noch an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Er hat in Frankreich im Ersten Weltkrieg gedient. Peter hört Stimmen und manchmal steht oder sitzt sein verletzter Kamerad Finley neben ihm, der gilt seit Kriegende als vermisst.

Peter will seinen Freund aber um jeden Preis aufspüren. Dabei soll ihm die berühmte Spiritistin Hester Dowden helfen, die behauptet Kontakt mit dem Jenseits aufnehmen zu können. Und aus dem Jenseits meldet sich der Schriftsteller Oscar Wilde.

Nach einem wahren Bericht

Die Spiritistin Hester Dowden hat es tatsächlich gegeben und sie hat einen Bericht verfasst, in dem sie über ihre Erfahrungen als Medium spricht. 1923 hat sie angeblich Kontakt zu Oscar Wilde gehabt und sie erwähnt einen Kriegsveteranen, Mr. V.. Er wird in diesem Buch in der Rolle des Peter Vane dargestellt.

Doch es gibt mehr zu entdecken - zum Beispiel spielt auch die Nichte von Oscar Wilde eine zentrale Rolle. Alexander Pechmann bedient sich am Bericht der Spritistin und zeichnet uns ein Bild des London der 1920er Jahre, in der die Wissenschaft verzweifelt den Weg suchte, dem Spirtismus beizukommen. Es wurde sogar eine Organisation zu dessen Erforschung gegründet.

Fazit: Tolle Recherchearbeit, verpackt in einem klassischen Detektivroman

Für mich aber war Oscar Wilde allgegenwärtig. 1923 - 23 Jahre nach seinem Tod - ist jede Schmach vergessen, er wird wieder gehypt und windige Schurken versuchen Geld daraus zu schlagen. "Die Nebelkrähe" ist tolle Recherchearbeit, verpackt in einem klassischen Detektivroman. Einfach wunderbar!

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 03.04.2019, 10 Uhr

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