Buchcover: Der Sommer meiner Mutter
"Der Sommer meiner Mutter" Bild © C.H. Beck

Eine Spießer- und eine Kommunisten-Familie freunden sich an und lösen damit eine Katastrophe aus. Eine dramatische Zeitreise und eine starke Story über die Moralvorstellungen vor 50 Jahren.

Zitat
„Eine nostalgisch-dramatische Zeitreise.“ Zitat von Stefan Sprang
Zitat Ende
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Information

Ulrich Woelk: "Der Sommer meiner Mutter"
Roman, 189 Seiten
Verlag: C.H. Beck
ISBN: 3-406-73449-6
Preis: 19,95 Euro

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Ulrich Woelks Roman "Der Sommer meiner Mutter" spielt 1969 in Köln. Da lebt Tobias, elf Jahre alt, nahe am Rhein in einem Häuschen. Die Eltern sind recht bieder und bürgerlich. So weit, so ungewöhnlich. Doch Woelks Erzählung startet mit einem Knaller: "Ein paar Wochen nach der ersten bemannten Mondlandung, nahm sich meine Mutter das Leben", heißt es da.

Doch der Reihe nach: Neben Tobias‘ Familie ziehen neue Nachbarn ein. Die Eltern sind Intellektuelle und Kommunisten. Tochter Rosa, dreizehn, ist eine sehr selbstbewusste junge Dame, die hört The Doors. Kurzum, es treffen zwei sehr unterschiedliche Lebenswelten aufeinander. Aber man freundet sich über den Gartenzaun hin an.

Gesellschaftskonflikt im Privaten

Das mag zwar konstruiert klingen, ist es aber nicht. Denn so das in den Zeiten der 68er-Bewegung. Und der Autor macht das klasse, bricht den Konflikt ganz unangestrengt runter aufs Private. Er erzählt, wie Tobias‘ Mutter entdeckt, dass sie mehr sein könnte als nur ein Heimchen am Herd.

Sohn Tobias entdeckt parallel das andere Geschlecht: Er sitzt auf der Kirmes mit Rosa im Karussell in der Apollo-Kapsel. Eine wunderschöne Szene - und es wird erotisch! Aber auch bei der Mutter tut sich was in der Richtung. Und das führt in die Katastrophe.

Mit viel Witz erzählt

Ulrich Woelk ist ein enorm vielseitiger Schriftsteller und die nostalgisch-dramatische Zeitreise in "Der Sommer meiner Mutter" ist absolut fesselnd. Mit dieser Geschichte erleben zu können, was damals wegen der Moralvorstellungen noch ein Skandal war... Wie gut, das wir da heute so viel freier sind. Genau davon erzählt Woelk. Und zwar mit viel Witz. Denn wir erleben die Perspektive eines noch etwas naiven Jungen. Für mich schon jetzt ein Literatur-Glanzlicht 2019.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 23.01.2019, 10 Uhr

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