„Endlos leben“ von Frédéric Beigbeder
"Endlos leben" von Frédéric Beigbeder Bild © Piper

Mit seinen Büchern macht der ehemalige Werbefachmann immer wieder Schlagzeilen. Genauso wie mit seinem exzessiven Lebensstil. "Endlos leben" heißt sein neues Werk. Eine Art Reportage-Roman.

Zitat
„Man lernt viel über den Forschungsstand bei der Lebensverlängerung.“ Zitat von Stefan Sprang
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Frédéric Beigbeder: "Endlos leben"
Roman, 384 Seiten
Verlag: Piper
ISBN: 3-492-05923-7
Preis: 22 Euro

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In "Endlos Leben" geht um den Traum vom ewigen Leben. Beigebeder ist durch die Welt gereist und hat mit vielen Wissenschaftlern gesprochen, ob aus dem Traum mal Wirklichkeit werden könnte. Verpackt hat er diese Interviews in einem Rahmen in dem manches dann doch sehr unterhaltsam erfunden ist.

So sagt die Tochter des Autors eines Tages den Satz der Sätze: "Papa, ich möchte nicht, dass du stirbst." Aber Papas Jugend ist schon verblüht, er muss nachts öfter raus. Die Ausschweifungen der früheren Jahre gehen auch nicht mehr so. Also fängt Beigbeder an, sich mit dem Tod zu beschäftigen und sagt: "Sterben ist keine Option." Und er reist mit seiner Tochter los.

Die letzte heroische Tat des westlichen Individuum

Erste Station ist die Uni Genf und der Genexperte Professor Antonakis, eine echte Koryphäe. Der sagt. Wir müssen uns mit dem Tod abfinden. Wir können eine neue Leber erschaffen, einen neuen Darm, sogar ein neues Herz. Aber was nicht geht: Gehirnzellen erneuern. Antonakis berichtet noch dazu aus seinem Alltag mit sehr alten Menschen - und sie alle sagen offenbar: Ist okay, wenn es zu Ende geht. Ich bin müde.

Sehr lustig wird es, als der Autor eine Kur in einer Luxus-Detox-Klinik in Österreich bucht. Da hat sich schon Keith Richards auf Vordermann bringen lassen. Wie schreibt Beigbeder angesichts des schmalen Ernährungsplans: "Ich war stolz darauf, mit fünfzig ein freiwilliges Opfer von Unterernährung zu sein. Die ist die letzte heroische Tat, die dem westlichen Individuum bleibt."

Und genau wegen solcher Schilderungen, ist "Endlos leben" klasse. Man lernt viel über den Forschungsstand bei der Lebensverlängerung. Man beginnt selber, über Leben und Tod nachzudenken. Und der Autor macht so ein bisschen seinen Frieden mit der Sterblichkeit. Er sieht seine Kinder und merkt: Hey, das ist der Sinn des Daseins, das ist das Glück.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 10.10.2018, 10 Uhr

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