Buchtipp Geir Gulliksen

Bei der Frankfurter Buchmesse im Herbst ist Norwegen Gast. Und das kleine Land bringt nicht nur erfolgreiche Musiker hervor – siehe "a-ha" oder Marit Larsen. Es gibt auch eine tolle, literarische Szene. Und zu der gehört Gulliksen sehr erfolgreich dazu.

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„Der Roman entwickelt einen enormen Sog, auch wenn man weiß: Hier gibt es kein gutes Ende.“ Zitat von Stefan Sprang
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Geir Gulliksen: "Geschichte einer Ehe"
Aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein
Roman, 224 Seiten
Verlag: Luchterhand
ISBN: 3-630-87605-4
Preis: 22 Euro

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Diese im Buch beschriebene Ehe ist in dem Moment gescheitert, in dem wir das Buch aufgeschlagen. Wir blicken also mit dem Erzähler zurück.

Jon ist Journalist und Autor, ein moderner Mann: Er ist mit im Haushalt dabei und kümmert sich um die Kinder, damit seine Frau Timmy Karriere machen kann. Sie ist Ärztin bei den Gesundheitsbehörden.

Ehefrau findet anderen Mann

Das Problem: Timmy hat einen anderen Mann für sich entdeckt. Und das passiert, obwohl eine ganz große Liebe in diese Ehe geführt hat, die auf den ersten Blick sehr perfekt wirkt. Jon beschreibt sie als "ein langes Gespräch, das 20 Jahre angehalten hat."

Großer Schmerz und viele kleine Verletzungen

Alles in allem ist der Roman eine Geschichte mit vielen Fragezeichen. Doch Gulliksen liefert keine Ratgeber-Antworten, er lässt viel vom Rätsel des Scheiterns. Als Leser kann jeder seine eigene Erfahrung mit einbringen. Zumal für die Fragen: Was ist Liebe eigentlich? Und was zerstört ihren Zauber?

Der Stil ist sehr nordisch, sehr klar. Durch Jons Gedanken, aber auch durch den Sound entwickelt der Roman Gier. Hier bleibt nur großer Schmerz und die Erinnerung an viele kleine Verletzungen.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 17.04.2019, 11 Uhr

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