Buchtipp "Der wilde Detektiv"
Buchtipp "Der wilde Detektiv", von Jonathan Lethem Bild © Tropen Verlag

In diesem lesenswerten Roman verschmelzen ein Vermisstenfall und eine Liebesgeschichte am Rande der kalifornischen Wüste zu einem schrillen Abenteuer. Der US-amerikanische Autor ist bekannt für "Motherless Brooklyn" und "Die Festung der Einsamkeit".

Zitat
„Der Roman ist eine Reise ins Herz der amerikanischen Finsternis: surreal und düster.“ Zitat von Stefan Sprang
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Jonathan Lethem: "Der wilde Detektiv"
Gebunden mit Schutzumschlag, 335 Seiten
Verlag: Tropen Verlag
ISBN: 978-3-608-50385-2
Preis: 22 Euro

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Eine echt schräge Story erwartet Sie: Als die arbeitslose Phoebe Siegler erfährt, dass die Tochter ihrer besten Freundin vermisst wird, bricht sie von Brooklyn aus auf, um in der kalifornischen Provinz nach dem Teenager zu suchen. Im dunklen Herzen der Wüste trifft sie auf Aussteiger, die jenseits von Recht und Gesetz in Stammesgruppen leben. Der Einzige, der ihr Zugang zu diesen ehemaligen Hippie- Kommunen verschaffen kann, ist Charles Heist – genannt der "wilde Detektiv".

Dabei steht die Parallelwelt der beiden Stammesgruppen für das gespaltene Amerika dieser Tage. Dies ist als politisches Gleichnis gedacht. Zudem gibt es einen spannenden Showdown auf einem Riesenrad in der Wüste und eine Liebesgeschichte - also alles wichtige Zutaten für eine anständige Detektivstory. Geschrieben ist alles höchst gelungen, sehr atmosphärisch, sehr dicht. Der Roman ist eine Reise ins Herz der amerikanischen Finsternis: surreal und düster.

Keine klassische Detektivgeschichte

Phoebe, eine reichlich schnoddrige Lady, ist die Erzählerin. Sie hat gerade ihren Job als Journalistin geschmissen, weil sie den Amtsantritt von Donald Trump nicht verkraftet und gar nicht damit klar kommt, was in ihrer Heimat passiert. Ganz getreu dem Motto: "Normale Amerikaner sind vielleicht das Entsetzlichste, was es gibt". Phoebe will ihrer Freundin helfen, deren Teenager-Tochter wieder zu finden. Und da kommt der Detektiv ins Spiel.

"Kaninchen" gegen "Bären"

Es ist keine klassische Detektivgeschichte, denn wir geraten mit Phoebe und dem Detektiv schnell in eine bizarre Welt. Da leben in der Wüste und auf den Bergen die Nachfahren von Aussteigern. Diese haben sich gespalten in "Kaninchen" und "Bären". Erstere sind Leute mit noch sehr zivilisierten Werten. Letztere sind vor allem machohafte Männer; Bikertypen mit Riten wie Neandertaler. Beide Stämme sind sich spinnefeind - und unsere Helden geraten genau zwischen die Fronten.

Vermisstenfall in der kalifornischen Wüste

Charles Heist ist dabei gar nicht so wild wie sein Name vermuten lässt. Der "wilde Detektiv" ist ein eher stiller Clint Eastwood-Typ, Markenzeichen rote Lederjacke und fette Koteletten. In der Schreibtischschublade pflegt er ein Opossum, das an einer Harnwegsinfektion leidet. Sein Spezialgebiet: Verschwundene Leute aufspüren. Und zwar am Rande der kalifornischen Wüste.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 20.02.2019, 10 Uhr

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