Karl Wolfgang Flender "Helden der Nacht"
Karl Wolfgang Flender "Helden der Nacht" Bild © DuMont Verlag

Eine raffinierte Krimiparodie mit Anspielungen auf Detektiv-Klassiker wie von Raymond Chandler. Aber auch moderne Thriller oder der gute alte ARD-Tatort geraten ins Fadenkreuz für sehr lustige Seitenhiebe.

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„Es gibt reichlich Spannung. Auch, weil zwei Ermittler erst mal unabhängig von einander am gleichen Fall dran sind.“ Zitat von Stefan Sprang
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Karl Wolfgang Flender "Helden der Nacht"
Roman, 400 Seiten
DuMont Verlag
ISBN: 3-8321-9860-2
22,00 Euro

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Der noch wenig bekannte Autor Flender hat eine Krimiparodie geschrieben. Darin gibt es zig Anspielungen auf Detektiv-Klassiker wie von Raymond Chandler. Aber auch moderne Thriller oder der gute alte ARD-Tatort geraten ins Fadenkreuz für sehr lustige Seitenhiebe. Da entlarvt der Autor dann schön ironisch die immer wieder kehrenden Mechanismen und Genre-Klischees.

Es gibt reichlich Spannung. Auch, weil zwei Ermittler erst mal unabhängig von einander am gleichen Fall dran sind. Da ist Student Bryan. Der will die Detektei seines Papas am Laufen halten. Bryan wäre auch gerne so ein „Held der Nacht“, ein supercooler Schnüffler. Aber er stellt fest: Detektivroutine mit ewigen Beschattungen ist ätzend. Und wir haben Kommissarin Colleen: Toughe Frau, aber vom Job genervt bis zum Geht-Nicht-Mehr. Und irgendwann führt der Fall sie zusammen.

Was für ein Fall ist das denn?

 Es geht zunächst um eine tote Stripperin mit abgeschnittenem Finger. Aber es gibt auch noch mehr Leichen und abgeschnittene Finger. Zu tun hat das alles mit einem Internet-Konzern. Der hat eine App rausgebracht. "SideStep" heißt die und wird gerne genutzt von Männern, die fremd gehen wollen. Was dann manchmal tödlich endet, weil es Menschen gibt, die mit Gewalt gegen die Unmoral zu Felde ziehen.

Wie funktionieren die Anspielungen?

Die Szene kennen wir alle: Die Bösen haben einen Guten überwältigt, der guckt schon in die Pistolenmündung. Aber statt einfach abzudrücken, erzählen die Bösen erst mal ihre halbe Lebensgeschichte. Und in genauso eine Situation gerät Bryan. Sehr sehr lustig wie er sich sagt: Das ist wie im Film, das ist meine Chance!

Der Fall rund um diesen Internet-Konzern, diese skrupellose Datensammelkrake, der ist gut ausgedacht und aktuell. Ich mache es kurz, ich gebe fünf von fünf Blaulichtern!

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 31.10.2018, 10 Uhr

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