Der Gedankenleser
Bild © Kiepenheuer & Witsch

Mit unserem Buchtipp erinnert Stefan Sprang heute an den  Schriftsteller Peter Härtling, der vor einem Jahr gestorben ist. Denn nun ist sein letzter Roman "Der Gedankenspieler" postum erschienen.

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„Ein schöner, mit Herz und Seele berührender Roman über das Alter, Krankheit und den nahenden Tod.“ Zitat von Stefan Sprang
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Peter Härtling: "Der Gedankenspieler"
Roman, 228 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3-462-05177-3
Preis: 20 Euro

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Der Gedankenspieler heißt Johannes Wenger, war einst ein bedeutender Architekt und ist als Fachmann immer noch gefragt. Er ist 80 Jahre alt, doch nach einem Sturz braucht er Pflege und einen Rollstuhl. Andere Krankheiten des Alters kommen dazu. Und damit ist Wenger in vielen Zügen das Alter Ego des Autors Härtlings, der ja auch sehr krank war.

Charakterlich ist die Figur aber das Gegenteil des Autors: Wenger ist ein knurriger Kerl, ein "Einsamkeitsverkoster", wie er sich nennt. Aber er hat einen besten Freund, seinen viel jüngeren Hausarzt plus dessen neue Frau mit Töchterchen. Die kümmern sich um Wenger, schubsen ihn  immer wieder ins Leben. Das nimmt er auch an, oft mit viel Selbstironie. Und diese Mischung: Sich auf die Möglichkeiten, die man noch hat, einlassen und den Humor nicht verlieren, das ist das Rezept.

Ein Roman mit Herz und Seele

Peter Härtling erzählt diese Geschichte unspektakulär aber dafür umso berührender. Wir sind Augenzeugen seines Alltags, ein Urlaub in Travemünde ist dabei. Und wie der Titel sagt: Wir erleben Wengers Gedankenwelt, wie er sich erinnert, wie er um seine Würde ringt. Ein schöner, mit Herz und Seele berührender Roman über das Alter, Krankheit und den nahenden Tod, mit dem ich auch für das Lebenswerk des großartigen Menschen und Künstlers Peter Härtling werben möchte.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 11. Juni 2018, 10 Uhr

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