Das Licht von TC Boyle
T.C. Boyle: "Das Licht" Bild © Hanser Verlag

Endlich wird der aufstrebende wissenschaftliche Assistent Fitz auf eine der LSD-Partys seines Professors Leary in Harvard eingeladen. Er erhofft sich davon einen wichtigen Karriereschritt, merkt aber bald, dass Learys Ziele weniger medizinischer Natur sind.

Zitat
„Der Roman ist gut, aber ich fand ihn nicht herausragend.“ Zitat von Stefan Sprang
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T.C. Boyle: "Das Licht"
Roman, 384 Seiten
Hanser Verlag
ISBN: 3-446-26164-8
Preis: 25 Euro

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Frisch in unseren Buchläden ist ein Bestseller aus den USA von Kulturautor T.C. Boyle: "Das Licht". Es ist das Licht der überirdischen Erkenntnis, also das Licht, das man zu sehen erhofft, wenn man auf Gott schaut. Es ist aber auch das Licht, das einem verdammt in den Augen brennt, wenn man den LSD-Trip von gestern noch nicht ganz verdaut hat.

Es geht also um Drogen in dem neuen Roman von T.C. Boyle: Drogen, Aussteiger, historische Persönlichkeiten, das sind so die Stoffe, die Boyle immer wieder beackert. Und hier kommt alles zusammen. Es geht um eine Gruppe von Menschen, die der legendäre LSD-Papst und Uni-Professor Timothy Leary um sich geschart hat. Zentraler Schauplatz des Romans ist dann zum Beispiel auch ein geheimnisumwittertes Haus in Millbrook im Staat New York. Da hat die Kommune ab 1963 ein paar Jahre gelebt.

Freie Liebe und LSD-Trips

Es war ja nie richtig klar, was Leary und seine Jünger so getrieben haben in der Villa. Und das malt uns Leary jetzt aus anhand des Roman-Protagonisten Fitz. Das ist ein junger Psychologie-Doktorand, der mit Frau und Sohn in der Kommune lebt. Wir erleben seinen Alltag, wir erleben, wie die Kommune von den örtlichen Sheriffs schikaniert wird. Und klar, wir erleben auch die LSD-Trips.

Fitz ist fasziniert von den Trips und Learys Villa. Auch ihn reizt die freie Liebe, die mit zum Programm gehört. Aber bald wird klar: Mit der Befreiung von den bürgerlichen Konventionen ist das nicht ganz so einfach. Fitz Frau Joanie stellt zum Beispiel fest: Auch in der Kommune sind Frauen vor allem Köchinnen und Putzfrauen. Die Illusionen und Träume zerbrechen bald, da hilft auch der nächste LSD-Trip nicht.

Fazit

Boyle beschreibt das alles bestens. Er liefert gute atmosphärische Szenen. Er ist nah an der Gruppendynamik, nah an Figuren und deren innerer Entwicklung. Der Roman ist gut, aber ich fand ihn nicht herausragend. Denn das zieht sich doch manchmal. Vielleicht hätten achtzig, neunzig, hundert Seiten weniger für mehr Leserausch gesorgt.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 06.02.2019, 10 Uhr

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