Eine Frau trainiert mit Mundschutz

Viele Sportler wird es freuen, endlich wieder in die Muckibude zu dürfen. Doch auch im Fitness-Studio gelten die coronabedingten Hygieneregeln. Kritiker sehen deren Einhaltung jedoch skeptisch. Bilder aus Köln bestärken sie darin.

Hanteltraining, Bankdrücken, Laufband - die Möglichkeiten, sich im Fitness-Studio auszupowern, sind vielseitig. Doch die Art des Trainierens in den mit Geräten vollgestopften Räumen ist in Zeiten von Corona alles andere als risikofrei.

Mehr Aerosole durch sportliche Anstrengung

Bei extremer sportlicher Anstrengung atmet der Mensch deutlich mehr Aerosole aus. Dieser besonders feine und virushaltige Nebel bleibt lange in der Luft stehen und sorgt nach neuesten Erkenntnissen für Ansteckungen mit Covid-19, so Virologe Christian Drosten.

Verband hat Handlungshilfen veröffentlicht

Für die hessischen Fitness-Studios gelten dieselben Hygieneregeln wie für den Freizeitsport. Das heißt: Mindestabstand einhalten, kontaktlos trainieren, Duschen und Umkleiden müssen geschlossen bleiben. Der Deutsche Fitness & Aerobic Verband (DFAV) hat seinen Mitgliedern dazu entsprechende Handlungshilfen gegeben. Die konkrete Umsetzung obliegt allerdings dem jeweiligen Betreiber.

Die detaillierten Handlungshilfen des DFAV zu den Fitness-Studios finden Sie hier.

Die beiden großen Studiobetreiber, Fitness First und McFit, haben auf ihren Webseiten Regeln veröffentlicht, die sich zum Teil gleichen, zum Teil aber auch voneinander abweichen:

Weitere Informationen

Diese Regeln gelten in beiden Einrichtungen

  • Einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Meter einhalten.
  • Nur gesund zum Training erscheinen.
  • In Trainingskleidung erscheinen: Duschen und Umkleiden sind geschlossen.
  • Ein eigenes Handtuch als Unterlage mitbringen.
  • Das Tragen einer Maske während des Trainings ist freiwillig. Wird aber bei McFit empfohlen.
  • Desinfektionsmittel für Hände und Geräte stehen ausreichend zur Verfügung.
Ende der weiteren Informationen

Unterschiedliche Auslegungen

Während Fitness First ab dem 18. Mai auch wieder Kurse anbieten will, verzichtet McFit darauf. Was die Einhaltung der Mindestabstände betrifft, will das eine Unternehmen Geräte teilweise sperren. Beim anderen heißt es nur: "Es ist dafür gesorgt, dass Mindestabstände gewährleistet werden." Fitness First bittet seine Mitglieder zudem, "vorerst auf sehr schweißtreibendes und hochintensives Training" zu verzichten und weist darauf hin, dass die Zahl der gleichzeitig trainierenden Personen durch die Landesregierung begrenzt ist. Mitglieder sollen vorab einen Termin für das Training buchen.

Ansturm und Kritik in Köln

Ob sich alle Sportler und Betreiber an die Regeln halten oder ob wir in Hessen auch Szenen beobachten können wie am 11. Mai in Köln, bleibt abzuwarten. Dort hatte die Öffnung einer McFit-Filiale nachts um 0:01 Uhr einen großen Ansturm verursacht. Eine Kölner HNO-Ärztin kritisierte daraufhin öffentlich das Verhalten der Betreiber, die zur Wiedereröffnung auch noch eine Reise nach Los Angeles verlosten. Ihrer Meinung nach sei es in einer Muckibude nahezu unmöglich, Mindestabstände einzuhalten. Am Eröffnungstag gab es diesbezüglich aber keine Beanstandungen, wie eine angemeldete Kontrolle des Ordnungsamtes ergab.

Sendung: hr1 am Vormittag, 18.5.2020, 9-12 Uhr

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