Mund-Nase-Maske mit Aufschrift: Ohne uns ist Stille

Keine Events, keine Einnahmen: Unter dem Motto "Ohne uns ist Stille" und "Mit Abstand geht es nicht" macht der Veranstaltungssektor auf seine prekäre Lage durch Corona aufmerksam. In hr1 appellieren Henni Nachtsheim und Batschkapp-Chef Ralf Scheffler an die Politik, ihre Branche nicht zu vergessen.

Anfang Juni kamen in Dresden mehrere hundert Betroffene der Veranstaltungsbranche zusammen, um unter dem Titel "Ohne uns ist Stille" auf ihre Notsituation hinzuweisen. Seit dem Beschluss der Bundesregierung, Großveranstaltungen bis Ende Oktober zu verbieten, ist klar - das Schlimmste steht ihnen noch bevor.

"Nicht so wichtig wie die Lufthansa"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Comedian Henni Nachtsheim: "Bitte vergesst uns nicht"

Comedian Henni Nachtsheim
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"Ich habe das Gefühl, dass unsere Branche das letzte Glied in der Kette ist", sagt Henni Nachtsheim von Badesalz in Bezug auf die Unterstützung durch die Politik bei hr1-Koschwitz am Morgen. Von den Finanzhilfen für Betriebsausgaben von Kleinunternehmen würden Künstler nichts sehen, weil deren Betriebsausgaben dafür zu niedrig seien, weiß Nachtsheim. Das habe zu großem Verdruss geführt. Und fügt hinzu: "Bitte vergesst uns nicht beim Erstellen von Hilfspaketen, nur weil wir nicht so wichtig wie die Lufthansa sind."

Viele Jobs hängen an der Unterhaltungsbranche

Eins ist klar: Die gesamte Unterhaltungsbranche gehört schon jetzt zu den großen Verlierern der Coronakrise. Denn es betrifft nicht nur die Künstler selbst. Veranstalter, Bühnenbauer, Licht- und Tontechniker, Eventagenturen, Event-Catering-Firmen, Betreiber von Locations und viele andere haben keine Jobs.

Die Veranstaltungsfirma, mit der Badesalz zusammenarbeitet, hat alle Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. In Frankfurts traditionsreicher Konzerthalle Batschkapp sieht es nicht anders aus. Auch hier sind die Angestellten in Kurzarbeit. Die freiberuflichen Ton- und Lichttechniker sind ohne Job und Einnahmen. Kleine Konzerte mit maximal einhundert Gästen unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygieneregeln würden nicht funktionieren, so Batschkapp-Leiter Ralf Scheffler. Weder ökonomisch, noch emotional. "Konzerte sind ein Gemeinschaftserlebnis", sagt der Veranstalter.

Protest in Frankfurt: fünf vor zwölf und "Night of the light"

Für Montag, den 22. Juni, sind daher weitere Proteste geplant. Vor der Jahrhunderthalle in Frankfurt machen die Kulturschaffenden um 11:55 Uhr - fünf vor zwölf - mit einer Kundgebung auf ihre katastrophale wirtschaftliche Situation aufmerksam. Ihr Motto: Mit Abstand geht es nicht. Angekündigt haben sich unter anderem Urban Priol, die Ehrlich Brothers, Badesalz, Andreas Scholl, Marc Marschall und andere.

In der Nacht auf Dienstag gibt es dann die "Night of the light - Die Veranstaltungsbranche sieht rot". Alle Unternehmen aus der Veranstaltungswirtschaft sowie Event-Locations in ganz Deutschland strahlen in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni ihre Gebäude rot an. Botschaft: Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht! Eine ganze Branche sei damit vom Aussterben bedroht.

"Das war's dann"

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ralf Scheffler: "Die Batschkapp ist im Wachkoma"

Batschkapp-Chef Ralf Scheffler
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Natürlich ist auch die Batschkapp bei dieser Aktion dabei. "Wir fordern eine vernünftige Diskussion mit den Verantwortlichen, um auszuloten, was machbar ist", erklärt Ralf Scheffler bei Thomas Koschwitz. Seit dem 10. März sind alle großen Veranstaltungen aufgrund der COVID-19 Krise untersagt.

"Wenn das noch ein halbes Jahr so weiter geht, wird es in Frankfurt keine Clublandschaft mehr geben. Das war's dann. Und das wird überall im Land so sein", malt der Batschkapp-Chef ein düsteres Bild. "Und zu glauben, eine Gesellschaft könnte ohne diese Art von Vergnügen funktionieren - das bezweifle ich sehr stark."

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Sendung: hr1-Koschwitz am Morgen, 19.6.2020, 5-9 Uhr

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