Darknet

Im Darknet blüht der Handel mit verbotenen Substanzen, illegalen Waffen und jeder Menge Blüten. Daher wird das Darknet auch als die dunkle Seite des Internets bezeichnet. Wir erklären, was es mit dem unsichtbaren Netzwerk auf sich hat.

Das Darknet ist ein Netzwerk wie das Internet, auf das jedoch nur über bestimmte Kommunikationsprotokolle zugegriffen werden kann. Diese Protokolle bieten eine größere Anonymität als das Internet.

Ohne entsprechende Software oder eine bestimmte Browser-Konfiguration kommen gewöhnliche Internetnutzer, die mit Standard-Browsern wie Chrome, Firefox oder dem Explorer im Internet unterwegs sind, erst gar nicht ins Darknet. Deshalb wird es auch als Teil des "Invisible Web", also "unsichtbares Netz", bezeichnet.

Tor-Browser und spezielle Suchmaschinen

Um Seiten im Darknet aufzurufen, benötigen Nutzer eine besondere Software, die ihnen Zugang zum sogenannten "Tor-Netzwerk" bietet, in dem das Darknet läuft. Dafür verwenden die meisten den Tor-Browser.

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Infos zum Tor-Browser

In die geheime Welt des Darknets geht es durch den Tor-Browser: Tor steht für "The Onion Router", also "Der Zwiebel-Router". Das Wort "Zwiebel" weist auf die Schichten hin, die die Daten durchdringen müssen: Anders als beim gewöhnlichen Surfen verbindet sich der PC nicht direkt mit dem Server, auf dem die Website liegt. Stattdessen sind eine ganze Reihe von Servern in die Verbindung involviert, um größtmögliche Anonymität herzustellen.

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Während Kommunikation im normalen, "offenen" Internet zurückverfolgbar ist, sorgen Anwendungen wie der Tor-Browser dafür, dass man im Darknet anonym bleibt. Der Datenverkehr wird verschlüsselt und über mehrere Rechner umgeleitet. Um eine Seite im Darknet zu finden, müssen spezielle Suchmaschinen wie Grams oder Torch verwendet werden, da Google und Co. hier nicht funktionieren.

Um die Seiten des Darknets aufrufen zu können, muss also Folgendes beachtet werden:

  • es ist eine spezielle Verschlüsselung wie das Tor-Netzwerk notwendig, die die Anonymität beim Surfen sicherstellt.
  • Zugangsschlüssel zum Darknet ist eine bestimmte Software und die passende Browser-Einstellung.
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Fakten rund ums Darknet

  • Etwa 37,5 Prozent der Inhalte im Darknet sind illegal
  • Im Schnitt sind etwa 1,2 Millionen User täglich im Darknet unterwegs
  • Die Mehrheit der Nutzer stammt aus den USA, Russland und Deutschland
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Anonyme Identitäten machen es Kriminellen leicht

Das Darknet enthält Online-Marktplätze und Handelsplattformen, ähnlich wie eBay, jedoch mit anonymer Kommunikation, wodurch diese Marktplätze auch weniger zugänglich sind als Online-Shops im Internet. Darknet-Marktplätze sind besonders beliebt für den Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen, da die Identität von Käufern und Verkäufern verborgen bleibt.

Folgende Dinge kann man unter anderem im Darkweb kaufen, teilen oder anbieten:

  • Gift und Betäubungsmittel
  • Kreditkartennummern
  • Waffen und Kampfmittel
  • gefälschte Ausweise & Dokumente (z.B. Uni-Abschlüsse)
  • Marihuana
  • Auftragskiller
  • Schadsoftware
  • Raubkopien
  • Uran

Kryptowährungen erschweren die Rückverfolgung

Nahezu 100 Prozent der Transaktionen im Darknet erfolgen mittels digitalen Zahlungsarten, sogenannten "Kryptowährungen" wie beispielsweise Bitcoin. Diese Transaktionen sind zwar allgemein sichtbar und können nachvollziehbar gemacht werden, nicht aber die Identität der Akteure, die hinter solchen Transaktionen stecken.

Da sich die User im Darknet also nahezu spurlos bewegen, können Ermittler die Täter hinter den kriminellen Angeboten nur schwer aufspüren. Daher haben Ermittlungsbehörden IT-erfahrene Spezialeinheiten gegründet, deren Aufgabe es ist, in die illegalen Bereiche des Darknets einzudringen. Dazu gehört aber auch klassische Überwachungsarbeit bei einem Verdachtsfall, wenn beispielsweise Drogengeschäfte über Packstationen abgewickelt werden.

Auch Whistleblower oder Informanten nutzen das Darknet

Aber nicht nur Kriminelle suchen die Anonymität und nutzen das Darknet. Auch politisch Unterdrückte oder Dissidenten, Oppositionelle aus diktaturgeführten Ländern, Informanten oder Journalisten und Whistleblower wie Edward Snowden bewegen sich im "unsichtbaren Netz". So können sie auf Inhalte zugreifen, die ihnen im sichtbaren Netz durch politische Restriktionen nicht zur Verfügung stehen, die zensiert sind oder sie gar in Lebensgefahr bringen würden.

Sendung: hr1, hr1 am Mittag, 5.8.2020, 12-15 Uhr

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