Katze allein Zuhause
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Was machen unsere Vierbeiner eigentlich, wenn sie alleine sind? Webcams und Studien geben Einblick - mit manch böser Überraschung.

Immer mehr Katzen- und Hundebesitzer legen sich eine Webcam zu, um zu beobachten, was ihre Vierbeiner machen, wenn sie alleine Zuhause sind. In sozialen Netzwerken und Youtube zählen die Überwachungsvideos von Haustieren zu den meistgeklickten Inhalten. In Hollywood wurde das Thema als anrührendes Familienkino umgesetzt: Im Animationsfilm "Pets" sieht man Vierbeiner, die eine Party schmeißen, sich auf Herrchens Sofa lümmeln, sich von der Küchenmaschine den Rücken kraulen lassen und den Kühlschrank leerfressen.

Auch wenn es für den Menschen zum Lachen ist - vor allem Hunden ist es zum Jaulen zumute. Sie sind Rudeltiere und sehr gebunden an ihre Menschen. Die Mehrzahl der Vierbeiner kommt mit dem Alleinsein gar nicht klar. Viele drehen regelrecht durch, wenn Frauchen oder Herrchen das Haus verlässt.

Deutschlandweit erste Studie

Die Akademie für Tiernaturheilkunde (ATN) führte eine deutschlandweite Studie durch, die erste großangelegte Untersuchung dieser Art. Bislang gibt es kaum Studien, die den Alltag zwischen dem Tier und seinem Menschen untersucht. Die Studie soll klären, ob Hunde grundsätzlich unter Trennungsangst leiden.

Denn auch wenn ein Hund oder eine Katze keine Gegenstände zerstört, heißt das nicht, dass die Tiere keinen Stress haben. Trennungsstress ist gleichzusetzen mit Liebeskummer.

In Videos zeigt sich, wie die Tiere leiden. Nur mit viel Geduld kann man den Trennungsstress in den Griff bekommen, etwa durch konditionierte Entspannung. Hier lernen Hunde auf ein bestimmtes Signal, einen Duft oder eine Musik hin, sich zu entspannen.

Katzen kommen besser alleine klar

Andere Tiere wie Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen kommen als "Individualisten" alleine besser klar. Wenn Hunde die Behausung beharrlich nach ihrem Herrchen absuchen und bellen, ist das ein Zeichen von Unsicherheit und Stress. Hunde, die ans Alleinsein gewohnt sind, schlafen viel oder schauen aus dem Fenster. Katzen hingegen schleichen neugierig auf Entdeckungstour durch die Räume.

Verhaltens-Experten wie die bekannte Tierärztin Dorit Feddersen-Petersen empfiehlen, Hunde höchstens vier bis fünf Stunden alleine zu lassen. Katzen könnten bis zu acht Stunden ohne ihre Menschen auskommen, so die Tier-Expertin.

Hunde "riechen" die Zeit

Damit sich der Vierbeiner an den Alltag seiner Menschen gewöhnen kann, sollte man sich beim Gehen nicht überschwänglich verabschieden. Dadurch wird der Hund eher verunsichert, so Feddersen-Petersen. Das Tier muss lernen, dass das seine Rudelmitglieder ab und zu aus der Tür gehen und zurückkommen.

Übrigens haben Tiere sehr wohl ein Zeitgefühl: Wissenschaftler konnten bei Hunden nachweisen, dass sie die Zeit regelrecht "riechen". "Hunde haben ein hervorragendes Geruchsgedächtnis. Und wenn der Geruch ihrer Besitzer nachlässt, werden sie unruhig", weiß die Hunde-Fachfrau. Ein duftintensives Kleidungsstück von Frauchen oder Herren ins Körbchen zu legen, hilft in vielen Fällen, um die Wartezeit entspannter zu überbrücken.

Sendung: hr1, hr1 am Vorrmittag, 15.10.2018

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