Wildschwein Gerthi

Im hessischen Kelkheim irrt nachts ein einsamer Frischling durch die Straßen. Jäger fangen das junge Wildschwein ein und übergeben es einer Tierärztin, die sich rührend kümmert. Ein halbes Jahr und 40 Kilogramm später muss "Gerthi" nach Österreich umziehen - und dort droht dem putzigen Wildschwein nun der Tod.

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Wildschwein Gerthi
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Im Frühjahr dieses Jahres wurde der Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies von Jägern aus dem Taunus ein zappelnder Sack übergeben. Der Inhalt: ein kleiner, zitternder Frischling. Die Jäger fragten, ob die Veterinärin das kleine Wildschwein aufpäppeln könne, nachts sei es bei Regen durch Kelkheims Straßen geirrt und nun eingefangen worden.

Behörden wollen das Tier töten

Die Tierärztin nannte es "Gerthi" und kümmerte sich rührend um das Tier, da es sich eine Lungenentzündung eingeholt hatte. "Gerthi" brauchte viel Wärme und Körperkontakt und schlief daher in den ersten beiden Wochen sogar in einem Bett. Aufgrund der liebevollen Zuwendung erholte sich "Gerthi" schnell. In Österreich wurde auf dem Gnadenhof "Gut Aiderbichl" eine neue Bleibe für "Gerthi" gefunden. So weit, so gut - doch plötzlich droht dem Tier der Tod, da die Behörden sich querstellen.

"Ich habe keinerlei Mitspracherecht"

Frau Dr. Tönnies möchte das Tier zurückholen, doch das ist komplizierter als gedacht: Fehlende Papiere, Angst vor der sogenannten "Afrikanischen Schweinepest" und ein angeblich zu kleines Grundstück machen die Rückkehr von "Gerthi" schier unmöglich. "Als Tierärztin und Besitzerin habe ich keinerlei Mitspracherecht. Seit vier Wochen telefoniere ich mit den österreichischen und den deutschen Behörden. Angefangen beim Veterinäramt, über das Regierungspräsidium bis hin zum Bundeswirtschaftsministerium in Berlin", so Frau Dr. Tönnies.

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Es sei absolut klar, dass "Gerthi" keine Krankheiten haben kann, weil das Tier fünf Monate bei Frau Dr. Tönnies isoliert gelebt habe. "Nur weil ein paar Papiere nicht korrekt sind, droht man gleich mit dem Tod. Wildschweine werden älter als Hunde!", klagt die Tierärztin. Dr. Kirsten Tönnies will nun alles tun, damit Gerthi nicht getötet wird.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 15.11.2019, 9 - 12 Uhr

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