Der Vorname
"Der Vorname" mit Justus von Dohnányi, Christoph Maria Herbst, Caroline Peters, Florian David Fitz und Janina Uhse (v.l.) Bild © picture-alliance/dpa

Darf man sein Kind Adolf nennen? Das ist die zentrale Frage in Sönke Wortmanns neuer Komödie. Vor der Kamera agiert viel deutsche Schauspiel-Prominenz: Christoph Maria Herbst, Caroline Peters, Florian David Fitz, Janina Uhse und Justus von Dohnányi.

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„Der Vorname ist biestig, bissig und gemein.“ Zitat von hr1-Kino-Expertin Daniella Baumeister
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Das französische Original "Le Prenom" haben in Frankreich Millionen von Menschen gesehen und waren begeistert. Sönke Wortmann hat die Idee jetzt nach Deutschland übertragen. Aber nicht nur, dass das französische Adolphe und das deutsche Adolf zwei ganz verschiedene Namen mit ganz verschiedener Geschichte sind, macht aus dem "Der Vorname" einen anderen Film.

Darum geht es in "Der Vorname"

Stephan (Christoph Maria Herbst) ist ein linksliberaler Literaturprofessor, seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) arbeitet als Lehrerin. Das Paar hat Freunde und Verwandte zum Essen eingeladen: Rene (Justus von Dohnányi) sowie Thomas (Florian David Fitz) mit seiner schwangerer Frau Anna (Janina Uhse).

Dann plaudert Thomas den Namen ungeborenen Sohns aus: Adolf. Und was als gemütliches Zusammensein geplant war, läuft schnell völlig aus dem Ruder. Vor allem Thomas regt sich über das Unverständnis der anderen auf. Grimme hieß doch auch Adolf.

Doch dabei bleibt es nicht: Denn jetzt geht das "Was-ich-dir-schon-immer-mal-sagen-wollte" und "Du-hast-doch-nie"-Gezeter los. Und jeder sagt etwas, was besser nicht gesagt worden wäre: Schlimmste Jugendsünden und größte Geheimnisse werden mühelos mit größter Gemeinheit nach draußen geschwemmt.

Im Streit zwischen dem Intellektuellen Snob Stephan und dem neureichen Emporkömmling Thomas eskalieren nicht nur die Wörter sondern explodieren auch Gift und Galle, offenbar konnte man sich noch nie richtig leiden. Aber auch die anderen beteiligen sich mit viel Lust an den verbalen Massakern.

Scharfe und witzigen Dialoge

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Regisseur Sönke Wortmann bedient sich für "Der Vorname" erst mal bei allen Klischees die er finden kann. Vieles erinnert an Polanskis "Gott des Gemetzels" oder an "Wer hat Angst vor Virginia Woolfe". Allerdings füllt Wortmann die Klischees mit Leben und mit scharfen und witzigen Dialogen und macht den Film somit biestig, bissig und gemein.

Es ist ein großes Vergnügen dabei zuzusehen und zuzuhören, wie sich eine allzu selbstzufriedene Wohlfühlgesellschaft nach Strich und Faden zerlegt. Mit einer Mischung aus Überheblichkeit, Ruchlosigkeit und Dummheit, in der man doch wohl endlich auch mal was sagen darf - oder eben den Sohn Adolf nennen.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 18.10.2018, 9 Uhr

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