Beate Zschäpe
Beate Zschäpe soll laut Bundesanwaltschaft lebenslang ins Gefängnis. Bild © picture-alliance/dpa

Nach mehr als fünf Jahren endet der Prozess um Beate Zschäpe und ihren vier Mitangeklagten. Wir blicken auf die wichtigsten Eckdaten des Mammutverfahrens zurück.

Fünf Angeklagte, 14 Verteidiger, 437 Verhandlungstage - der NSU-Prozess ist ein gigantisches Verfahren. Hier finden Sie noch einmal die wichtigsten Eckdaten des Prozesses.

  • 6. Mai 2013: Der Prozess gegen die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe und die vier Mitangeklagten Ralf Wohlleben, André E., Carsten S. und Holger G. beginnt. Am 14. Mai wird die Anklage verlesen.
  • 4. Juni 2013: Carsten S. beginnt seine Aussage. Er räumt ein, eine Waffe für den "Nationalsozialistischen Untergrund" besorgt zu haben. Zwei Tage später räumt Holger G. ein, dem NSU geholfen zu haben. Zschäpes Verteidiger fordern wegen Vorverurteilung ihrer Mandantin erfolglos die Einstellung des Verfahrens.
  • 24. Juni 2013: Die Beweisaufnahme zu den zehn Morden des NSU beginnt.
  • 1. Oktober 2013: Der Vater des Mordopfers Halit Yozgat, Ismail Yozgat, tritt als Zeuge auf: Er wirft sich auf den Boden, um die Position seines sterbenden Sohns zu beschreiben. Am Tag darauf appelliert dessen Mutter eindringlich an Zschäpe, zur Aufklärung beizutragen.
  • 16. Juli 2014: Das Hickhack um Zschäpes Verteidiger beginnt: Sie gibt an, sie habe kein Vertrauen mehr in ihre Pflichtverteidiger. Wenig später schmettert das Gericht ihren Antrag auf neue Anwälte ab.
  • 6. Juli 2015: Der Krach mit den Verteidigern geht weiter. Drei Wochen später ordnet das Gericht Zschäpe einen vierten Pflichtverteidiger bei: Mathias Grasel. Ihre Alt-Verteidiger scheitern mit Versuchen, von den Mandaten entbunden zu werden. Einmal zeigt Zschäpe die drei sogar an - erfolglos.
  • 9. Dezember 2015: Zschäpe äußert sich erstmals vor Gericht: Am 249. Verhandlungstag verliest ihr neuer Anwalt Grasel eine Aussage. Darin räumt sie ein, von den Banküberfällen ihrer Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gewusst zu haben. Sie gesteht, die letzte Fluchtwohnung des Trios in Zwickau in Brand gesteckt zu haben. Aber von den Morden und Anschlägen will sie immer erst im Nachhinein erfahren haben.
  • 29. September 2016: Nach dreieinhalb Jahren ergreift Zschäpe zum ersten Mal persönlich das Wort - für eine kurze Erklärung: Sie bedauere ihr "Fehlverhalten" und sie verurteile, was ihre Freunde Mundlos und Böhnhardt den Opfern "angetan haben".
  • 17. Januar 2017: Der Psychiater Henning Saß bescheinigt Zschäpe volle Schuldfähigkeit; sie sei möglicherweise noch immer gefährlich.
  • 3. Mai 2017: Der von Zschäpes Vertrauensanwälten benannte Gutachter Joachim Bauer attestiert Zschäpe verminderte Schuldfähigkeit. Doch das Gericht lehnt Bauer später wegen befürchteter Parteilichkeit ab.
  • 18. Juli 2017: Die Beweisaufnahme endet nach 373 Verhandlungstagen. Am 25. Juli 2017 beginnt die Bundesanwaltschaft mit ihrem Plädoyer. Als Strafmaß fordert sie am 12. September 2017 für Zschäpe lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie anschließende Sicherungsverwahrung.
  • 15. November 2017: Nach zwei Monaten Stillstand wegen zahlreicher Befangenheitsanträge beginnen die Plädoyers der Nebenkläger - mit Frontalangriffen auf Zschäpe, aber auch auf die Bundesanwaltschaft.
  • 24. April 2018: Beginn der Plädoyers der Zschäpe-Verteidiger. Sie halten ihre Mandantin für nicht schuldig, Mittäterin der Morde und Anschläge zu sein, und fordern eine Haftstrafe von höchstens zehn Jahren.
  • 3. Juli 2018: Zschäpe und drei der vier Mitangeklagten äußern sich in persönlichen Schlussworten. Zschäpe distanziert sich noch einmal von den NSU-Verbrechen. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl kündigt das Urteil für den 11. Juli an.

Sendung: hr1, hr1 Start, 11. Juni 2018, 6 Uhr

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