Putzmann in Superman-Pose
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Im Haushalt, am Arbeitsplatz, im Supermarkt, im Bus, in der Bahn oder in Raststätten: Bakterien und Viren gibt es überall. Aber wo lauern tatsächlich Krankheitserreger? Sind Händetrockner wirklich eine "saubere" Sache?

Jet Air-Händetrockner sind eine "saubere" Sache

Ganz und gar nicht: Sogenannte "Jet Air"-Händetrockner, die binnen kürzester Zeit die Hände trocknen, sind Bakterienlschleudern: Eine Untersuchung der "University of Westminster" kam zu dem Ergebnis, dass die Handföne Krankheitserreger rund drei Meter weit durch den Waschraum pusten. Im Vergleich dazu hätten herkömmliche Händetrockner und Papiertücher Viren nur 75 und 25 Zentimeter weit verbreitet, stellten die britischen Hygiene-Forscher fest.

Auf Münzen und Geldscheinen tummeln sich Krankheitserreger

Falsch. Das in Münzen enthaltene Silber und Kupfer setzt Ionen frei, die Bakterien abtöten. Deshalb wird zum Beispiel Kupfer in Krankenhäusern für die Beschichtung von Türklinken verwendet. Auf Geldscheinen findet sich nur eine geringe Anzahl an Bakterien. Aber nur, wenn die Scheine trocken sind und in der Geldbörse verwahrt werden. Auf einem Schein nah am Körper, etwa in der Hosentasche, fühlen sich Keime wohl, so der Hygiene-Experte Dr. Frank Mosel vom Uni-Klinikum Essen. Dieses warme Milieu sichere Keimen eine lange Überlebensdauer.

Heißluft-Geld in Japan als Hygieneschutz

In Japan gibt es Geldautomaten, die Geldscheine über ein Heißluft-Gebläse ausspucken: Darin wird der Yen auf 200 Grad erhitzt und keimfrei an Kunden ausgegeben. Unter den internationalen Top-Ten der Hygiene sind die Japaner aber trotzdem nicht: Ein weltweiter Vergleich aus dem Jahr 2010 zur Sauberkeit von Geldscheinen ergab, dass der australische Dollar der sauberste und der chinesische Yuan der dreckigste Schein der Welt ist.

Desinfektionsmittel bieten mehr Hygiene

Stimmt nicht. Hygienetücher und Desinfektionssprays, die versprechen "99,9 Proezent" der Bakterien abzutöten, sind überflüssig. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht keine Notwendigkeit für Desinfektionsmittel. Nur in Ausnahmefällen seien sie "im Privathaushalt sinnvoll und notwendig, um eine Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden", heißt es auf der eigenen Website. "Nicht das Mittel ist entscheidend, sondern die konsequente und korrekte Durchführung", erläutert der Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene in Freiburg, Ernst Tabori. Im Klartext: Seife und Wasser reichen für den Alltagsgebrauch aus.

Einmalhandschuhe bringen mehr Hygiene an der Frischetheke

Nein. Das Tragen von Einmalhandschuhen wurde zwar an vielen Frischetheken eingeführt, um Kunden ein besseres Hygienebewusstsein zu demonstrieren. Doch lebensmittelrechtlich gibt es keine Vorschriften. An einer Mustertheke der Fleischerei-Berufsgenossenschaft (FBG) wurde untersucht, ob das Tragen von Einmalhandschuhen tatsächlich hygienischer ist.

Das Ergebnis: Die Haut der Handflächen, die Handschuhe und die verwendeten Geräte (Schneidbretter, Gabeln etc.) zeigten bereits nach fünf Minuten Umgang mit verschiedenen Lebensmitteln (verschiedene Fleisch-, Wurst- und Käsesorten) eine sehr starke Anreicherung von Bakterien. Zwischen den Versuchen mit und ohne Handschuhe konnte kein Unterschied festgestellt werden.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 12. September 2018, 10 Uhr

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