Kofferversteigerung

Auf einer Fundsachen-Auktion lässt sich so manches Schätzchen ersteigern, aber auch so manche Enttäuschung. Unser hr1-Redakteur Jan Ackermann verrät, worauf es beim Ersteigern ankommt.

Zum ersten, zum zweiten und zum dritten... Verkauft! Fundsachen-Auktionen sind öffentlich. Jede(r) kann ohne Voranmeldung daran teilnehmen.

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Sie wollen mitsteigern?

In regelmäßigen Abständen werden die Fundgegenstände durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Auktionator versteigert. Die Termine gibt es hier auf der Website des Frankfurter Flughafens.

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Zur Versteigerung kommen nicht nur Koffer, sondern beispielsweise auch elektronische Geräte wie Laptops, Tablets und Smartphones, Kameras, Mp3-Player, Spielekonsolen, außerdem Gold-, Silber- und Modeschmuck, Uhren, Taschen, Rucksäcke, Handtaschen - meist samt Inhalt, Kinderwagen, Spielzeug und Wohnaccessoires.

1. Überpünktlich sein bringt Vorteile

Will man an einer Auktion teilnehmen, sollte man schon vor Beginn vor Ort sein und sich anmelden. Der Saal wird zwei Stunden vorher zur Anmeldung geöffnet. Die zu ersteigernden Gegenstände sind dann schon vorab zu besichtigen. Das ist insbesondere bei potentiell wertvollen Uhren oder technischen Geräten interessant. Einzelne Kleidungsstücke wie Jacken dürfen sogar anprobiert werden. In Taschen oder Koffer darf man aber nicht hineinschauen.

2. Karte nicht vergessen

Besorgen Sie sich vor der Auktion unbedingt eine Bieterkarte mit Ihrer persönlichen Bieternummer.

3. Ausdauer bewährt sich

Der Vorgang des Bietens läuft etwas anders ab als bei üblichen Auktionen. Alle interessierten Bieter halten ihr Schild mit der Bieternummer hoch, der/die Auktionatorin erhöht dann in schneller Folge und meist gerade Schritten den gebotenen Betrag. Man hält so lange sein Schild hoch, wie man mitbieten möchte. Hat nur noch ein Bieter sein Schild oben, folgt das Bekannte "zum Ersten, Zweiten, Dritten ... Verkauft".

4. Genug Bargeld mitnehmen

Hat man einen Koffer ersteigert, ist dies rechtlich bindend. Das Auktionsobjekt wird Ihnen sofort ausgehändigt und muss gleich in bar bezahlt werden. Hinzu kommt eine Provision für den Auktionator, meist 18 Prozent. Das Startgebot für Taschen beträgt circa 15 Euro. Koffer beginnen bei einem Preis von etwa 40 Euro. Die Gebote steigen dann in 2- bis 5-Euro-Schritten.

5. Setzen Sie sich ein Limit

Es ist sinnvoll, sich selbst ein klares Limit zu setzen, was man gerne ersteigern möchte und wie viel man dafür ausgeben möchte. Die Schnelligkeit und Aufregung der Aktion verleitet schnell dazu, deutlich mehr auszugeben, als vorher eingeplant war.

6. Mit den Augen eines Profis prüfen

Unter den Interessenten sind meist auch Profi-Gebrauchtwarenhändler. Sie haben ein geschultes Auge dafür, wie viel ein Gegenstand wert ist, vor allem bei wertvollen Uhren, Laptops, Smartphones oder bei Koffern.

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Keine bösen Überraschungen

Vor einer Versteigerung werden alle Koffer vom Personal des Fundbüros am Frankfurter Flughafen geöffnet und die Inhalte gesichtet. Verbotene sowie verderbliche Dinge werden entnommen. Beim verbleibenden Inhalt handelt es sich meist um gebrauchte, eventuell ungewaschene Wäsche und persönliche Gegenstände des Vorbesitzers.

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Wollen Sie einen Koffer ersteigern, sollten Sie vor Auktionsbeginn die hochwertigen Objekte identifizieren. Markenkoffer von Samsonite, Rimowa, Maxwell, Tumi, Porsche Design oder Victorinox lassen auch auf einen hochwertigen Inhalt schließen. Ob sich im Luxuskoffer tatsächlich auch wertvolle Souvenirs, Designer-Schuhe, edle Roben oder Edelschmuck befinden, ist nicht garantiert. In jedem Fall aber ersteigern Sie so einen Luxuskoffer, der sonst für ein Vielfaches des Auktionspreises kosten würde.

7. Auch Bauchgefühl ist gefragt

Ganz klar, bei einer Koffer-Auktion sollten Sie mit Spaß am Spiel und Freude an der Überraschung dabei sein. Manche Bieter verlassen sich deshalb bei der Vorbesichtigung der Koffer auf ihr Bauchgefühl. Wenn Sie auch sonst eine gute Intuition haben, können Sie manches Schätzchen heben. Aber Vorsicht: Von einem schweren Koffer lässt nicht nicht auf wertvollen Inhalt schließen.

8. Tipp für Elektronik-Fans

Technische Geräte wie Laptops, Smartphones und Tablets sind markiert mit einem Aufkleber, ob die Geräte mit einem Passwort geschützt sind. Gadgets mit Passwort-Schutz lassen sich für wenig Geld ersteigern, weil sich diese praktisch nicht entsperren lassen und damit unbrauchbar sind. Ist kein Passwort-Schutz auf dem Gerät, liegen die Preise entsprechend deutlich höher.

9. Zeigen Sie ein Pokerface

Lassen Sie sich Ihr Interesse an einem bestimmten Stück nicht anmerken. Professionelle Auktionsteilnehmer haben eine verschlossene Mimik wie eine Auster. Und lassen Sie sich durch andere Bieter nicht beeindrucken oder ablenken.

10. Auf dem Präsentierteller

Suchen Sie sich einen guten Sitzplatz. So können Sie das Angebot gut einsehen und so werden Sie auch vom Auktionator gut gesehen.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 16.8.2019, 5 - 9 Uhr

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