Badesee ist menschenleer

In Hessen gibt es laut Umweltministerium 63 offizielle Badeseen - alle sind derzeit wegen der Corona-Pandemie gesperrt. Dafür zuständig ist das jeweilige Gesundheitsamt. Wir haben eine Gesamtübersicht aller Seen für Sie und erläutern, wann auch die Freibäder wieder öffnen könnten.

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hesssenschau vom 19.05.2020
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Vor allem Bensheimer Badesee wird für die südhessische Stadt langsam zum Problem: Dort würden laut DLRG Bergstraße immer wieder Leute beim "Wild-Schwimmen" beobachtet. Doch dort herrscht schon seit jeher striktes Badeverbot, jenseits der Sicherheits-Vorschriften wegen Corona. Vor allem mit Hinblick auf das sonnig-warme Wetter an Christi Himmelfahrt am 21. Mai bereitet das den Verantwortlichen große Sorgen. Übrigens: Wer ein Badeverbot missachtet, vor allem in Naturschutzgebieten, muss mit einem Bußgeld zwischen 2.000 und 5.000 Euro rechnen.

Übersicht zu allen Badeseen in Hessen

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat auf seiner Webseite eine Übersicht zu allen offiziellen Badeseen und Badestellen in Hessen zusammengestellt. Dort können Sie sehen, welche Seen aktuell aufgrund der Corona-Pandemie gesperrt sind.

Diese Badestellen sind offiziell als Badegewässer bei den Behörden angemeldet und normalerweise ab Mitte/ Ende Mai auch für das Baden freigegeben. Aufgrund der Corona-Pandemie ist dies aber bis auf Weiteres nicht erlaubt. Bei Inbetriebnahme werden die Seen mindestens alle vier Wochen durch das zuständige Gesundheitsamt in enger Zusammenarbeit mit dem HLNUG entsprechend den EU-Vorgaben überwacht und untersucht.

Bouffier stellt Wiederaufnahme von Schwimmen für Vereine in Aussicht

Es gibt aber Hoffnung für Schwimmfans und Badenixen aus Hessen: Nach Ansicht von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) soll Schwimmsport im Verein schon bald wieder möglich sein. Nach seiner Überzeugung sollten die Schwimmbäder für das Vereinsschwimmen geöffnet werden, so der Regierungschef. Er glaube, "dass wir das auch sehr bald tun".

Zur generellen Öffnung von Freibädern bestehe in der Corona-Pandemie allerdings ein großer Unterschied. Denn hier könne es passieren, dass 1000 Menschen vor dem Kassenhäuschen stünden. Er glaube nicht, dass bis September die Freibäder geschlossen bleiben müssten. Die Öffnung müsse aber verantwortbar und hessenweit abgestimmt sein. "So weit sind wir noch nicht", sagte Bouffier.

Auch Freibäder vorerst geschlossen

Nach der Einigung mit dem Bund obliegt es nun den Bundesländern und Kommunen, zu entscheiden, wann und unter welchen Bedingungen auch Freibäder wieder öffnen können. Während es in den meisten Bundesländern noch kein konkretes Startdatum gibt, sollen etwa in Nordrhein-Westfalen ab 20. Mai, in Berlin ab 25. Mai und in Rheinland-Pfalz ab 27. Mai die ersten Badegäste in die Becken dürfen. Voraussetzung sind ein entsprechender Hygieneplan und die Einhaltung von Abstandsregeln. Für Hessen gibt es noch kein Startdatum. Stand jetzt müssen alle hessischen Freibäder und Badeseen bis 5. Juni geschlossen bleiben.

Warum das Baden an sich nicht gefährlich ist

Wenn mit dem Sommer dann auch die Hitze nach Hessen kommt, wächst natürlich bei jedem die Sehnsucht nach Abkühlung. Doch warum genau darf man in Corona-Zeiten eigentlich nicht ins Freibad, an den Badesee oder ins Meer?

Fakt ist, wer ins Schwimmbad, an den Badesee oder ans Meer geht, sollte auch außerhalb des Wassers Vorsicht walten lassen. Der Albtraum von Virologen sind dicht nebeneinander liegende Handtücher mit sich sonnenden Menschen darauf, die nicht auf die Abstandsregeln achten.

Vom kühlen Nass selbst geht aber eine geringere Infektionsgefahr aus als vom direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. Darüber sind sich Wissenschaftler einig. Wenig Grund zur Sorge gibt es, wenn es sich dabei um aufbereitetes und mit Chlor desinfiziertes Badewasser in Hallen- und Freibädern handelt. Das Virus werde dadurch "zuverlässig inaktiviert", sagt Christian Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen.

Das bestätigt auch das Umweltbundesamt (UBA): "Das Wasser in konventionellen Schwimmbädern (Frei- oder Hallenbäder) unterliegt einer ständigen Aufbereitung. (...) Filtration und Desinfektion sind wirksame Verfahren zur Inaktivierung von eingetragenen Mikroorganismen wie beispielsweise Bakterien und Viren."

Chlor im Wasser desinfiziert, Schwimmteiche sind ein Problem

Wer Bäder mit biologischer Aufbereitung wie Schwimm- und Badeteiche besucht, sollte aber genauer hinschauen. Sie enthalten laut Umweltbundesamt "kein Desinfektionsmittel, daher geht von derartigen Bädern ein gewisses Infektionsrisiko aus, auf welches der Badegast generell vor Ort hingewiesen werden sollte".

Generell unbedenklich sei dagegen das Baden und Schwimmen in größeren Naturgewässern wie Badeseen oder in Meeren wie Nord- und Ostsee, heißt es beim UBA. Die Gefahr einer Ansteckung sei wegen der Verdünnung im Wasser äußerst gering: "Steigende Wassertemperaturen und erhöhte Sonneneinstrahlung im Sommer werden zu einer noch stärkeren Inaktivierung möglicherweise in das Wasser eingetragener Viren führen". Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe keine Hinweise dafür gefunden, dass das Coronavirus über den Wasserweg übertragen werde. Dennoch bleiben die Badeseen und Naturgewässer in Hessen zurzeit geschlossen.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 20. Mai 2020, 5-9 Uhr

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