Hawaiihemd Models
Ob mit floralem Muster oder landschaftlichen Motiven, das Hawaiihemd existiert in den unterschiedlichsten Formen. Bild © dpa - Bildfunk

Für die einen ist es das kultige Sommerteil, die anderen erschaudern bei ihrem Anblick. Die Rede ist vom Hawaiihemd. Und falls Sie sich gefragt haben, was hinter dem kurzärmeligen Hemd für eine Geschichte steckt, sind Sie hier genau richtig.

Schließen Sie doch für einen kurzen Moment die Augen und denken Sie an Hawaii. Was sehen Sie? Vielleicht werden Sie hübsche Tänzerinnen in Baströcken vor Ihrem inneren Auge sehen. Oder aus Blumen geflochtene Halsketten, gebräunte Männer und Frauen, die sich waghalsig mit ihren Surfboards in die Wellen wagen.

Ursprünglich ein Symbol der Plantagenarbeiters

Philippinische Einwanderer trugen weite, bunte Hemden als Arbeitskittel bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die lockeren, über der Hose getragenen Hemden eigneten sich hervorragend für die schweißtreibende Arbeit auf den Plantagen. Lange galten die Hemden, die damals noch aus einem rauen Baumwollstoff hergestellt wurden, als Erkennungszeichen von sozialen Randgruppen. Das änderte sich, als ein junger samoanischer Tanzschüler aus Honolulu neue Designs entwarf.

Der Kult beginnt

James P. Kneubuhl ließ die hawaiianischen Arbeitshemden schneidern, allerdings aus traditionellen Stoffen und Mustern aus seiner Heimat Samoa. Sein Kleidungsstil sorgte für eine so große Begeisterung, dass bald nicht nur seine Tanzzschulklasse, sondern halb Honolulu lockere Baumwollhemden mit coolen Mustern trugen. Schneiderinnen spezialisierten sich eigens auf die Fertigung der Hemden aus japanischem Kimonostoff.

Der Beginn einer modischen Revolution

Die traditionell aus zehn Teilen bestehenden Hemden sorgten mit für die Verklärung Hawaiis zum Urlaubs- und Entspannungsparadies. Das Hemd verhalf der Bevölkerung auf Honolulu im Jahr 1948 zu einer modischen Revolution: Anstatt förmlichem Sakko mit Hemd und Krawatte wurden in Behörden und Büros am "Aloha Wednesday" und später am "Aloha Friday" lockere Hawaiihemden als Arbeitskleidung erlaubt. In den 1950er Jahren durfte man(n) die bequemen Shirts dann sogar ganz offiziell im Sommer tragen - und zwar vom 1. Mai bis Ende November.

80er Jahre Modesünde: Hawaiihemd
Tom Sellek erhöhte als "Magnum" in den 80gern den Coolnessfaktor der bunten Hemden. Bild © Imago Images

Längst haben Hollywoodhelden wie John Wayne, Frank Sinatra, Elvis Presley und Tom Sellek als Detektiv Magnum das Hemd zum kultigen Symbol für Coolness und Sommer gemacht. Vier Eigenschaften unterscheiden dabei ein "echtes" von einem "gefälschten" Hawaiihemd:


  • Hergestellt aus zehn Stoffteilen
  • Knöpfe bestehen aus Kokosnussschalen
  • Die Taschen unterbrechen das Muster auf keinen Fall
  • Der untere Saum des Hemds ist gerade geschnitten, nicht gebogen
  • qualitativ hochwertige Stoffe und Drucke

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 24.06.2019, 9-12 Uhr

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