Höhlenrettung Thailand
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Sie wurden gefunden, sind aber noch lange nicht in Sicherheit: Die zwölf Jugendfußballer und ihr Trainer, die in einer Höhle vom Wasser eingeschlossen wurden, sollen nun geborgen werden. Das könnte aber länger dauern, sagt ein Höhlenretter in hr1.

Seit mehr als einer Woche sitzen die zwölf thailändischen Jungen (zwischen elf und sechzehn Jahren) und ihr Trainer (25) in der Höhle in Chiang Rai fest, eingeschlossen von nichts als Wasser. Rettungstaucher versorgen sie mit Lebensmitteln und Medikamenten. "Das ist eine schwierige Aufgabe, weil die Höhlengänge verschlammt und mit trübem Wasser überflutet sind", sagt Matthias Leyk von der Höhlenrettung Baden-Württemberg.

Rettung könnte länger dauern

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Die Bergung könnte sich noch länger hinziehen, weil die Monsunzeit in Thailand beginnt. Das bedeutet: Der Wasserspiegel in der Höhle könnte durch die starken Regenfälle weiter ansteigen, so der Höhlenretter. Und das, obwohl die Einsatzkräfte fieberhaft versuchen, das Wasser mit Schläuchen aus der Höhle herauszupumpen. Man geht aber vom schlimmsten aus und bringt den Eingeschlossenen Lebensmitel für bis zu vier Monate.

Eine andere Möglichkeit könnte sein, dass man den Jugendlichen das Höhlentauchen beibringt, damit sie sich selbst aus ihrer dramatischen Situation befreien können. Aber das ist eine sehr schwierige Angelegenheit. "Höhlentauchen sollte man nur, wenn man normales Sporttauchen beherrscht und sich dann an die speziellen Anforderungen einer Unterwasserhöhle herantastet", so Höhlenretter Matthias Leyk.

Crashkurs im Höhlentauchen?

Das zu lernen dauere normalerweise Monate bis Jahre. "In diesem Fall geht es aber ans Eingemachte. Das heißt die Kinder müssten einen Crashkurs bekommen, um dann in Begleitung der Tauchprofis aus der Höhle hinauszutauchen." Ob das aber wirklich möglich ist, hänge davon ab, wie tief und wie lang die überfluteten Strecken sind und wie stark die Strömung ist.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Höhlenretter Matthias Leyk im Gespräch mit hr1-Moderator Uwe Berndt

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"Aus psychischer Sicht haben die Jungen und ihr Trainer die schlimmsten Tage schon hinter sich", ist sich Leyk sicher. Denn sie wissen, dass sie gefunden wurden und sie Hilfe bekommen. "Aber wenn sie dort noch Wochen und Monate eingeschlossen sein werden, womöglich auf engstem Raum und unter Umständen mit hygienischen Problemen, dann kann das sehr schwierig werden."

Taucher-Tod überschattet Rettungsaktion

In Thailand gibt es bei der Rettungsaktion für die in einer Höhle gefangenen Jungen einen schweren Dämpfer: Ein Taucher starb bei dem Einsatz. Zudem werden heftige Regenfälle erwartet.

Sendung: hr1, hr1 am Mittag, 3. Juli 2018, 13 Uhr

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