Energydrinks
Energydrinks gibt es in vielen unterschiedlichen Sorten. Bild © picture-alliance/dpa

Eine Elterninitiative in Marburg will Energydrinks an Schulen verbieten. Sind die bei Jugendlichen beliebten Getränke wirklich so gefährlich? Was und wie viel ist da eigentlich drin?

Im Marburg hat der Stadtelternbeirat eine Kampagne gestartet, um Energydrinks an Schulen zu verbieten. Außerdem wollen sie erreichen, dass Supermärkte in der direkten Umgebung von Schulen Energydrinks freiwillig nicht mehr an Kinder unter 16 verkaufen. Der Grund: Im vergangenen Jahr sind bei mehreren Marburger Schulveranstaltungen Kinder umgekippt, weil sie wohl zu viele Energydrinks getrunken haben.

Panikmache oder berechtigte Sorge? Welche Zutaten beinhaltet so ein Energydrink und wie ist seine Wirkung im Vergleich zu Cola oder Kaffee?

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Diese Höchstmengen gelten in Deutschland für Koffein, Taurin, Inosit und Glucuronolacton

  • Koffein 320 mg / l
  • Taurin 4.000 mg / l
  • Inosit 200 mg / l
  • Glucuronolacton 2.400 mg / l
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Hauptbestandteil von Energydrinks ist Koffein. Etwa 80 Milligramm von dem belebenden und anregenden Inhaltsstoff sind in einer 250ml-Dose enthalten. Eine Tasse Kaffe (200ml) enthält etwa 90 Milligramm. So gesehen, hat Kaffee den etwas höheren Koffeingehalt. Zum Vergleich: Eine Tasse Schwarzer Tee enthält circa 45 und eine 0,33ml-Flasche Cola circa 35 Milligramm Koffein.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung gilt für gesunde Erwachsene die Aufnahme von bis zu 200 mg Koffein innerhalb kurzer Zeit als gesundheitlich unbedenklich. Über den Tag verteilt können Erwachsene etwa das Doppelte trinken. Schwangere und Stillende sollten über den Tag verteilt nicht mehr als zwei Becher Kaffee trinken. Kinder und Jugendliche vertragen aufgrund ihres geringeren Körpergewichts weniger. Zu viel Koffein kann zu Nervosität, Übelkeit, Schlaflosigkeit oder Herzrasen führen

Der Koffeingehalt von Kaffee, Energydrinks und anderen Lebensmitteln im Vergleich

Tabelle Koffein-Vergleich Kaffee Energydrink
Bild © BfR / hr

Keine Studie zu gesundheitlichen Folgen

So gilt für einen 10-Jährigen, der rund 30 Kilo wiegt, selbst eine 250ml-Dose Energydrink pro Tag laut einem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) schon als kritisch. Für Kinder wird eine Einzeldosis von höchstens 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht als sicher bewertet. Das entspricht einem Höchstwert von circa 90 Milligramm Koffein. Wobei selbst diese Zahlen von einigen Wissenschaftlern angezweifelt werden. Ein Studie zu den gesundheitlichen Folgen einer langfristig zu hohen Koffeinaufnahme von Jugendlichen gibt es aber noch nicht.

Kritisch sehen Ernährungsexperten Energydrinks auch wegen ihres hohen Zuckergehaltes und den Wechselwirkungen mit den anderen Zutaten wie Taurin, Glucuronolacton und Inosit. Die sind nämlich noch nicht ganz klar.

Welchen Effekt haben die anderen Energydrink-Zutaten?

Taurin ist ein Abbauprodukt von Aminosäuren (Eiweißbausteinen). Der Körper produziert es selbst in ausreichender Menge. Zudem kommt Taurin in Lebensmitteln, vor allem in Fisch und Fleisch vor. Der Stoff ist am Fettstoffwechsel, an der Funktion des Herz-Kreislauf-Systems und des zentralen Nervensystems beteiligt. Eine leistungssteigernde Wirkung ist nicht belegt.

Inosit ist ein Zuckeralkohol. Er ist in verschiedenen Lebensmitteln wie Nüssen, Obst sowie Getreide vor und ist im menschlichen Körper vorhanden. In unseren Zellen ist Inosit an der Übermittlung von Signalen beteiligt. Wirkungen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit sind nicht belegt.

Glucuronolacton ist ein Kohlenhydrat und wird vom menschlichen Körper aus Glukose gebildet. Unser Körper nutzt diesen Stoff, um Fremdstoffe auszuscheiden. Auch hier ist eine leistungssteigernde Wirkung ist nicht belegt.

Sendung: hr1, hr1 Start, 13.6.2018, 6 Uhr

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