Kitzbühel
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Trotz spätsommerlichem Herbstwetter ist Kitzbühel in die Skisaison gestartet. Verrückt meinen die einen, ein lohnendes Geschäft, sagen Bergbahn-Betreiber, ein Verletzungsrisiko, warnen Mediziner. Hier die Fakten.

Weiße Spuren ziehen sich durch die grüne Landschaft. Zwei Pisten hat man in Kitzbühel mit Schnee präpariert, der im Frühjahr in Depots angelegt wurde. Die Pisten haben eine Länge von 1,6 Kilometern und bestehen zu 80 Prozent aus Kunst- und zu 20 Prozent aus Naturschnee. Trotz der milden Temperaturen schmelzen die Schneestraßen nicht weg, das allein habe schon die Erfahren der vergangenen Jahre gezeigt, so eine Sprecherin der Bergbahnen.

Die Pisten liegen auf einer Höhe von 1.800 Metern, dort gibt es aktuell Temperaturen von elf Grad. Lohnt sich das im Oktober überhaupt? Offenbar ja, denn am vergangenen Wochenende sind rund 2000 Skifahrer angereist - auch Rennteams aus Deutschland sind extra ins österreichische Kitzbühel gefahren.

Wandern oder Wedeln?

Während Wanderer in kurzen Hosen und T-Shirts durch den bekannten Skiort stapfen und sich über den verlängerten Sommer freuen, schnallen sich oben am Berg die Schneehungrigen die Skier und Carving-Ski an. Aber ist das wirklich echtes Wintersport-Feeling? Seit den 1980er Jahren gehört die künstliche Beschneiung schon fast zur Normalität in österreichischen, schweizer und deutschen Skigebieten. Doch die künstliche Beschneiung frisst viel Wasser und Strom. Außerdem birgt das künstliche Skivergnügen gesundheitliche Gefahren: Denn laut "Ärztezeitung" bringt Kunstschnee ein nicht unerhebliches Verletzungsrisiko mit sich.

Kitzbühel
Eine Pistenraupe walzt Schnee am Resterkogel in den Kitzbüheler Alpen. Bild © picture-alliance/dpa

Die Pisten würden platter gewalzt als früher, ohne Hügel und Buckel, damit der immer knappere Schnee länger hält. Vor allem die Piste aus Maschinenschnee sei eher hart und schnell, fast wie beim Abfahrtslauf der Profis, konstatiert Andreas Imhoff, Chefarzt der Abteilung für Sportorthopädie im Münchner Uni-Klinikum Rechts der Isar. Für ihn ist die Geschwindigkeit ist ein wesentlicher Unfallfaktor.

Nicht gleich vom Büro auf die Piste

Viele Freizeitsportler gingen auch völlig untrainiert auf die Piste. Die Verletzungen auf künstlich beschneiten Pisten, deren Schneedecke härter ist als bei natürlichem Schneefall, seien vergleichbar mit Blessuren nach einem Motorradunfall: Es gebe Schädel-Hirn-Traumen, Wirbelbrüche und innere Verletzungen, berichtet ein Flugrettungsnotarzt.

Wer vom Schreibtisch auf die Piste springt, steigert sein Unfallrisiko. Neben einer sicheren Ausrüstung, wie etwa einem Helm, ist auch eine gute Fitness wichtig, etwa durch Skigymnastik. Damit kann schon jetzt beginnen und nebenbei ein paar Pfunde vom Sommerurlaub abtrainieren.

Sendung: hr1, Koschwitz am Morgen, 16.10.2018, 8 Uhr

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