Das Höhlendrama von Chiang Rai
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Das Höhlendrama von Chiang Rai – es ist noch nicht zu Ende. Auch, wenn vier der Jungen, die in der überfluteten Höhle gefangen waren, schon gerettet sind. Acht weitere und ihr Fußballtrainer warten darauf von Tauchern befreit zu werden. Experten erklären in hr1, was vor Ort nun passiert.

„Eine Tauchrettung wäre extrem waghalsig“, so sprach Andreas Kücha noch am vergangenen Freitag. Dass genau das jetzt in den ersten vier Fällen gelungen ist, hat den erfahrenen Höhlentauchforscher positiv überrascht. „Es ist eine ungeheure Erleichterung, dass die Strategie des Durchtauchens der Siphone mit den Kindern gelungen ist.“ Kücha war selbst schon in der Höhle, kennt die Gänge und Siphone dort gut.

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Höhlentauchforscher Andreas Kücha

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Andreas Kücha: "Die Rettungstaucher sind die wahren Helden"

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Rettungstaucher müssen Kindern Mut zusprechen

In der ganzen Situation seien die Rettungstaucher die wahren Helden, so Kücha in hr1-Start. „Die müssen auf die Kinder extremst eingehen, die Jungen an die Hand nehmen, ihnen Mut zusprechen und sagen: ‚Das wird gut gehen.‘“ Jetzt komme es darauf an die Ruhe zu bewahren und passende Zeitfenster abzuwarten.

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Eines ist jedenfalls klar. Für die Kinder und ihren Trainer muss die ganze Situation eine große psychische Belastung sein. Dennoch rät Angstforscher Borwin Bandelow, nicht sofort psychologische Hilfe anzuwenden. „Am besten ist, die geretteten Kinder reden erstmal mit ihren Eltern und Geschwistern.“

Mit psychologischer Hilfe warten

Man habe in Untersuchungen festgestellt, dass der Mensch einen Verdrängungsmechanismus hat, der durch aufgezwungene psychologische Hilfe unterbrochen werden könnte. „Nur rund 15 Prozent der Menschen, die in einer Angstsituation waren, haben nachher posttraumatische Belastungsstörungen“, so Bandelow.  

Auch bei den Rettungstauchern müssen man nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass sie psychologische Betreuung brauchten, so Bandelow. Auch, wenn einer ihrer Kollegen die Rettungsarbeiten mit dem Leben bezahlen musste. „Auf der anderen Seite haben sie, wenn sie die Rettung erfolgreich bewältigen können, ein positives Erlebnis und können dann stolz auf sich sein.“

Sendung: hr1, hr1-Start, 09.07.2018, 6 Uhr

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