Küssende Münder
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Am 6. Juli ist der internationale Tag des Kusses. Ein Grund sich mit Allem rund ums Küssen zu beschäftigen. Wie küssen eigentlich andere Menschen? Welche Arten von Küssen gibt es und was ist eigentlich so toll daran? Alles Wissenswerte zu Schmatzern, Bussis und den Weltkusstag, erfahren Sie hier.

Internationaler Tag des Kusses

Ein internationaler Tag des Kusses wurde zu Beginn der 1990er Jahre in Großbritannien etabliert. Obwohl es vermutet werden kann – einen historisch bedeutsamen Kuss gab dort es am 6. Juli nicht. Die Menschen im Vereinigten Königreich waren in diesen Jahren der strengen Moral und den konservativen Vorstellungen der Margaret-Thatcher-Ära einfach überdrüssig. Mit dem Weltkusstag sollte ein Zeichen gesetzt werden gegen die zugeknöpfte Obrigkeit und der Kuss als Symbol für Leidenschaft und Liebe gefeiert werden. Küsse haben die Menschen schon seit jeher fasziniert. Dabei ist der Ursprung des heutigen Zeichens für Freundschaft und Liebe eher unromantisch. Wissenschaftlern zufolge liegt der evolutionäre Ursprung bei der Versorgung der Nachkommen. Unsere Vorfahren, die Affen, haben – wie viele andere Tierarten auch – vorgekaute Nahrung an ihre Kinder weitergegeben. Aus dieser Geste entstand das heutige Küssen als Begrüßungsritual.

Die ernstaunlichsten Kuss-Fakten

  • Küssen ist das beste Workout: Bei einem leidenschaftlichen Kuss werden pro Minute sieben bis 20 Kalorien verbrannt. Über 38 Gesichtsmuskeln sind dabei aktiv.
  • Die Mehrheit der Menschen neigt ihren Kopf nach rechts, wenn sie jemanden küssen.
  • Über 90% aller Frauen schließen beim Küssen die Augen, während etwa die Hälfte aller Männer lieber hinschaut.
  • Küssen macht schön: Es fördert die Durchblutung, wodurch wir einen rosigen Teint und straffere Haut erhalten.
  • Küssen macht gesund: Bei einem Kuss wechseln unzählige Bakterien von Mund zu Mund, weshalb der Körper mehr Abwehrkräfte mobilisiert. Küssen stärkt also unser Immunsystem.
  • Küssen macht glücklich: Es findet eine Ausschüttung von Endorphinen (sogenannten Glückshormonen) statt.
  • Küssen verlängert die Lebensdauer: US-Forscher fanden heraus, dass Viel-Küsser etwa 5 Jahre länger leben. Außerdem sind Autofahrer weniger aggressiv und verursachen weniger Unfälle, wenn sie sich frisch geküsst hinters Lenkrad setzen.
  • Küssen ist Wissenschaft: Philematologen beschäftigen sich mit den physiologischen, sozialen und kulturellen Aspekten des Küssens.
  • Küssen ist international: Anthropologen schätzen, dass sich über 90% aller Menschen auf der Welt küssen. Die Franzosen führen das Kuss-Ranking an. Hier wird am häufigsten geknutscht.
  • Küssen will gelernt sein. Da es ja mittlerweile für alles ein YouTube-Video gibt, darf das Küssen nicht fehlen, unter „Küssen und Tutorial“ findet man ca. 25.500 Such-Ergebnisse.
  • Affen lieben Zungenküsse: Die Zwergschimpansen Bonobos küssen auf die französische Art. Andere Schimpansen küssen auch, allerdings öffnen sie dabei nur den Mund.
Küssende Affen
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  • Warum fühlt sich küssen so schön an? Die Lippen sind hundertmal empfindlicher und sensitiver als die Fingerkuppen.
  • Hollywood leg vor … drei Minuten und fünf Sekunden dauert der längste Filmkuss: zwischen Jane Wyman und Regis Toomey in “You‘re In The Army Now“.
  • Küssen hilft bei Heuschnupfen. Forscher fanden heraus, dass dreißigminütiges Dauerküssen die Symptome von Heuschnupfen messbar lindern kann.
  • Soll es auch geben: die Angst vorm Küssen heißt Philemaphobie.
  • Küssen entspannt und schützt vor Schmerzen: Es werden die Hormone Adrenalin und Dopamin ausgeschüttet, die Schmerzen reduzieren. Zudem wird die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol gehemmt.
  • Kuss-Rekord: ein Paar in Thailand soll sich 58 Stunden ununterbrochen geküsst haben.
  • Wer hat’s erfunden? Die Schweizer? Nicht ganz, Historiker vermuten als Ursprungsland Indien. Zumindest sind indische Skulpturen die allerersten Artefakte, die das Küssen bildlich darstellen.
  • Küssen kann teuer werden. In Indonesien droht eine Strafe von ca. 20.000 Euro für Knutschen in der Öffentlichkeit.

Der erste Kuss als Video

Tatia Pilieva wurde in Georgien geboren und studierte am American Film Institute in Los Angeles. Einer ihrer ersten selbst produzierten Kurzfilme "First Kiss"- erster Kuss, wurde mittlerweile mehr als 120 Millionen mal auf Youtube geklickt und gewann 2014 einen Goldenen Löwen in Cannes, sowie den Amerikanischen Medienpreis Clio Award. Das Video sehen Sie hier.

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Verschiedene Arten von Küssen

Küsse gibt es in den verschiedensten Arten und aus unterschiedlichsten Gründen und Anlässen. Ein Kuss kann die Eheschließung besiegeln oder Abschied bedeuten, er kann sinnlich und erregend Teil des Vorspiels sein oder ein einfacher Bestandteil eines Begrüßungsrituals.

Siegerkuss

Boris Becker küsst die Wimbledon-Trophäe nach seinem Sieg 1985
Boris Becker küsst die Wimbledon-Trophäe nach seinem Sieg 1985 Bild © picture-alliance/dpa

Im Moment des Triumphs küssen Sportler häufig ihre errungene Trophäe als Ausdruck ihres Stolzes. Der FIFA-WM-Pokal ist angeblich das meistgeküsste Objekt der Welt, abgesehen vom Papstring.

Zungenkuss

Meist ist er der Auftakt eines erotischen Abenteuers, denn Lippen und Zunge reagieren sensibel auf Berührungen. Sie besitzen eine große Menge an Nerven, die sie zu besonders erogenen Zonen macht.

Begrüßungskuss

Der Begrüßungskuss ist in vielen Kulturen fester Bestandteil der Begrüßung. Meist gibt man sich drei Küsse abwechselnd auf die linke und rechte Wange- in manchen Regionen Frankreichs sogar vier.

Luftkuss

Luftkuss
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Ein angedeuteter Schmatzer auf die Handinnenfläche, der einem anderen zugepustet wird. Gern wird diese Geste zum Abschied oder von promis auf dem roten Teppich genutzt.

Handkuss

Ein Symbol der Zuneigung, des Respekts oder der Unterwürfigkeit, ist der Handkuss. Dem Knigge nach darf er bei unverheirateten Frauen nur angedeutet werden.

Filmkuss

Früher wurde in Hollywood noch nicht direkt auf den Mund geküsst. Beim Filmkuss drückt ein Filmpartner seinen Mund auf das Kinn des anderen, während dieser entweder die Wange des anderen, oder etwas oberhalb der Lippe "küsste".

Schmetterlings-Kuss

Eine ungewöhnliche Kuss-Technik, bei der der Mund nicht involviert ist. Die Partner bringen ihre Augen so nah wie möglich an den Körper des anderen und "küssen" ihn durch das Flattern der Wimpern auf der Haut.

Pferdekuss

Küssende Pferde
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Ein Kuss, den wir auch am internationalen Tag des Kusses nicht haben wollen, ist der Pferdekuss. Er bezeichnet zumeist eine schmerzhafte Prellung oder ein Hämatom am Oberschenkel, das in allen Farben erstrahlt.

Was bestimmte Küsse bedeuten

  1. Wangenkuss: Er ist ein Signal besonderer Vertrautheit und Nähe und symbolisiert Freundschaft und tiefe Zuneigung.
  2. Der nasse Kuss: Männer sollen den Hang haben ihre Zuneigung durch besonders nasse Küsse zum Ausdruck zu bringen. Er zeigt meist deutlich, dass nur der körperliche Aspekt im Vordergrund steht.
  3. Ein Kuss mit geschlossenen Lippen: Paare, die einander mit geschlossenen Lippen küssen, sind entweder noch nicht wahnsinnig vertraut oder hatten erst kürzlich Krach.
  4. Der saugende Kuss: Dabei saugt ein Partner die Unter- oder Oberlippe des anderen spielerisch ein wenig an. Dieser Kuss deutet auf ein inneres Feuer hin. Paare, die sich gerne auf diese Weise küssen, gehen manchmal ein wenig rauer miteinander um. Ihre Beziehung ist von Leidenschaft geprägt.
  5. Der sanfte Kuss: Ganz leicht berühren einander die geöffneten Lippen, es wird kaum Druck ausgeübt (und schon gar nicht die Zunge ausgefahren). Wenn sich Partner so küssen, dann ist es wie ein Necken. Diese Liebenden fühlen sich sehr wohl miteinander.
  6. Kuss auf die Stirn oder Augenlid: Er wird auch als "Engels-Kuss" bezeichnet. Dieser Kuss zeugt von großem Vertrauen der Partner zueinander.

Sendung: hr1, hr1-Start/ hr1 am Vormittag, 06. Juli 2018, 6 Uhr/ 10 Uhr

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