Woodstock Fakten

Frieden, Liebe, Flowerpower - und sonst nichts? Wer davon ausgeht, ist einem der drei Mythen um das wohl bekannteste Musikfestival der Welt aufgesessen. Denn längst war nicht alles so rosig, wie es der Dokumentarfilm "Taking Woodstock" vermuten lässt. Doch damit nicht genug: Wussten Sie, dass die bereits damals weltbekannten Bands wie die Stones oder die Beatles gar nicht mit dabei waren?

Fakt 1: Ein ganz normales, kommerzielles Festival

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Geschichten vom Woodstock Festival 1969

Woodstock
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Die beiden Veranstalter Artie Kornfeld und Michael Lang wollten die Eröffnung ihres Tonstudios bewerben. Was lag näher, als dafür ein Konzert zu Werbezwecken zu nutzen? Michael Lang kam aus Woodstock und schlug den Veranstaltungsort vor. Aus der Konzertidee wurde schnell ein Festival. Aus anfangs 60.000 wurden später 200.000 kalkulierte Besucher. Schließlich wurde das anfangs auf zwei Tage geplante Festival noch um einen Tag verlängert, um den Gewinn weiter zu maximieren. Ein Drei-Tages-Ticket kostete 18 US-Dollar im Vorverkauf, insgesamt wurden 1,8 Millionen US-Dollar umgesetzt.

Dennoch war Woodstock erst einmal ein Verlustgeschäft. Erst zehn Jahre später konnten durch das Erscheinen des Woodstock-Films dank dessen Einnahmen alle Schulden bezahlt werden.

Fakt 2: Woodstock war gar nicht in Woodstock

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Woodstock war das wichtigste Event der Pop- und Rockgeschichte"

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Das Festival war zwar ursprünglich in der Heimat von Michael Lang angedacht, doch da hatten die Veranstalter die Rechnung ohne die Bewohner gemacht. Die Bewohner Woodstocks, das im Bundesstaat New York liegt, wehrten sich gegen den Massenansturm. Deshalb wurde Woodstock am Ende in der Nähe der Kleinstadt Bethel abgehalten. Dessen Dorfbewohner waren zwar auch alles andere als erfreut, konnten aber mit monetären Entschädigungen besänftigt werden.

Fakt 3: Wie das Festival zum Free Concert wurde

Wie eingangs beschrieben hatten die Veranstalter anfangs nicht vor, ein kostenfreies Event anzubieten. Warum das Festival schließlich doch für die meisten umsonst war, hat einen einfachen Grund: Das Festivalgelände wurde zu spät abgesichert. Mehr als eine Woche vor dem Beginn reisten bereits die ersten Gäste an. Und bevor das Kassenhäuschen aufgestellt wurde, waren bereits über 100.000 Musikbegeisterte auf dem Festivalgelände.

Fakt 4: Die Zustände waren teilweise katastrophal

Da trotz der Ankündigung vieler namhafter Künstler nicht mit einem derartigen Besucheransturm gerechnet wurde, waren weder genug Sanitäranlagen, noch Nahrungsmittel oder gar Trinkwasser in ausreichenden Mengen vorhanden. Das ging so weit, dass die Dorfbevölkerung begann, den am Ende mehr als 400.000 Besuchern zu überteuerten Preisen Lebensmittel zu verkaufen. Nach einem starken Unwetter verschlimmerte sich die Lage zusehends. Am Ende wurde der Notstand ausgerufen und die US-Armee musste Notverpflegung und Ärzte einfliegen.

Fakt 5: Etliche namhafte Bands waren gar nicht mit dabei

Viele bereits weltweit bekannten Bands wie die Beatles, Blind Faith, The Doors, Solokünstler Bob Dylan, Free, Iron Butterfly, The Jeff Beck Group, Tommy James & The Shondells, Jethro Tull, Led Zeppelin, Lighthouse, Love, Joni Mitchell, The Moody Blues, Procol Harum, Country-Sänger Roy Rogers, The Rolling Stones und Spirit waren gar nicht mit dabei. Die Abwesenheit der Beatles begründete John Lennon damals übrigens so: "Ich hatte Sorge, kein Visum für die USA zu bekommen." Andere Quellen behaupteten, er habe vehement gefordert, mit der Plastic Ono Band auftreten zu wollen. Der Veranstalter soll dies aber ausdrücklich abgelehnt haben. Nun ja - blöd gelaufen.

Am 19. August beschäftigt sich ab 19 Uhr auch die hr1-Lounge in Concert im Rahmen des ARTE-Summer of Freedom noch einmal mit dem Thema "50 Jahre Woodstock". Hören Sie doch mal rein - hr1-Moderatorin Daniella Baumeister freut sich auf Sie.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 15.08.2019, 5 - 9 Uhr

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