Handschlag
Ein Handschlag verrät einiges über Sie. Bild © picture-alliance/dpa

Der Handschlag ist eines der wichtigsten Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale in unserer Kultur. Er sendet nonverbale Signale aus, unterliegt einigen Regeln und lässt Rückschlüsse auf die Intelligenz zu.

So ein Handschlag ist eine bedeutsame Geste. Wissenschaftler haben errechnet, dass wir in unserem Leben durchschnittlich 15.000 mal einem anderen Menschen die Hand geben. So ein Händedruck ist oft die erste körperliche Berührung zweier Menschen. Für Körpersprache-Experten ist der Handschlag deshalb entscheidend für den ersten Eindruck. Zudem sagt er viel über die körperliche und geistige Gesundheit eines Menschen aus.

Schwacher Händedruck steht für ungesunden Lebensstil

Dr. Joseph Firth, Psychologe an der Manchester University, hat herausgefunden, dass Menschen mit einem starken Händedruck ein besseres visuelles, mathematisches und prospektives Gedächtnis haben. Ein schwacher Händedruck dagegen stehe für einen ungesunden Lebensstil. Für diese Erkentnisse wertete der Wissenschaftler Daten der UK Biobank aus, in der fast eine halbe Million Menschen im Alter zwischen 37 und 73 Jahren registriert sind. Gemessen wurde die Druckkraft mit einem sogenannten Hand-Dynamometer.

Das Ritual des Handschlags kannten schon die Griechen und Römer der Antike. Der genaue Ursprung lässt sich nicht erklären. Theorien besagen, das Händereichen signalisiere, dass man keine Waffe tragen würde. Heute drückt diese Form der Begrüßung vor allem Vertrauen und Respekt aus.

Für den richtigen Handschlag gibt es sogar Knigge-Regeln. Und die sehen so aus.

  • Beim Händedruck steht man.
  • Die Hand soll trocken sein.
  • Es wird Blickkontakt gehalten.
  • Der Handschlag dauert maximal fünf Sekunden.
  • Dabei stellt man sich mit Namen vor oder sagt "Guten Tag" bzw. "Hallo".
  • Drücken Sie nicht zu fest, aber auch nicht zu schlaff. Und: Hand und Arm werden nicht geschüttelt!

Darüber hinaus gelten noch weitere Regeln. So reichen Frauen zuerst Männern die Hand. Der Chef gibt seinen Angestellten die Hand und Gastgeber ihren Gäste. Beim gleichen Geschlecht bietet der Ältere dem Jüngeren die Hand an. Betritt man einen Raum mit mehreren Leute und gibt einer Person die Hand, muss man diese auch allen anderen reichen.

Auch die Position der Handfläche spielt eine Rolle. Zeigt sie nach unten, signalisert die Person Dominanz. Zeigt sie nach oben, bedeutet das Unterwerfung. Senkrechte Handflächen sprechen für eine gleichgestellte Beziehung.

Was sagt der Handschlag über uns aus?

  • Zu schlaff: Diese Menschen gelten als schüchtern und wie ihr Händedruck als Schlaffies.
  • Zu fest: Dieser Typ strotzt vor Selbstbewusstsein und nimmt sich, was er haben will.
  • Mit weit ausgestrecktem Arm: Hier wird auf Abstand Wert gelegt. Das kann von Antipathie und Reserviertheit zeugen.
  • Mit angezogenem Arm: Dabei kommt man sich extrem nah, was bei Fremden schnell unsympathisch wirken kann.

Den Handschlag zu verweigern gilt bei uns als unhöflich. Tut man es dennoch, sollte man eine triftige Begründung haben und diese offen kommunizieren. Vor Reisen ins Ausland sollte man sich informieren, welche Bräuche es im Zielland gibt. So begrüßen sich in muslimischen Ländern nur Personen desselben Geschlechts per Hand. In großen Teilen Asiens gibt es diese Sitte dagegen gar nicht.

Sendung: hr1, hr1 am Nachmittag, 18. Mai 2018, 15 Uhr

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