Computersimulation mit dem Modell des Fangnetzes an der Golden Gate Bridge
Computersimulation mit dem Modell des Fangnetzes an der Golden Gate Bridge Bild © picture-alliance/dpa

Die Golden Gate Bridge ist das Wahrzeichen San Franciscos, doch hat sie ein Problem: eine erschreckend hohe Suizidrate. Die Gemeinde will dem jetzt mit einem Netz entgegenwirken.

Rund alle zwei Wochen nimmt sich jemand mit einem Sprung von der Golden Gate Bridge in San Francisco das Leben. Inoffiziellen Zählungen zufolge haben bislang mehr als 1700 Menschen dort ihr Leben verloren, seit die Brücke 1937 gebaut wurde. Die Stadt San Francisco entschied deshalb vor einer Weile, unter der ikonischen Brücke sogenannte Suizidnetze zu installieren. Nun hat die Konstruktion begonnen.

Hohe Kosten für umstrittenes Projekt

Das Netz wird 20 Fuß, circa sechs Meter beidseitig, unterhalb der Brückenoberfläche angebracht und von Stahlträgern in der selben Farbe der Brücke gehalten. Es wird sich über die gesamte Länge der Brücke, also 1,7 Meilen (circa 2,7 Kilometer) erstrecken und sechs Meter breit sein. Man rechnet damit, dass die Bauarbeiten im Jahr 2021 abgeschlossen werden.

211 US-Dollar Millionen kostet das Vorhaben und wird aus öffentlichen Geldern bezahlt. Vielen ist das zu teuer, andere monieren aber auch die Veränderung des ikonischen Wahrzeichens. 211 US-Dollar Millionen klingt nach einer hohen Summe, doch solche Netze haben einen großen Einfluss auf die Suizidvorbeugung. So sollen laut Informationen der Harvard School of Public Health 90 Prozent der Menschen, die bei ihrem Sprung gestoppt werden, später nicht mehr an Suizid sterben.

Weitere Informationen

Hilfe bei Suizidgedanken

Falls Sie verzweifelt sind und in einer bedrückenden Lebensituationen keinen Ausweg für sich sehen: Suchen Sie sich bitte Hilfe bei anderen Menschen. Das kann ein Gespräch mit Familienangehörigen oder Freunden sein. Außerdem gibt es professionelle Beratungsangebote. Hier können Sie auch anonym bleiben. Die Telefonseelsorge ist zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar, unter der Rufnummer 0800-1110111 und 0800-1110222. Über weitere Beratungsangebote für Betroffene und Angehörige informiert die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention auf ihrer Homepage.

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Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 21. August 2018, 11 Uhr

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