Frankfurter Skyline

"Zuhause bleiben" heißt das Gebot der Stunde auch an Heiligabend. Daher gibt es in diesem Jahr kein traditionelles Großes Stadtgeläute in Frankfurt. Doch Sie können sich die schönste Weihnachtstradition Hessens auch nach Hause holen. Ein Mausklick genügt.

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Kirchen des Frankfurter Stadtgeläuts
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Das Große Stadtgeläute ist für viele Frankfurter seit Generationen das Highlight an Heiligabend. Alle Jahre wieder reisen auch Besucher aus dem Rhein-Main-Gebiet und gar der ganzen Welt an, um ab 16 Uhr in der Frankfurter Altstadt und rund um den Römerberg mitzuerleben: Fast eine halbe Stunde lang erklingt eine akustische Choreografie aus 60 Kirchenglocken, die den Heiligabend einläuten. Doch im "Corona-Jahr" 2020 bleiben die Glocken der zehn Frankfurter Stadtkirchen stumm.

Stadtgeläute hat auch online große Wirkungskraft

Eine schwierige Entscheidung, die für Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen jedoch notwendig ist. Die Frankfurter müssen in diesem Jahr aber dennoch nicht auf das Große Stadtgeläute verzichten: Es ist digital im Internet zu hören - und entfaltet tatsächlich auch online eine große Wirkungskraft. Zu hören ist es auf der Homepage der Stadt Frankfurt sowie bei uns auf hr1.de - in voller Länge mit exakt 25 Minuten und 33 Sekunden. Nicht nur am Nachmittag des 24. Dezembers, sondern wann und wie Sie wollen: zum Beispiel an Heiligabend zum Festmahl, auf dem Sofa zum Feiertagsausklang oder in der Silvesternacht.

"Wir-Gefühl" für zu Hause

"Das Große Stadtgeläute gehört für viele Frankfurterinnen und Frankfurter, aber auch für viele Menschen außerhalb unserer Stadt, längst zur Weihnachtstradition. Auch ich freue mich immer sehr auf den Klang der Glocken, welche für mich den Beginn des Heiligen Abends einläuten", betont Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker. "Corona-bedingt mussten wir das Große Stadtgeläute vor Ort dieses Jahr leider absagen, damit nicht zu viele Menschen in die Altstadt und auf den Römerberg kommen. Doch Zuhause kann die Tradition des Stadtgeläutes ebenso aufrechterhalten werden und durch das Anhören der Aufnahme dieses einzigartigen Klangkunstwerkes so für ein Gemeinschaftsgefühl sorgen."

Hessens schönste Weihnachtstradition als stimmungsvolle Bildershow

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zum hr4.de Video Das große Frankfurter Stadtgeläut

Blick auf das vorweihnachtliche Frankfurt
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Rundgang unter dem Großen Stadtgeläute auch auf CD

Cover CD Großes Stadtgeäute

Das Große Stadtgeläute stammt in diesem Jahr aus der Konserve, beziehungsweise von einer Klang-CD, die eigens für Liebhaber der wohl berühmtesten Frankfurter Weihnachtstradition produziert wurde. Die CD "Frankfurt am Main: Glocken, Glockenspiel, Großes Stadtgeläute" enthält nicht nur einen Rundgang unter dem Großen Stadtgeläute, sondern auch Klangbeispiele einzelner Glocken sowie drei Choralsätze, die Prof. Reinhard Menger auf dem Glockenspiel der Alten Nikolaikirche intonierte.

Klingende Choreografie aus 60 Kirchenglocken

Gloriosa im Frankfurter Dom

Den Auftakt der insgesamt 60(!) Kirchenglocken macht die Bürgerglocke der Paulskirche. Es schließen sich die weiteren fünf Glocken der Paulskirche an. Danach folgen die vier Glocken der Katharinenkirche an der Hauptwache. Als nächste stimmen die fünf Glocken der Liebfrauenkirche ein. Nördlich der Liebfrauchenkirche erklingen dann die vier Glocken der Peterskirche und das Glockentrio des Dominikanerklosters. Nun folgen am Mainufer die sechs Glocken der Leonhardskirche sowie die vier Glocken des Karmeliterklosters. Am Römerberg ergänzen die vier Glocken der Alten Nikolaikirche die Komposition, bevor dann die fünf Glocken der Dreikönigskirche auf der Sachsenhäuser Mainseite erklingen. Als krönender Höhepunkt folgenden die neun Glocken des Kaiserdoms - darunter die Gloriosa, die berühmteste Glocke Frankfurts.

Weitere Informationen

Angeberwissen zu Frankfurts berühmtester Glocke

Die "Gloriosa" (lat.: Ruhmreiche) ist 2,663 Meter hoch und ist 2,585 Meter breit, der Eisenklöppel hat eine Länge von 2,7 Metern. Mit insgesamt 11.950 kg (der Eisenklöppel wiegt rund 380 kg) ist sie das Schwergewicht der Frankfurter Kirchenglocken und die zweitschwerste Bronzeglocke in Deutschland. Die Gloriosa erklingt im Schlagton e0 +1/16 und schlägt 37 Mal in der Minute an, wobei die Glocke durch die Läutemaschine in einem Winkel um ca. 35 Grad ausgeschwungen wird.

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Kirchliche Tradition aus dem Mittelalter

Das Zusammenspiel aller Frankfurter Kirchen wurde bereits im Mittelalter praktiziert. Erstmals fand es am 28. und 29. Oktober 1347 aus Anlass des Todes von Kaiser Ludwig IV., dem Bayern, statt. Im 19. Jahrhundert beschloss der Magistrat, die Glocken regelmäßig erklingen zu lassen.

Durch den Zweiten Weltkrieg kam es zu einer Unterbrechung und erst 1954 ging es weiter, allerdings mit einem neuen Arrangement des Mainzer Glocken- und Orgelsachverständigen Paul Smets. Zuvor hatten Smets und der Glockengießer Fritz Rincker aus Sinn die Glocken begutachtet. Erst 1995 waren aber alle Glocken nach den Smets-Plänen wieder vereint.

Sendung: hr1, hr1 Koschwitz am Morgen, 24.12.2020

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