Mikroplastik
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Beim Wäschewaschen, beim Autofahren, beim Kauf von PET-Getränkeflaschen - im Alltag produzieren wir täglich erstaunliche Mengen an Plastikpartikeln. Hier haben wir die Top-Ten der Mikroplastik-Quellen für Sie aufgelistet.

Der Gesamteintrag von Mikroplastik durch deutsche Bürger beträgt geschätzte 330.000 Tonnen pro Jahr. Die Quellen dafür sind vielfältig, wie die Studie des Fraunhofer Instituts deutlich macht. Reifenabrieb verantwortet mit Abstand den Großteil: Im Schnitt produziert jeder von uns etwas über ein Kilogramm Mikroplastik allein durchs Auto- und Fahrradfahren. Danach kommt die Freisetzung der Partikel durch Abfallentsorgung mit etwa 300 Gramm.

Hier sehen sie die Top 10 der Mikroplastik-Quellen (in Gramm pro Kopf und Jahr).

  1. Reifenabrieb: 1.228,5
  2. Freisetzung bei der Abfallentsorgung: 302,8
  3. Abrieb von Bitumen in Asphalt: 228
  4. Pelletverluste: 182
  5. Verwehungen von Sport- und Spielplätzen: 131,8
  6. Freisetzung auf Baustellen: 117,1
  7. Abrieb von Schuhsohlen: 109
  8. Abrieb von Kunststoffverpackungen: 99,1
  9. Abrieb von Fahrbahnmarkierungen: 91
  10. Faserabrieb bei der Textilwäsche: 76,8

Quelle: Bertling, Jürgen; Bertling, Ralf; Hamann, Leandra: "Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik" vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, Oberhausen, Juni 2018

Auf Schritt und Tritt

Selten trifft ein Sprichwort so genau seinen Sinn, wie in diesem Fall: Auf Schritt und Tritt produziert jeder einzelne von uns Mikroplastik. Grund dafür ist unser mit Plastik durchsetztes Schuhwerk, das beim Laufen für Abrieb sorgt. Eine neue Studie des Fraunhofer Institutes ergab einen Wert von ungefähr 109 Gramm Mikroplastik, mit denen jeder Deutsche im Gehen die Umwelt schädigt. Im Vergleich dazu wirken die 19 Gramm, die jedem von uns durch den Gebrauch von Kosmetika entstehen, verschwindend gering.

Schusohle und Autoreifen
Schusohlen und Autoreifen gehören zu den Hauptverantwortlichen des Mikroplastikproblems. Bild © Fotos: picture alliance/ Montage: hr1

Primäres und sekundäres Mikroplastik

Achtung Fangfrage: Was ist schlimmer - ein sichtbares oder ein unsichtbares Problem? Während wir den an Küsten und in Meeren weit verbreiteten Plastikmüll deutlich sehen können (teilweise sogar per Satellit aus dem All), fällt es beim Mikroplastik eher schwer. Laut Definition sind Kunststoffteilchen unter einer Größe von fünf Millimetern Mikroplastik, darüber spricht man von Makroplastik.

Die Zersetzung von Makroplastik durch Witterung und andere äußere Einflüsse führt nach einigen Jahrhunderten ebenfalls zu Mikroplastik. Man nennt es sekundäres Mikroplastik. Das primäre dagegen sind sogenannte Basispellets, die bei der Plastikproduktion und Herstellung von Kosmetika zur Anwendung kommen.

Ob primär oder sekundär - die Plastikpartikel binden Umweltgifte an ihrer Oberfläche. Wenn das Plastik von Fischen oder Kleintieren beim Fressen mitaufgenommen wird, gelangen die Gifte in deren Organismus und somit in den Nahrungskreislauf. Früher oder später betrifft das also auch den Menschen - zum Beispiel, wenn man Sprudel und Mineralwasser mit Kohlensäure in Plastikflaschen kauft. Das ist nicht unbedingt das Beste, wie eine aktuelle Studie aus dem Münsterland zeigt.

Sendung: hr1, hr1 am Mittag, 23. Oktober 2018

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