Illegal entsorgte Heizöltanks ligen auf dem Waldboden

In Hessens Wäldern landet regelmäßig illegaler Abfall. "Das ist ein Dauerthema", sagt der Direktor des hessischen Waldbesitzerverbands. Auch die Forstverwaltung Hessen Forst kennt das Problem, das Umwelt und Waldtiere gefährdet.

Belastbare Daten fehlen aber, da die Fälle und Mengen nicht zentral erfasst werden. Dass es aber hunderte Tonnen sind, ist zumindest sicher.

Aktuellster Fall: Öltanks im Wald entsorgt

Im vergangenen Jahr fand ein Förster bei Wiesbaden 230 Tonnen Bauschutt im Wald. In Dreieich (Kreis Offenbach) entdeckte ein Spaziergänger einen Berg Bauschutt. Bei Eppertshausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) wurden vier tonnenschwere Betonklötze gefunden. Im nordhessischen Korbach entsorgten Unbekannte Müll und Altöl. Einer der jüngsten Vorfälle: Vergangene Woche wurden mehrere Öltanks in einem Waldgelände bei Dillenburg (Lahn-Dill-Kreis) gefunden.

Rechtliche Bewertung abhängig vom Müll

Die rechtliche Bewertung der illegalen Ablagerungen hängt von der Art des Mülls ab, den Folgen für die Umwelt und dem Ablageort. "Bei Grünabfällen handelt es sich im Regelfall um eine Ordnungswidrigkeit. Es sei denn, es werden größere Mengen von Grünabfällen abgelagert, die Folgen für Oberflächen- oder Grundwasserleiter haben können", erklärt Hessen Forst-Sprecher Sundermann. In solchen Fällen kann auch der Tatbestand einer Straftat erfüllt sein.

Entsorgungskosten trägt Eigentümer der Fläche

Aufgeklärt werde nur ein kleiner Teil der Fälle, weil sich der Müll nicht so oft zu einem Verursacher zurückverfolgen lasse. Wo der Abfall liegt, wissen Waldbesitzer und Förster meist ziemlich genau: "Überall, wo wir Wanderparkplätze und Zugänge zum Wald haben, sind neuralgische Punkte", sagt Raupach.

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Bei der Art des Mülls gibt es nur wenig, was es nicht gibt: Die Bandbreite reiche vom Gartenabfall bis zur Lkw-Ladung ausgemusterter Kühlschränke. Auch Reifen und ausgeschlachtete Autos seien schon gefunden worden. Die Kosten für die Entsorgung des Mülls trägt prinzipiell der Eigentümer der Fläche. Gerade wenn Flüssigkeit wie Öl ins Erdreich sickert, kann es richtig teuer werden.

Da der Wald laut Gesetz von jedem betreten werden darf und Waldbesitzer keine Möglichkeit hätten, dies einzuschränken, gebe es für private Wälder eine Vereinbarung, sagt Raupach: "Wild abgelagerter Müll wird von örtlichen Kommunen abgeholt."

Enorme Schäden für die Umwelt

Gravierender als die finanziellen Folgen sind laut Hessen Forst allerdings die Auswirkungen auf die Umwelt. Der Müll könne von Wildtieren gefressen werden, die im schlimmsten Fall daran verendeten. Manchmal macht sich die Hartnäckigkeit von Förstern bezahlt.

Bei den Betonpollern in Eppertshausen beispielsweise suchte Stefan Rickert, Bereichsleiter beim Forstamt Dieburg, monatelang nach dem Eigentümer. Nach mehreren Medienberichten habe sich dieser schließlich gemeldet. "Zwei Poller sind schon abgeholt", sagt Rickert. Und auch die zwei verbliebenen würden bald verschwinden.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 19.2.2020, 9-12 Uhr

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