Ortsschild Gewissenruh, Hessen

Erst ein Linsengericht, dann gibt's Würges und ein Böß-Gesäß: In Hessen gibt es viele kleine Dörfer, Ortsteile und Gemeinden mit lustigen Namen. Und manche sind sogar eine Reise wert. Wie wäre es beispielsweise mit einer Reise nach Korsika im Odenwald? Eine Übersicht der kuriosesten Ortsnamen Hessens.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Das sind Hessens lustigste Ortsnamen

Wixhausen Ortsschild
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Frankfurt, Kassel oder Gießen kennt jeder - aber wie sieht es aus mit Hüttengesäß, Leckringhausen oder Mücke? hr1 präsentiert die lustigsten Orte in Hessen und verrät, welche Sehenswürdigkeiten es dort gibt.

Lustige Orte in Hessen von A bis Z

  • Brechen: Nicht zu verwechseln mit dem Ort Kotzen im Havelland. Brechen ist eine Gemeinde im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Die erste urkundliche Erwähnung finden Nieder- und Oberbrechen unter dem Namen Brachina ("an der Berglehne") in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch im Jahre 772. Sehenswertes: Gefangenenturm (Wahrzeichen aus dem Mittelalter), Römerlager (Bodendenkmal).
  • Böß-Gesäß: Der Name hat nichts mit einem schmerzenden Hinterteil zutun. Böß-Gesäß, auch Hessisch-Bösgesäß oder Bös-Gesäß II genannt, ist ein Ortsteil der Gemeinde Birstein am nordöstlichen Rande des Main-Kinzig-Kreises im südöstlichen Hessen. Zusammen mit Bösgesäß I, umgangssprachlich auch Preußisch-Bösgesäß genannt, bildete es ursprünglich einen gemeinsamen Ort. Die beiden Teile des damaligen Bösgesäß gehörten jedoch bereits im späten Mittelalter zu verschiedenen Gerichten innerhalb des Herrschaftsgebietes der Isenburger. Als Grenze wurde die durch den Ort fließende Bracht festgelegt. Der Ortsname wird als "Wohnsitz des Bunzo" gedeutet. Sehenswertes: Backhäuschen, Alte Schule (Gemeindehaus).
  • Dagobertshausen: Hier wohnen sicherlich nicht nur reiche Schnösel. Dagobertshausen ist ein Stadtteil der Universitätsstadt Marburg im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Name könnte auf den fränkischen Merowinger-König Dagobert I. zurückzuführen sein. Sehenswertes: Wandergebiet Lahntal, Landgrafenschloss Marburg, Hofgut Dagobertshausen (beliebte Eventlocation).
  • Dorf-Güll: Ein Dorf mit Ortsname Dorf? Dorf-Güll ist ein Ortsteil der Stadt Pohlheim im mittelhessischen Landkreis Gießen. Laut erhaltenen Urkunden geht der Ortsname auf die Umschreibung "in den beiden Dörfern Gullen und Bercheim" zurück. Sehenswertes: Burg Grüningen, Wandergebiet Wetterau.
  • Eiershausen: Da gackern doch die Hühner! Eiershausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Eschenburg im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Über die Namensgebung des kleinen Ortes ist leider nichts genaues überliefert, aber lustig ist der Ortsname allemal. Sehenswertes: Naturdenkmal Dreikaisereiche, tolle Wanderregion (Gladenbacher Bergland, Simmersbachtal, Dietzhölztal).
  • Eiterfeld: Au Backe! Die Marktgemeinde Eiterfeld liegt in Osthessen im nördlichen Teil des Landkreises Fulda an der Grenze zum hessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg und zum thüringischen Wartburgkreis. Der Ortsname stammt von dem Flüsschen Eitra, das am Lichtberg entspringt. Sehenswertes: Point Alpha Gedenkstätte zur Wiedervereinigung, Viadukt Klausmarbach, Burgruine Hauneck.
  • Falken-Gesäß: Ja, auch Greifvögel haben ein Hinterteil. Falken-Gesäß ist ein Stadtteil von Oberzent im südhessischen Odenwaldkreis. Zu dem Stadtteil gehört der Weiler Leonhardshof. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1321 mit dem Ortsnamen Valkengesezze. Sehenswertes: Ruine der St. Leonhardskapelle (ehemalige Wallfahrtskirche).
  • Freigericht: Wo kein Richter, da kein Henker? Freigericht ist eine ländliche Gemeinde im hessischen Main-Kinzig-Kreis und liegt unmittelbar an der bayerischen Grenze. Die Gemeinde Freigericht ist nicht zu verwechseln mit der historischen Region Freigericht Alzenau, zu der außer der hessischen Gemeinde Freigericht noch etliche heute bayerische Gemeinden oder Ortsteile gehörten. Um 1200 erhielten die Wilmundsheimer Zenten Selbstverwaltungsrechte und wurden zu freien, reichsunmittelbaren Gerichten. Daher stammt der Name Freigericht. Sehenswertes: Hof Trages (barockes Hofgut), Heimatmuseum Somborn.
  • Gewissenruh: Da können Sie ruhigen Gewissens mal hinfahren. Gewissenruh ist ein Ortsteil der Gemeinde Wesertal im nordhessischen Landkreis Kassel und ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. In der Nähe liegt das Dorf Gottstreu - beide Namen gehen auf den religiösen Landgraf Karl von Hessen-Kassel zurück. Sehenswertes: Waldenserkirche, Reinhardswald und Wesertal bieten gute Wander- und Reitmöglichkeiten.
  • Heuchelheim: Wer heuchelt denn da Interesse? Heuchelheim an der Lahn ist eine Gemeinde im mittelhessischen Kreis Gießen und schließt sich unmittelbar westlich an die Kreisstadt Gießen an. Sehenswertes: Kameramuseum, Drehhaus, Windhof.
  • Hüttengesäß: Hüttengesäß ist ein Ortsteil der Gemeinde Ronneburg im Main-Kinzig-Kreis in Hessen. Die älteste Schreibweise des Ortsnamens ist "Huttengesezze" und geht auf Kaiser Friedrich II. zurück, der die Besitztümer des Klosters Selbold in Schutz nahm. Sehenswertes: Ronneburg, Wanderregion.
  • Knüllwald: Ein besonders klein geratener Wald? Wohl kaum. Knüllwald ist eine große Gemeinde im Schwalm-Eder-Kreis in Hessen. Der mit über 60 Prozent bewaldete Ort liegt im Knüllgebirge zwischen den Flüssen Efze und Beise südlich von Kassel und gehört zu den flächengrößten Kommunen Hessens. Sehenswertes: Lebendiges Bienenmuseum Knüllwald, Burgruine Wallenstein, etliche Kirchen.
  • Korsika: Eine schöne Mittelmeerinsel mitten in Hessen? Leider falsch. Korsika ist ein Weiler im Odenwald, der zum Ortsteil Unter-Schönmattenwag der Gemeinde Wald-Michelbach im Landkreis Bergstraße gehört. Die Wohnsiedlung besteht nur aus wenigen Gebäuden und ist kleiner als ein Dorf. Sehenswertes: Alte Mühle.
  • Leckringhausen: Gibt es da verschiedene Geschmacksrichtungen? Leckringhausen ist ein Stadtteil von Wolfhagen im nordhessischen Landkreis Kassel. Sehenswertes: Park Wilhelmshöhe, Schloss Wilhelmshöhe.
  • Linsengericht: Hmm lecker, Hülsenfrüchte! Linsengericht ist eine hessische Gemeinde im Main-Kinzig-Kreis zwischen Schöllkrippen und Gelnhausen im Regierungsbezirk Darmstadt. Es besteht aus den Ortsteilen Altenhaßlau, Eidengesäß, Geislitz (mit Hof Eich und Eichermühle), Großenhausen (mit Waldrode) und Lützelhausen. Sehenswertes: Rittergut von Carlshausen (heutiges Herrenhaus),
  • Lieblos: So schlimm wird es dort schon nicht sein. Lieblos ist der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Gründau im Main-Kinzig-Kreis in Hessen. Der Ort liegt im Gelnhäuser Kinzigtal am südlichen Rand des Büdinger Waldes und geht auf die Bezeichnung "Liebevolles oder gutes zugelostes Land" zurück. Sehenswertes: Kinzigmühle, Ronneburg, Drususeiche (Naturdenkmal).
  • Mücke: Lästige Viecher. Mücke ist eine Gemeinde im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Der Ortsname stammt aus dem keltischen Sprachschatz und leitet sich von "much" beziehungsweise "mack" ab, das so viel wie feucht und sumpfig bedeutet. Sehenswertes: Marktplatz Grünberg, Restaurant Gleis 1 (Essen gehen in einem ehemaligen Bahnwaggon), tolle Wanderregion.
  • Ohren: Hier gibt's viel zu sehen - und hören. Ohren ist einer von sieben Ortsteilen der Gemeinde Hünfelden im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Sehenswertes: Große Freizeitanlage am Waldrand mit Grillplatz, Feuerstelle und Spielplatz.
  • Poppenhausen: Die Bevölkerungszahl ist im stetigen Wachstum. Poppenhausen (Wasserkuppe) ist eine Gemeinde im osthessischen Landkreis Fulda und gehört zum Regierungsbezirk Kassel. Der heutige Luftkurort geht auf den fränkischen Gaugrafen Poppo I. zurück. Sehenswertes: Neugotische Pfarrkirche St. Georg, Sieblos-Museum (Fossilien), Lourdesgrotte, Themenwanderweg Liebesweg.
  • Schlitz: Achtung vor zu engen Durchfahrtsstraßen. Schlitz ist eine Kleinstadt im Osten des mittelhessischen Vogelsbergkreises und ist in 17 Stadtteile untergliedert. Durch die fünf Burgen der Stadt ist Schlitz über Hessen hinaus bekannt und wird daher auch als Romantische Burgenstadt Schlitz bezeichnet. Sehenswertes: Burgenring mit historischer Altstadt, etliche Radwanderwege.
  • Selters: Na prost, Selters! Selters im Taunus ist eine Gemeinde im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg und gehört zum Regierungsbezirk Gießen. Sehenswertes: Selters Mineralbrunnen und Selterswassermuseum in Niederselters.
  • Schlechtenwegen: Von wegen schlecht. Schlechtenwegen ist ein Stadtteil von Herbstein im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Der Ort wurde im Jahr 885 unter dem Namen Scliedinuueke urkundlich erwähnt. Sehenswertes: Tractorpulling-Veranstaltung Ende September (Motorsport mit Traktoren).
  • Sterbfritz: Kein guter Name für so manchen Einwohner mit diesem Vornamen. Sterbfritz ist ein Ortsteil von Sinntal im Main-Kinzig-Kreis. Zum Namen gibt es verschiedene Geschichten variierenden Inhalts, die sich um ein Pferd drehen, das am Ende seiner Kräfte war. In Wirklichkeit entwickelte sich Sterbfritz aus Starcfriedeshuson, was soviel wie "Die Behausungen einer Person namens Starkfried" bedeutet. In Sterbfritz entspringt die Kinzig. Sehenswertes: Schloss- und Burgruine Schwarzenfels, im Umkreis wachsen seltene, wilde Orchideen.
  • Thurnhosbach: Alle sportlich, die hier wohnen. Thurnhosbach ist ein Stadtteil von Sontra im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis und hat nichts mit Turnhosen zu tun. 1408 wird Ort erstmals als Dornhospach erwähnt. Insgesamt änderte sich der Name mehrmals, die genaue Namensherkunft ist umstritten. Sie könnte Dornengestrüpp hinweisen, oder auf den "dürren" Hosbach zurückgehen, der dort fließt. Sehenswertes: Wanderwege zum Ziegenküppel.
  • Wetter: Wie ist das Wetter in Wetter? Wetter ist eine Kleinstadt im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Woher der Name kommt ist unklar, doch erwähnt wird Wetter erstmals schon im 12. Jahrhundert. Eine Besiedlung konnte sogar bis ins 8. Jahrhundert nachgewiesen werden. Heute punktet Wetter mit seinen Fachwerkhäusern und den Resten der mittelalterlichen Stadtmauer mit ihren zwei Türmen. Sehenswertes: Altstadt mit Fachwerkhäusern, Wanderregion.
  • Würges: Die Partnerstadt müsste eigentlich Brechen sein. Würges ist ein Stadtteil von Bad Camberg im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg und hat einiges an Historie zu bieten. So zum Beispiel zwei Gebäude der Thurn- und Taxisschen Post von 1790 und 1825, von denen das ältere am 10. Januar 1801 vom legendären Räuberhauptmann Schinderhannes überfallen wurde. Sehenswertes: Würgeser Kirche in den Dietrichswiesen.
  • Wixhausen: Nun ja. Wixhausen ist ein Stadtteil von Darmstadt in Südhessen und viel schöner, als der Ort bei einer Durchfahrt auf der Bundesstraße 3 vermuten lässt. Besonders sehenswert ist die historische evangelische Pfarrkirche, die aus einem mittelalterlichen Rittersitz entstanden ist. Der heutige Kirchturm war einst Kern dieser Burg. Städtepartnerschaften mit einem der vier deutschen Orte namens Poppenhausen bestehen nicht. Sehenswertes: Pfarrhofreite aus dem 18. Jahrhundert (Kulturdenkmal).
  • Zorn: Bloß nicht jähzornig werden. Zorn ist ein Ortsteil der Gemeinde Heidenrod im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Sehenswertes: Der Pfaffenbarg (445 Meter) mit den Resten einer Turmburg namens Hareschloß. Südlich des Ortes im Waldstück Strutheck findet sich die mittelalterliche Motte Alte Schanz.

Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 01.10.2020, 5-9 Uhr

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