Marion Kuchenny diskutiert mit in Bürstadt mit Forstfachleuten.

hr1-Moderatorin Marion Kuchenny hat mit Experten vom Forstamt, Argrarmeteorologen, Klimaexperten, Gemüsebauern und interessierten Hörern über die Trockenheit und ihre dramatischen Folgen diskutiert. Unsere hr1-Kollegin Nicole Abraham war mit dabei.

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Schon bei der Fahrt nach Bürstadt auf der A5 in Richtung Süden fallen kahle Birken, lichte Baumkronen und vertrocknete Blätter an den Ästen auf. Hessens Wälder leiden massiv unter der Trockenheit. Sie verdursten, sind schwach und anfällig für Schädlinge.

"Starker Käferbefall macht den Bäumen zu schaffen"

Thorsten Sattler vom Forstbetrieb Fürth im Odenwald beschreibt die Lage so: "Die Fichtenbestände lösen sich auf durch den starken Käferbefall in der Riedebene. Von Heidelberg bis Frankfurt sterben Kiefern, Buchen und Eichen ab."

Den Förstern bleibt nichts anderes übrig, als wieder aufzuforsten. Da macht ihnen allerdings im Ried der Maikäfer einen Strich durch die Rechnung, sagt Niclas Schmidt-Hieber vom Forstamt Lampertheim. "Der Engerling (Anm.d.Red.: Käferlarven des Maikäfers) frisst junge Baumwurzeln. Ausgewachsene Tiere fressen daher alles kahl."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Marion Kuchenny diskutiert in Bürstadt über das Waldsterben

Kuchenny Bagger Bürstadt
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Zur Trockenheit kommen auch noch die häufigen Unwetter - gerade Hagel und Starkregen machen den Landwirten zu schaffen. Michael Schmidt ist Gemüsebauer in Lampertheim: "Auch wir leiden darunter. Platzregen nützt niemandem etwas, es kommt keine Luft in den Boden, das ist schlecht."

"Es wird immer mehr Starkregenfälle geben"

Klimaexperte und Argrarmeteorologe Andreas Brömser vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach kann nach den letzten zwei extrem trockenen Sommern auch jetzt keine Entwarnung geben. Seine Prognose: "Bei den Temperaturen wird es in den nächsten Jahrzehnten einen ganz klaren Trend nach oben geben. Da erwarten wir schon bis Mitte des Jahrhunderts nochmal eine Steigerung der Jahresdurchschnittstemperatur um ein bis anderthalb Grad. Das ist ein sehr schneller Wandel."

Bei den Niederschlägen hingegen werde sich insgesamt in der Vegetationsperiode nicht viel verändern. "Allerdings werden Niederschläge zukünftig nicht als Landregen, sondern viel mehr als Starkregen mit Gewittern fallen. Daher können die Pflanzen solche Wassermassen schlechter nutzen als bisher", erläutert Brömser.

Hier finden Sie die gesamte Diskussion zum Thema "Waldsterben" zum Nachhören:

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Kuchenny Bürstadt
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Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 27.8.2019, 9 - 12 Uhr

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