Idiotentest
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Wer sich schwerwiegende Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung leistet, muss zum Idiotentest. So sagt es zumindest der Volksmund. Kaum einer weiß aber, was genau damit gemeint ist.

Wer mit einem Blutalkoholwert von 1,6 Promille am Steuer erwischt wird, unter Drogeneinfluss Auto fährt, oder mehr als sieben Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg hat, der muss zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung, kurz: MPU. Doch wie läuft die eigentlich ab?

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung besteht aus drei Teilen. Dem Leistungstest, einer medizinischen Untersuchung sowie dem Explorationgespräch mit dem psychologischen Gutachter. Im Vorfeld müssen Sie einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen. Im Detail sieht das so aus:

Leistungstest:

  • Es werden Tests zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit durchgeführt. Getestet werden dabei Reaktion, Konzentration, Orientierung und Durchhaltevermögen. Ist eine Leistungsminderung offensichtlich, muss in einer Fahrverhaltensbeobachtung nachweisen werden, dass diese Leistungsmängel in der praktischen Verkehrsbewährung kompensiert werden können.

Medizinische Untersuchung / ärztliches Gespräch:

  • Es werden der allgemeine Gesundheitszustand, Gewicht und Größe erhoben. Überprüft werden auch die Reflexe, das Hör- und Sehvermögen sowie der Zustand der Leber.
  • Bei einem Alkohol-Gutachten wird das Blut auf relevante Blut- und Leberwerte untersucht.
  • Bei einem Drogen–Gutachten wird in der Regel der Urin auf alle szeneüblichen Stoffe und Drogen überprüft.

Explorationsgespräch:

  • Der psychologische Gutachter stellt Fragen zur Verkehrsauffälligkeit, zu Ihrer Sichtweise dazu und zu Ihren allgemeinen Einstellungen.
  • Danach fasst der Gutachter sein Verständnis der erhobenen Fakten zusammen. Das kann auch schriftlich mit der Möglichkeit der Gegenzeichnung geschehen. Tendiert das Ergebnis für den Gutachter in eine Richtung, gibt er Ihnen eine so genannte Sachstandmitteilung. Dann wissen Sie, ob das Ergebnis eher positiv oder negativ werden wird.

Wie geht es weiter?

  • Das Ergebnis der MPU erhält man in der Regel ca. zwei Wochen nach der Untersuchung schriftlich.
  • Ist das Gutachten positiv, muss es zur Überprüfung bei der Straßenverkehrsbehörde abgegeben werden. Sie erteilt danach den Führerscheins oder fordert weitere Auflagen, so sich diese aus dem Gutachten ergeben.
  • Ist das Gutschten negativ, geben Sie es nicht bei der Straßenverkehrsbehörde ab. Es wird in Ihrer Führerscheinakte für bis zu 15 Jahre abgelegt und bei jeder neuen MPU dem nächsten Gutachter vorgelegt.
  • Je nach Behörde kann man sich gleich für eine neue MPU anmelden. Es empfiehlt sich jedoch, professionelle Hilfe zur Vorbereitung des Test zu holen, da die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Durchfallens hoch ist. Beratung bieten unter anderem der TÜV und die Dekra.

Was kostet das?

Eine MPU kostet zwischen 347 und 755 Euro. Die Höhe des Preises richtet sich nach dem Anlas der Begutachtung. Eine MPU wegen zu vieler Punkte in Flensburg ohne Alkoholvergehen liegt bei 347,48 Euro. Sind Drogen- und Alkoholmissbrauch der Grund, werden 755,65 Euro fällig.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 11. Juni 2018, 10 Uhr

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