Imkern als Hobby

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Imkern - wie geht das und was brauche ich?

Es gibt viele gute Gründe, sich für die Haltung von Bienen zu entscheiden. Die fleißigen Insekten liefern Honig, Wachs und andere Produkte. Zum anderen haben Sie einen indirekten Nutzen, den die Bienen durch ihre Bestäubungsleistung erbringen. Hier können Sie lesen, was Sie für Ihre kleine Imkerei im heimischen Garten so alles brauchen.

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zum hr-fernsehen.de Video Der Wanderimker - Bienen für die Bauern

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Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, Bienen zu halten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Umwelt und über ein Drittel unserer Nahrung ist von ihrer Bestäubung abhängig. Doch einfach ist die Haltung nicht, denn Imkern will gelernt sein. Sie sollten sich Ihrer Verantwortung für einen bis zu 45.000 Tiere fassenden Bienenstock bewusst sein und vor allem zwei Dinge mitbringen: Zeit und Geduld.

Bienenhaltung im Garten - das sollten Sie wissen

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Zwei Bienen an einer Blüte

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zum hr2.de Audio Henning Eichler, Hobby-Imker, über seine Leidenschaft

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Bevor Sie also mit der Haltung beginnen, sollten Sie sich eindringlich mit dem Thema beschäftigen. Es gibt verschiedene Wege, sich benötigtes Wissen und Fertigkeiten anzueignen. Hier bieten sich lokale Imkerkurse an, bei denen Sie ein Jahr als Neuimker begleitet werden. Zusätzlich wird geraten, sich einen Imkerpaten zu suchen, der Ihnen Hilfestellung gibt.

Mit dieser Merkliste wird der Einstieg leichter:

  • Standort finden: Egal ob im Garten, auf dem Dach oder am Balkon - die Bienen sollten nicht den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt sein oder nur im Schatten stehen. Ein Verhältnis von 50/50 ist perfekt.
  • Nachbarn und/oder Vermieter informieren: Die direkten Nachbarn sollten in Kenntnis gesetzt werden, wenn Sie sich für die Bienenhaltung entscheiden. Falls es Fragen gibt: Bienen werden nicht von süßen Speisen angezogen, sondern Wespen. Zudem sind Bienen friedfertig und fliegen grundsätzlich immer Richtung Licht - also nicht in dunkle Wohnräume des Nachbarn.
  • Imkerzubehör besorgen: Die Grundausrüstung besteht aus Stockmeißel, Schleier, Handschuhen, Besen und Smoker. Außerdem benötigen Sie Ameisensäure und Oxalsäure gegen Parasiten wie die Varroa-Milbe. Alles finden Sie in lokalen Imkerbedarfsläden oder bei diversen Online-Händlern. Planen Sie hier 60 bis 100 Euro ein!
  • Bienen kaufen: Mögliche Quellen sind Freunde und Bekannte, lokale Imkervereine, Web-Communities oder die Schwarmbörse. Sie sollten in jedem Fall mit einem vitalen Naturschwarm beginnen, da gezüchtete Honigbienen die Wildbienen als Nahrungskonkurrenten verdrängen und nur bestimmte Pflanzen bestäuben. Naturschwärme hingegen bestäuben alle Pflanzen. Wichtig: Bis spätestens Mitte Juli sollten die Bienen in ihr neues Heim eingezogen sein. Planen Sie auch hier 60 bis 100 Euro ein!
  • Bienen versichern: Eine Bienenhaltung, die als Hobby ausgeführt wird, ist in den meisten Privathaftpflichtversicherungen mitversichert. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherungsträger, ob Ihre Haftpflicht auch eine private Bienenhaltung abdeckt.
  • Bienenvolk beim Veterinäramt melden: Sie sind rechtlich verpflichtet, Ihr Bienenvolk beim jeweils zuständigen Veterinäramt anzumelden. Die Stadt- oder Gemeindeverwaltung hilft Ihnen da weiter. Zudem gibt es für Hessen eine Meldepflicht bei der hessischen Tierseuchenkasse.
Weitere Informationen

Weiterführende Links

www.illh.hessen.de
www.hessische-imker.de
www.fli.de

Ende der weiteren Informationen

Die Produkte der Bienenhaltung

Honig, das wichtigste Produkt der Imkerei, ist bereits seit der Antike sehr beliebt. Das Jahrtausende alte Süßungsmittel besitzt antibakterielle Eigenschaften und enthält Fruchtzucker, Wasser, Proteine, Enzyme, Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamine.

Aber auch Bienenwachs ist ein beliebtes Produkt - und zwar zur Kerzenherstellung. Es wird in den Wachsdrüsen von Arbeitsbienen produziert und ist das Material des Wabenbaues. Um es zu gewinnen, muss der Imker die Waben ausschmelzen. Daraus werden dann wohlduftende Kerzen gemacht.

Bienen als Bestäuber "vermieten"

Der Bestäubungsnutzen der Bienen ist allerdings um ein Vielfaches höher als der Ertrag ihrer Produkte. Die Nektar- und Pollensammeltätigkeit der Bienen bei den insektenbestäubten Pflanzen kann sich der Imker nämlich ebenfalls zum Vorteil machen: Er "vermietet" seine Bienenvölker an Landwirte oder Saatguthersteller zur Blütenbestäubung. Für kanadische Imker beispielsweise ist der Bestäubungsdienst im Vergleich zu Honig die Haupteinnahmequelle.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 14.05.2019, 9-12 Uhr

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