Eine Sendung "Einkauf aktuell" im Briefkasten

Für viele ist sie einfach nur lästig und fliegt vom Briefkasten direkt in den Müll. Die Rede ist von der in Folie eingeschweißten Broschüre "Einkauf aktuell". Bei der Klage gegen die Reklamesendung der Post geht es aber auch um Umweltschutz.

Jeden Samstag seit 14 Jahren werden mehr als 18 Millionen Exemplare von "Einkauf aktuell" in die Briefkästen der Republik gestopft. Dabei handelt es sich um eine Reklamesendung der Deutschen Post AG. Beigelegt sind regional unterschiedliche Prospekte von Supermärkten, Discountern oder Möbelgeschäften und das TV-Programm der kommenden Woche einiger ausgewählter Fernsehsender.

Oft landet ganzes Paket im Müll

Eine riesige Ressourcenverschwendung ist das, sagen die Mitglieder der Initiative "Letzte Werbung". Diese will die Papierflut beenden und gegen die Deutsche Post klagen.

"Letzte Werbung" kritisiert, dass Haushalte die wöchentliche Wurfsendung auch dann bekommen, wenn sie dem Erhalt schriftlich widersprochen haben. Nach Angaben der Initiative ist das Werbeblatt der Deutschen Post AG für große Mengen Plastikmüll und Altpapier verantwortlich.

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Papierverbrauch und Werbung

  • Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Papier in Deutschland liegt bei 250 Kilo - einer der höchsten weltweit. Damit verbrauchen wir so viel Papier wie Südamerika und Afrika zusammen. Zum Vergleich: der durchschnittliche Pro-Kopf-Papier-Verbrauch weltweit liegt bei 57 Kilogramm.
  • 33 Kilogramm Werbung werden jährlich in jeden deutschen Briefkasten geworfen.
  • 90% der Werbesendungen landen ungelesen und geöffnet auf dem Müll
  • Bei wöchentlich mehr als 18 Millionen versendeten "Einkauf aktuell"-Paketen, dessen Polyethylen (PE) Verpackung 3 Gramm wiegt, kommen jährlich über 2800 Tonnen Plastikmüll zusammen.
  • Die Papierwirtschaft ist eine der energie- und wasserintensivsten Industrien in Deutschland: Bei der Herstellung einer Tonne Papier werden fast eine Tonne CO2 produziert und 10.000 Liter Wasser verbraucht.
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Kann man sich wehren?

Ein Stapel "Einkauf aktuell"-Broschüren.

Die Initiative "Letzte Werbung" hat nun aus mehr als einhundert klagebereiten Personen zehn ausgewählt und bereitet deren Klagen vorbereiten. Es gehe darum das "Recht auf Selbstbestimmung" einzuklagen, erklärte eine Sprecherin der Bürgerinitiative. Die Post biete keinen Weg, um sich einfach von der unerwünschten Plastikpost abzumelden. Man wolle daher einen Grundsatzentscheid beim Bundesgerichtshof erwirken, dass ein für alle Mal kläre, dass man gegen ungewollte, nichtadressierte Werbung widersprechen könne.

Laut Post sei ein schriftlicher Widerspruch gegen die Reklame gar nicht nötig. Ein "Keine Werbung"-Aufkleber am Briefkasten würde ausreichen, um den Einwurfvon "Einkauf aktuell" zu verhindern. Die Realität sieht leider oft anders aus. Die Aufkleber werden von den Zustellern häufig ignoriert.

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Übrigens: Die Werbeprospekte gibt es auch im Internet unter www.neuste-prospekte.de.

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Sendung: hr1, hr1-Koschwitz am Morgen, 01. August 2019, 6 Uhr

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