Jantje Friese

Dass die erfolgreichste Netflix-Serie eine hessische Erfindung ist, hätten wohl die wenigsten gedacht. Dabei kann man in der Geschichte von "Dark" sogar Verweise auf unser Bundesland finden. Subtil versteckt in einer düsteren, nicht immer leicht nachzuvollziehenden Handlung.

Szene aus der Netflixserie Dark

Der Erfolg der ersten deutschen Netflix-Serien-Produktion ist für viele ein ebensolches Mysterium wie die in drei Staffeln erzählte Geschichte von "Dark" selbst. Sie handelt von Familientragödien, Zeitreisen und Parallelwelten und sorgt mit ihrer nicht stringenten Erzählweise immer wieder für Verwirrungen.

Dazu kommen düstere Bilder sowie ein gespenstischer Score, die zusammen eine bedrückende Atmosphäre herauf beschwören. Und doch erzählt "Dark" auch eine wundervolle Liebesgeschichte, die sich durch alle Zeiten und Welten der Story kämpfen und behaupten muss. Und in der letzten Folge von Staffel drei - so viel sei verraten - wird alles plausibel aufgeklärt.

Hinter "Dark" steht eine hessische Filmemacherin

Erdacht hat all dies Jantje Friese aus Marburg. Die 1977 geborene Drehbuchautorin und Filmproduzentin hat nach dem Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München mit ihrem Mann Baran bo Odar zwei Kinofilme produziert, von denen "Who Am I - Kein System ist sicher" 2015 für den Deutschen Filmpreis nominiert wurde.

Durch die Nominierung wurde Netflix auf die Filmemacher aufmerksam. Doch anstatt aus ihrem Film eine Serie zu machen, wie vom Streamingdienst vorgeschlagen, entwickelten und produzierten sie die Serie "Dark". Jantje Friese schrieb das Drehbuch. Baran bo Odar führte Regie.

Ein internationaler Netflix-Erfolg "Made in Germany"

Szene aus der Netflixserie Dark

Gleich die erste Staffel schlug 2017 ein wie eine Bombe. Und das vor allem im Ausland. Neun von zehn Zuschauern der in einer fiktiven deutschen Kleinstadt namens Winden angesiedelten Handlung kamen nicht aus Deutschland. Ein Trend, der sich 2019 in Staffel zwei fortsetzte.

Viele der internationalen Zuschauer schauen "Dark" gerne auf Deutsch mit Untertiteln, wie es aus der Netflix-Unternehmenskommunikation heißt. Etwa in Japan und Korea. Auch in den USA, Chile und Polen sei die Serie der Renner. Für die am 27. Juni 2020 gestartete, dritte Staffel veröffentlichte Netflix noch keine Zahlen. Auf dem rennomierten Filmbewertungsportal "Rotten Tomatoes" wurde "Dark" als "Beste Netflix Original Serie" ausgezeichnet.

Gedreht in Brandenburg, Verbindungen nach Hessen

Szene aus der Netflixserie Dark

Produziert und gedreht wurden alle Folgen ausschließlich in Deutschland. Etwa in den Filmstudios Babelsberg, in verschiedenen Regionen Brandenburgs und in Berlin. Die Innenaufnahmen der Höhle, die in der Serie eine zentrale Rolle spielt, wurden im Harz aufgenommen.

Verbindungen in die hessische Heimat von Jantje Friese finden sich aber auch in "Dark". So hat das fiktive Winden die Postleitzahl 36177 und es gibt nur eine deutsche Stadt, deren Postleitzahl bis auf eine Ziffer identisch ist: Bebra im Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat die 36179. Auch die Telefonvorwahl 064 weist auf Hessen hin.

Mücke im Vogelsbergkreis hat die 06400 als Vorwahl. In Staffel eins ist ein Reisepass zu sehen, der in Gießen ausgestellt wurde. Und nicht zuletzt spielt in einem der Zeitstränge ein Mord eine Rolle, der in Marburg - der Geburtsstadt der Autorin - geschehen ist. Man kann also sagen, die Serie "Dark" ist nicht nur eine hessische Erfindung, sie spielt auch in Hessen.

Eine kurze Zusammenfassung der ersten "Dark"-Staffel können Sie hier ansehen.

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Sendung: hr1-Koschwitz am Morgen, 22.7.2020, 5-9 Uhr

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