Soja-Drinks sind gar nicht so gesund. Viele Produkte enthalten Schadstoffe.
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Von wegen bekömmlich. Die Stiftung Warentest hat die Nummer eins der Milchalternativen unter die Lupe genommen. Gleich mehrere beliebte Sojadrinks fielen durch.

Wer sich gesundheitsbewusst und vegetarisch ernährt, greift gerne zu Sojaprodukten. Denn die Basis, die Sojabohne, enthält viel hochwertiges Eiweiß und ist cholesterinarm. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Nielsen sind Sojadrinks mit 40 Prozent Marktanteil die Beliebteste unter den Milchalternativen, gefolgt von Mandel-, Hafer- und Reisdrinks.  

Vom Superfood zur "Problem-Bohne"

Doch mit den aktuellen Ergebnissen aus dem Berliner Prüflabor ist das Image der Sojabohne als Superfood angekratzt. Ein Produkt musste sogar vom Markt genommen werden: Den dm-Sojadrink bewerteten die Tester als "mangelhaft". Nachdem die Experten den gesundheitsgefährdenden Keim Cellulosimicrobium cellulans in der Probe fanden, informierten sie den Hersteller. Der nahm die Charge im April aus dem Verkauf. Nähere Informationen zu diesem Produkt finden Sie bei der Stiftung Warentest.

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Tipps von "Stiftung Warentest"

Testsieger ist der Bio Soja Drink von Berief (1,29 € pro Liter). Er wird ohne Kalziumzusatz angeboten. Mit Milbona Bio Organic Soja Drink (0,95 pro Lier) vom Discounter Lidl bietet das günstigste unter den mit der Note "gut" bewerteten Test-Produkt an.

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Zehn der getesteten Sojadrinks enthalten einen Kalziumzusatz: Von diesen Drinks schnitten apro Soya light (2,1), Milbona Bio Organic Soja von Lidl (2,1) und Alpro Soya Original besonders "gut" ab. Ohne Kalziumanreicherung überzeugte der Bio Soja Drink Natur von Berief (1,9) und Soya ungesüßt von Provamel (2,1).

Diese Produkte fielen durch

Der Bio Sojadrink Naturell mit Calcium von Aldi Süd (Note 4,6) war "mangelhaft". In diesem Produkt fanden die Tester kritische Stoffe. Der Bio + Vegan Sojadrink Classic von Edeka (4,9) fiel aus dem gleichen Grund durch.

Anonyme Testkäufe

Insgesamt nahmen die Warentester 15 verkaufsstarke Produkte unter die Lupe, davon 12 mit Biosiegel. Zehn waren mit Calcium angereichert, fünf nicht. Die Testkäufe erfolgen von Februar bis März 2018. Fünf geschulte Prüfer verkosteten die anonymisierten Getränke unter stets gleichen Bedingungen und bewerteten Aussehen, Geruch und Geschmack.

Gefahr für Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit

Zusätzlich erfolgte eine Laboranalyse, in der auch die Schadstoffbelastung und Prüfung auf Bakterien erfolgt. Hierbei stellte sich heraus, dass sechs der Sojadrinks - allesamt Bio-Produkte - stark bis sehr stark mit Nickel belastet waren. Den höchsten Nickelgehalt fanden die Tester in den Bio-Drinks von Aldi Süd, Edeka und Natumi. Wer Sojadrinks dieser Marken häufig verzehrt, riskiert seine Gesundheit. Denn Versuche mit Mäusen zeigten: Eine dauerhaft hoch konzentrierte Aufnahme von Nickel schadet der Fortpflanzungsfähigkeit.

Sendung: hr1, hr1 am Vormittag, 31.7.2018, 10 Uhr

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