John McEnroe
Ex-Tennisstar John McEnroe bei einem Show-Match während der Australian Open 2019. Bild © picture-alliance/dpa

"Superbrat" fegte in den 70ern, 80ern und 90ern meist wie eine Furie über den Tennisplatz. Nach 15 Jahren Profisport machte der irisch-stämmige US-Amerikaner einen kurzen Exkurs in die Film- und Werbebranche. Wir fassen das turbulente Leben des Querkopfs für Sie zusammen und zeigen Ihnen ein "Best of" seiner bekanntesten Wutausbrüche.

Der Spitzname des ehemaligen US-amerikanischen Tennisstars John McEnroe verrät schon sehr viel: "Superbrat" wurde der frühere Weltklasse-Profi bereits während seiner aktiven Zeit genannt. Übersetzt bedeutet dies soviel wie "Rüpel", "frecher Bengel" oder "Balg". Und diesen Spitznamen trug der am 16. Februar 1959 in Wiesbaden geborene New Yorker nicht aus Zufall.

"You cannot be serious!"

McEnroe war wegen seiner Wutausbrüche gefürchtet, seine Ausraster erlangten Kultstatus und sind bis heute weltberühmt. Der frühere Weltklasse-Profi nahm auf dem Tennisplatz kein Blatt vor den Mund und zerschmetterte in regelmäßigen Abständen seinen Schläger. Die lautstarken Schimpftiraden des Linkshänders bekamen nicht nur die Schiedsrichter zu spüren, auch seine Gegner und sogar die Balljungen mussten stets einiges einstecken.

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Fühlte sich der Ex-Tennisstar in einem Match benachteiligt oder haderte er nach einem Punktverlust mit sich selbst, platzte oft ein "You cannot be serious!" ("Das kann nicht Ihr Ernst sein!") lauthals aus ihm heraus. Einmal feuerte "Big Mac", wie er auch genannt wurde, einen Ball in Richtung des damaligen Balljungen Hayden Christensen (der später Schauspieler wurde und den älteren Anakin Skywalker in den "Star Wars"-Teilen 1 bis 3 spielte). Damals ein Skandal! Solche Star-Allüren eines pöbelnden Tennisprofis waren für den konservativen "weißen Sport" schlichtweg ein Schock.

"Big Mac" gewann sieben Grand-Slam-Titel im Einzel

McEnroe war allerdings auch sehr erfolgreich: Der US-Amerikaner gewann sieben Grand-Slam-Titel im Einzel und neun Grand-Slam-Titel im Doppel. Von 1981 bis 1984 beendete er vier Saisons in Folge als Nummer eins der Weltrangliste. Insgesamt saß er 170 Wochen lang auf dem Tennis-Thron. In der ewigen Rekord-Weltrangliste im Herren-Einzel belegt er damit bis heute Rang sieben.

Bis heute legendär sind die Matches gegen seinen ewigen Kontrahenten Björn Borg. Beim Wimbledon-Turnier 1981 schlug er Borg und beendete so den langjährigen Siegeszug des Schweden. Anfangs noch als Tennisrüpel verschrien entwickelte sich McEnroe im Laufe seiner Karriere immer mehr zum ernst genommenen Rivalen auf Top-Niveau: seine Fähigkeiten, die Schläge seiner Gegner vorauszusehen und selbst aus den härtesten Bällen noch exakt getimte, butterweiche Stopps zu machen, sind bis heute unerreicht.

Gastrolle in US-Komödie und Krimi-Serie

1992 beendete "Big Mac" seine Profi-Laufbahn. Nach seiner aktiven Karriere als Tennisspieler erkannten Vermarkter das Potential seiner kultigen Ausraster: In einem Werbespot für den Autohersteller Seat stritt sich John McEnroe mit einem Polizisten darüber, ob sein Auto innerhalb oder außerhalb der erlaubten Zone parkt.

Und sogar Hollywood klopfte an: In der Komödie "Die Wutprobe" mit Hauptdarsteller Adam Sandler aus dem Jahr 2003 spielte er in einem Kurzauftritt die Rolle eines cholerischen Patienten von Psychiater Dr. Buddy Rydell (gespielt von Oscar-Preisträger Jack Nicholson). 2008 und 2011 hatte McEnroe jeweils eine Mini-Rolle in den US-Komödien "Leg dich nicht mit Zohan an" und in "Jack und Jill". Sogar in der Krimi-Serie "CSI: NY" (Staffel 3, Folge 23, "Nachspiel") war er in einer Gastrolle zu sehen - dort spielte er sich selbst.

Filmbiografie "Borg/McEnroe" von 2017

Im Jahr 2017 entstand eine Filmbiografie von Regisseur Janus Metz mit dem Titel "Borg/McEnroe". Der Film zeigt die Rivalität der beiden Tennisprofis und ihr legendäres Aufeinandertreffen bei den Wimbledon-Championships im Jahr 1980 im Finale des Herreneinzels. In der Hauptrolle ist Shia LaBeouf als John McEnroe zu sehen, Björn Bork wird von Sverrir Gudnason verkörpert. Hier können Sie sich den Trailer zu dem Film anschauen:

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McEnroe, der Familienmensch

Privat war John McEnroe von 1986 bis 1992 mit der Schauspielerin Tatum O´Neal verheiratet. Mit ihr hat er zwei Söhne und eine Tochter. Nach der Scheidung von O´Neal lernte er die Musikerin und Sängerin Patty Smyth kennen. Das Paar gab sich 1997 das Ja-Wort und ist gegenwärtig noch immer zusammen. Mit Smyth hat McEnroe zwei weitere Kinder.

Sendung: hr1, hr1 am Nachmittag, 12.2.2019, 15 Uhr

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